Hilfe bei häuslicher Gewalt: Diskrete Kampagne in Celler Bussen gestartet
- Stefan Kübler
- vor 7 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. In Deutschland erleben 25 Prozent aller Frauen Gewalt in der Partnerschaft, auch als häusliche Gewalt bekannt. „Auch im Landkreis Celle sind die Zahlen hoch und die Fälle werden nicht weniger“, sagt Frank Freienberg, Leiter der Polizeiinspektion Celle. Um Betroffenen von häuslicher Gewalt einen einfachen Zugang zu Hilfsangeboten zu ermöglichen, ist nun eine Aufklärungskampagne des Landkreises in Zusammenarbeit mit der CeBus gestartet worden. Bei der Aktion geht es um Aufkleber, die künftig in allen Bussen des Verkehrsbetriebes zu finden sein sollen und die über einen QR-Code einfach und diskret auf nützliche Info-Seiten leiten.
„Beim Thema häusliche Gewalt brauchen die Menschen Diskretion.“
Die kleinen Sticker sollen in den Bussen auf Handyhöhe zu finden sein, damit der QR-Code mit dem Smartphone unauffällig gescannt werden kann. „Beim Thema häusliche Gewalt brauchen die Menschen Diskretion“, erklärt Evelyn Hollmann, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle, die die Aktion im Rahmen des „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt“ maßgeblich vorangetrieben hat. Aus diesem Grund würden die Informationen auch nicht auf den großen Displays in den Bussen bereitgestellt, wo ein heimliches Hochhalten des Handys nicht möglich sei. „Wir freuen uns, dass die Aktion im ÖPNV angekommen ist, wo sich viele Menschen aufhalten“, so Evelyn Hollmann. Die Kampagne ist deutschlandweit offenbar einmalig.
Ein breites Bündnis steht hinter der Kampagne. Die Aufkleber sollen in Handyhöhe angebracht werden. (Fotos: Stefan Kübler)
1500 Aufkleber mit QR-Codes für alle Busse
Die Aufkleber-Kampagne wird von einem breiten Bündnis getragen, darunter Polizei, Landkreis und CeBus. „Das ist eine wichtige Aktion, die wir gerne unterstützen“, sagt CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick. Celles Landrat Axel Flader ist dankbar für das Engagement seiner Gleichstellungsbeauftragten. „Häusliche Gewalt findet im Privaten statt, hat aber eine große gesellschaftliche Relevanz“, sagt er. „Wir hoffen, dass es in Zukunft immer weniger Gewalt im häuslichen Umfeld gibt.“ In den kommenden zwei Wochen sollen rund 1500 Aufkleber in allen CeBus-Bussen angebracht werden. Die Klebearbeiten sollen im Rahmen der regelmäßigen Reinigungen erfolgen.
Was ist häusliche Gewalt?
Häusliche Gewalt beschränkt sich laut Evelyn Hollmann nicht nur auf körperliche oder sexuelle Übergriffe. Sie umfasst demnach auch psychische Gewaltformen wir Beleidigungen, Drohungen, Isolation, Kontrolle der Finanzen sowie Belästigung und Terrorisierung im Zuge von Trennungen. Wer im Landkreis Celle diese Formen von Gewalt erlebt, kann über den „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt Celle“ nützliche Links und Telefonnummern zu Hilfsangeboten bekommen. Bei allen Fragen können sich Betroffene auch jederzeit an das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016 wenden.


















