Horror auf zwei Hektar: Dieses Maislabyrinth in Reddingen hat es in sich

REDDINGEN. Nebelschwaden legen sich über das Maislabyrinth in Reddingen. Auf dem benachbarten Feld brennt ein Feuer, Kürbisse liegen verteilt herum und auch das ein oder andere Skelett fristet sein lebloses Dasein auf dem Acker. Noch toben Kinder auf dem Feld, während ihre Eltern ein Kaltgetränk in der Oktobersonne genießen. Bei Einbruch der Dunkelheit wird sich die Atmosphäre drastisch ändern. Denn an diesem Wochenende finden zum fünften Mal in Folge die Gruselnächte im Maislabyrinth von Christoph Becker statt.
Maislabyrinth in Reddingen wird zum Horror-Schauplatz
Die Hände des Landwirts sind noch von der letzten Nacht blutrot eingefärbt. Zusammen mit etwa 25 weiteren Gruseldarstellern treibt Christoph Becker im dunklen Labyrinth sein Unwesen. Menschen an einem Wochenende im Jahr eine Heidenangst einzujagen, ist für ihn ein großer Spaß. "Es ist ein bisschen wie wieder Kind sein", berichtet er. Seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind eine bunte Truppe: Befreundete Landwirte, Bekannte aus der Gegend – ein Paar ist extra aus Köln angereist, um mitzumachen. Sie alle haben sich ihre Kostüme und Rollen selbst ausgedacht.
"Wir sind das Motorsägenmassaker."
Im Maisfeld haben sie eigene kleine Themenwelten. Da sind Gruselpuppen und Horrorclowns, Zombies und Männer in Gasmasken. "Wir sind das Motorsägenmassaker", stellt sich ein Dreiergespann vor. Eine brutal attackierte Joggerin sucht panisch ihren Hund, einige Meter weiter verkündet der Psycho-Schlachter mit Beil in der Hand: "Heute gibt es Köter!"
Nichts für Zartbesaitete
Jella Hintze spielt die verletzte Joggerin. Die Abiturientin aus Wietzendorf würde als Besucherin nie in das Labyrinth gehen. Sie verrät: Selbst als Darstellerin grusele sie sich manchmal in dem dunklen Maisfeld. Außerdem berichtet sie: viele Besucher überschätzten sich selbst. "Es hat schon einen guten Grund, warum es so viele Warnungen gibt, man soll hier nicht schwanger oder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen reingehen", sagt Jella Hintze. Auch wenn hinter dem Grusellabyrinth keine große Produktionsfirma steckt, ist es nichts für Zartbesaitete. Jeden Abend würden Leute die etwa 40-minütige Tour abbrechen.
"Wenn man es als Frau schafft, einen Mann zu erschrecken, tut das gut fürs Ego."
Das besonders Fiese bei dem Horrorlabyrinth: Die Darsteller können sich komplett frei bewegen und im hohen Mais verstecken. Jella Hintze hat am meisten Spaß daran, Familienväter zu erschrecken. "Wenn man es als Frau schafft, einen Mann zu erschrecken, tut das gut fürs Ego."
Hunderte Besucher am Abend in Reddingen
Wie gruselig das Labyrinth wirklich ist, hat sich in den vergangenen Jahren rumgesprochen. Für diesen Abend wurden bereits 250 Karten im Vorverkauf bestellt. Johnny und Katja sind mit ihrer Freundesgruppe extra aus Uelzen angereist. Auf Facebook sind sie auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Die vielen guten Bewertungen haben sie überzeugt. Freya-Sophie und Joffrey sind bereits zum wiederholten Male dabei. Wie steht es um den Gruselfaktor? "Auf einer Skala von eins bis zehn, ist es schon so eine sieben oder acht", sagen sie. So werden sie wahrscheinlich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, wenn sich Reddingen in eine Albtraum-Kulisse verwandelt.
Gruselnächte auf Hof Becker in Reddingen
Die nächsten Gruselnächte finden am 1. und 2. Oktober 2027 statt.
Mehr Infos auf ihrer Website.














