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Gedenkort für ZwangsarbeiterInnen in Unterlüß eingeweiht


UNTERLÜSS. Gestern wurde offiziell ein Gedenkort für ZwangsarbeiterInnen der Firma Rheinmetall am Standort Unterlüß während des Zweiten Weltkriegs eingeweiht. Der Künstler Gunter Demnig verlegte eine aus diesem Anlass vor Ort eine "Stolperschwelle".


Ca. fünfzig Personen aus der Gemeinde Südheide, aus den Nachbargemeinden im Kulturraum Oberes Örtzetal und aus Celle hatten sich an der Müdener Straße versammelt. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide Katharina Ebeling, der ehemalige Ratsherr Carsten Rusitschka, der Beauftragte für Denkmalpflege im Kreis Celle Hendrik Altmann und die Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten Dr. Elke Gryglewski hielten Ansprachen.


Alle vier betonten, dass es nun endlich auch in Unterlüß eine Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte gibt und mit den vier Stelltafeln und der Stolperschwelle ein guter Anfang gemacht werde. Es gelte aufzuarbeiten, was in über 20 Lagern im Ort und in der Nachbarschaft geschehen ist. Dabei wurde besonders dem kleinen Arbeitskreis, in den auch Mitbürger der Faßberger Geschichtswerkstatt involviert waren, für ihre Vorarbeit gedankt.


Altmann wies mit einem 17 m langen Band von aneinandergeklebten DIN A 4 Blättern, auf denen die polnischen Namen von ZwangsarbeiterInnen standen, auf die vielen tausend Menschen hin, die im Nationalsozialismus in Unterlüß zur Arbeit gezwungen wurden. Er war es auch, der nach 75 Jahren diesen Ort überhaupt erst entdeckte (CELLEHEUTE berichtete).


Die Gedenkstätte und das Einbringen der Stolperschwelle werden getragen und finanziert von der Gemeinde Südheide, der Fa. Rheinmetall, der AG Bergen–Belsen und aus einer Spende von Pastor a. D. Wilfried Manneke. Er hatte einen Teil seines Preisgeldes, vom 2018 verliehenen „Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage“ vom Zentralrad der Juden in Deutschland, zur Verfügung gestellt.


Weitere Hintergründe HIER.



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