Haushaltslage in Bergen etwas entspannter


Rathaus Bergen
Foto: Susanne Zaulick/Archiv

BERGEN. Zwar längst noch nicht im grünen Bereich, aber doch deutlich entspannter als noch vor zwei Jahren, präsentiert sich die Haushaltslage in Bergen. Kämmerer Frank Juchert stellte diese Woche im Haushalt- und Finanzausschuss die aktuellen Zahlen vor.


Für 2022 rechnet die Stadt im Ergebnishaushalt mit einem leichten Überschuss. Das Plus ergibt sich durch außerordentliche Erträge: Die Stadt hat im vergangenen Jahr mehrere Grundstücke und Gebäude verkauft, darunter den Sportpark und das Schauster-Alms-Hus. Die frohe Botschaft aus der Verwaltung lautete somit: Es muss in diesem Jahr kein Haushaltssicherungskonzept aufgestellt werden. 2020 hatte Bergen erstmals ein solches Konzept aufstellen müssen weil der Haushalt nicht ausgeglichen werden konnte. Die heftigen Auseinandersetzungen im Rat dürften den Beteiligten noch in lebhafter Erinnerung sein.


Dringenden Handlungsbedarf für die Politik sieht der Kämmerer bei der Gewerbesteuer. Nur wenn die erhöht werde, erhalte die Stadt wieder Gestaltungsspielraum. Für 2022 rechnet er derzeit mit gut 4 Millionen Euro, was einem Deckungsgrad des Gesamthaushaltes von 16 Prozent entspräche. Zum Vergleich blickte Juchert auf das Jahr 2014, wo Bergen noch 25 Prozent seiner Aufwendungen über die Erträge aus der Gewerbesteuer decken konnte. Eine Gewerbesteuererhöhung müsste der Rat beschließen.


Positiv bewertet Juchert die Entwicklung bei den Liquiditätskrediten. Zum Jahresende 2021 konnten die auf Null heruntergefahren werden, dafür hat die Stadt jetzt mehr investive Darlehen aufgenommen. Die gesamte Schuldenlast liegt bei über 15 Millionen Euro. Die positiven Entwicklungen, die trotz alledem die Haushaltslage entspannt haben, fasst Frank Juchert so zusammen: Die Zuweisungen vom Land kommen jetzt in kürzeren Zeitabständen, die Gewerbesteuern sowie die Anteile aus der Einkommensteuer und Schlüsselzuweisungen sind höher als prognostiziert und bei den Sach -und Dienstleistungen ist die Stadt 2021 unter den Ansätzen im Haushaltsplan geblieben.


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