Jahrestagung des Schwarzen Kreuzes


Dr. Guido Becke informierte über Arbeit mit Menschen. Fotos: Wolfgang Jung

CELLE. Produktiv und mit Freude mit anderen Menschen zusammenarbeiten und gesund dabei bleiben – darum ging es während der Jahrestagung des Schwarzen Kreuzes Christliche Straffälligenhilfe e.V. in Celle. „Arbeit mit Menschen: konstruktiver Umgang mit dem Gegenüber“ hatte Privatdozent Dr. Guido Becke seinen Vortrag genannt. Er ist Forschungsleiter am Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen. In der Mitgliederversammlung am Nachmittag wurde ein neuer Vorstand gewählt.


In Beruf und Ehrenamt kommt es immer wieder darauf an, dass Menschen konstruktiv zusammenarbeiten, um gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen. Dr. Becke gab den Gästen dafür das Werkzeug der „Interaktionsarbeit“ an die Hand. Jeder Arbeit, bei der Menschen miteinander zu tun haben, liegen danach vier Faktoren zugrunde, die sich immer wieder neu gewichten. Es kommt darauf an, unterschiedliche Interessen auszubalancieren, mit den eigenen Gefühlen gut umzugehen, die Gefühle des Gegenübers so zu beeinflussen, dass es die Arbeit fördert, und sich schließlich flexibel auf die Umstände der jeweiligen Situation einzustellen.


Auf die Straffälligenhilfe im Schwarzen Kreuz bezogen fand Dr. Becke viele positive Ausgangsbedingungen, zum Beispiel eine hohe Sinnhaftigkeit der Arbeit und eine klare Aufgabenstellung, nämlich die Begleitung und soziale Stabilisierung von Inhaftierten. Eine Besonderheit im Umgang mit Inhaftierten ist, dass bei ihnen immer die Haftsituation im Hintergrund steht. Sie beeinflusst ihre Emotionen und ihr Verhalten stark.


Während der Mitgliederversammlung wurde ein neuer ehrenamtlicher Vorstand gewählt. Mit dabei sind

Henning Buchhagen, Celle, Pastor und Gefängnisseelsorger i.R.

Meike Klim, Celle, Schulbegleiterin

Inga Teuber, Hannover, Diakonin und Heilpädagogin

Verena Landgraf, Penig, ERP-Systemadministratorin

Hartmut Stiegler, Celle, Pastor i.R.

Das Schwarze Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V. hilft seit 1925 bundesweit Straffälligen. Sein Anliegen ist es, Inhaftierte in eine bessere Zukunft ohne Straftaten zu begleiten und damit gleichzeitig neues Leid und neue Opfer zu verhindern. Das geschieht vor allem über Brief- und Besuchskontakte und über Gesprächskreise in den Gefängnissen.


Die Geschäftsstelle in Celle begleitet und berät die rund 660 Ehrenamtlichen und Mitglieder sowie die Inhaftierten. Sie führt Seminare und verschiedene Projekte für sie durch. Zum Schwarzen Kreuz gehört auch das „Projekt Brückenbau“ in Celle, eine von 14 offiziellen Anlaufstellen der Landes Niedersachsen für Straffällige. Das Schwarze Kreuz ist Mitglied in den Diakonischen Werken in Niedersachsen und Sachsen. Finanziert wird die Arbeit vor allem über Spenden.



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