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Hilferuf: Eltern sollen an Grundschule "unterrichten" - Teil 2


Foto: Elnur / stock.adobe.com

WIETZE/HANNOVER. "Guten Morgen. Gibt es Mütter oder Väter, die sich bereit erklären würden, ab sofort in der Schule die Betreuung einer Klasse zu übernehmen? [...] Das ist quasi die letzte Möglichkeit abzuwenden, dass wieder Klassen zu Hause bleiben müssen." Mit dieser WhatsApp-Nachricht wendet sich die Elternvertretung der Grundschule Wietze an alle Eltern. Wir fragten nach.



Stellungnahme Dr. oec. Michael Guder und Kathrin Langel, Vorsitzende des Landeselternrates, unzensiert und unkommentiert: Ist dieser Schritt rechtskonform? Worauf müssen Eltern dabei achten, z.B. Versicherungspflicht etc.?

Unsere Recherchen haben ergeben, dass es sich um einen Ausnahmefall handelt. Die vorgesetzten Dienststellen sind involviert. Rechtskonformität ist sichergestellt. Ein Anruf in der Schule hat bereits Klarheit geschaffen. Es geht letztlich um den Erhalt des Lehrbetriebs.

Welche Konsequenzen erwarten Sie mit der einhergehenden Botschaft „Lehrer kann jeder“?

Diese freie Interpretation ist anhand der Nachricht nicht nachvollziehbar. Die Aufsicht und Unterrichtsvorbereitung liegen laut des Screenshots bei einer Lehrkraft. Dies wurde seitens der Schule bzw. RLSB versichert.

Seit Jahrzehnten wird der Lehrermangel thematisiert - warum ist Ihrer Meinung nach bisher nicht nur nichts geschehen, sondern hat sich die Lage so verschlechtert, dass zu solchen Mitteln gegriffen werden muss?

Hier liegt ein systemisches Versagen vor und das seit Jahrzehnten. Der Landeselternrat fordert deshalb, dass alle Entscheidungsträger endlich die parteipolitischen "Spielchen" sein lassen und gemeinsam für die Konsolidierung des Schulsystems Sorge tragen. Der finanzielle Rahmen darf kein Argument sein!

Wie viele Schulen senden nach Ihrer Kenntnis stadt-, landkreis- und landesweit diesen Hilferuf?

Da kein Instrument zu einer validen Erhebung vorhanden ist, kann diese Frage nicht beantwortet werden.

Wie viel investiert Niedersachsen in die Bildung und wie steht das Land im Bundesvergleich da? Wie viel müsste investiert werden?

Im direkten Vergleich der Bundesländer findet sich Niedersachsen in der zweiten Hälfte wieder, wir liegen damit unter dem Bundesdurchschnitt, hier sind Steigerungen zwingend erforderlich. Und aus Sicht des LER bitter nötig! Eine konkrete Summe zu beziffern ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Wir sollten uns bei der Investitionshöhe an Größen wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) orientieren und verpflichtend in Bildung investieren. 2% des BIP wäre eine erste Forderung und Richtschnur!

Was sind Ihrer Meinung nach die Ursachen, welche Lösungen sehen Sie?

Systemisches Versagen. Professionelle, kompetente und lösungsorientierte Herangehensweise. Nur Reden oder weitere frustrierende Studienergebnisse werden auch zukünftig nichts bringen. Die Zukunft unserer Kinder steht auf dem Spiel!


Neben deutlich erhöhten Investitionen muss endlich ein professionelles Personalmanagement her! Personalplanung und -gewinnung funktioniert weder mit Lehrkräften, Jurist*innen noch mit Verwaltungskräften. Die Untauglichkeit dieser Prozessbedingungen hat Niedersachsen jetzt wirklich lang genug validiert!

Was tun Sie konkret für eine Lösung, was können Sie tun, was wünschen Sie, tun zu können?

Wir sind mit allen relevanten Entscheidungsträgern in einem offenen, kritischen und reflektierenden Austausch. Es wird eine Generationen übergreifende Gemeinschaftsaufgabe, wir haben begonnen!

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