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Hohe Waldbrandgefahr: Landkreis sperrt Grillplätze


Foto: Oliver Glaschke

CELLE. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit besteht im Landkreis nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes aktuell eine hohe Waldbrandgefahr.


„In Wäldern, Mooren und Heidegebieten oder in gefährlicher Nähe davon ist es dringend zu unterlassen, zu grillen sowie Grillanzünder und sonstige Grillgeräte mit sich zu führen. Das gilt auch für das Grillen auf angelegten und ausgewiesenen Grillplätzen", erklärt Landkreissprecher Tore Harmening. Der Landkreis hat deshalb als erste Maßnahme seine vier Grillplätze in Wolthausen, Gerdehaus, Bargfeld und Metzingen gesperrt.


Weiterhin gilt: Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Waldbrandgefahr geht ebenfalls von liegen gelassenen Flaschen und Glasscherben, aber auch entlang von Straßen durch achtlos aus dem Fenster geworfene Zigarettenkippen aus.


Alle Waldbesucher sollten zudem die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen blockieren. Pkw dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen.


Grundsätzlich sollten alle Menschen, wenn sie sich im Wald und freier Natur aufhalten, eine erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit walten lassen. Wird ein Waldbrand bemerkt, sollte die Feuerwehr sofort über die Notrufnummer 112 gerufen werden. Genaue Angaben über den Standort sind dabei wichtig, betont die Kreisverwaltung. Auch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz warnt vor Wald- und Flächenbränden, insbesondere bei der Ernte:


Funkenflugschlag von heiß gelaufene Erntemaschinen ist eine häufige Ursache von Flächenbränden. Das Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium (ML) bittet die Landwirte und Landwirtinnen jetzt in der Hochphase der Getreideernte um besondere Vorsicht. Der beste Brandschutz sei eine gut gewartete Maschine. Außerdem solle man einen Handfeuerlöscher griffbereit haben.


Das ML setzt an vielen Stellen auf die Prävention. Hier zwei aktuelle Projekte aus dem Bereich der Waldbrand-Vorbeugung:


Niedersachsen hat mit dem Automatisierten-Waldbrand-Früherkennungssystem (AWFS) eines der modernsten Präventionssysteme der Welt, um Waldbrände frühzeitig zu entdecken. In das System hat das ML rund 1 Mio. Euro investiert, um es auf den technisch neuesten Stand zu bringen.

Für eine verbesserte Löschwasserversorgung in den Waldgebieten wird das ML 2,5 Mio. Euro investieren, um beispielsweise Löschwasser-Entnahmestellen auszubauen.

Hoher Luftdruck sorgt laut Deutschem Wetter Dienst bis einschließlich Dienstag für eine sehr hohe Waldbrandgefahr, teils bis Waldbrandgefahrenindex 5 bis 6. Erst zum Mittwoch zieht eine gewittrige Störung auf, die vor allem am Donnerstag für eine leichte Entspannung sorgt. Doch schon am Freitag steigt die Waldbrandgefahr in Niedersachsen erneut auf Werte von 3 bis 4 an. Erläuterungen zum Waldbrandgefahrenindex (WBI) finden Sie unter http://www.dwd.de/waldbrand


Die Waldbrandstatistik 2021 wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter https://www.ble.de/DE/BZL/Daten-Berichte/Wald/wald_node.html veröffentlicht.


Für Niedersachsen ergeben sich laut Mitteilung des Ministeriums für 2021 zusammen mit dem Bundeswald 98 Brände mit 4,42 Hektar Brandfläche. Der Grund für den Rückgang der Waldbrandzahlen im Jahr 2021 dürfte hauptsächlich im Verlauf der Witterung in Niedersachsen liegen. Die beiden Vorgängerjahre 2019 und 2020 waren von sehr extremer Dürre und Trockenheit geprägt. Maßnahmen im Bereich der Waldbrandvorsorge, wie z.B. der Waldumbau von gefährdeteren Nadelwäldern in resilientere Laub- und Mischwälder wirken langfristig.

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