Gastronomie im Kreis Celle: Bloß kein Eigentor zur Fußball-WM schießen
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CELLE. Zur Fußball-WM: Kein „Foulspiel“ in Biergärten, Gaststätten und Restaurants im Kreis Celle. Es geht um „faire Dienstpläne“ für die rund 3.130 Gastro-Beschäftigten im Landkreis Celle – in den Küchen und im Service, an den Theken und Bars. Dafür macht sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft jetzt stark. Die WM-Arbeitszeiten sollten frühzeitig abgesprochen werden.
„Eines darf es auf keinen Fall geben: Alles rechts ran für den Fußball und WM-Überstunden bis zum Abwinken. Gastronomen, die das verlangen, spielen sich ins Abseits“, so Philipp Thom von der NGG Hannover. Bei den Dienstplänen müsse auf die Kellnerin mit Kind genauso Rücksicht genommen werden wie auf die Köchin, die zu Hause einen Angehörigen pflege. Mit gut geplanten WM-Schichten in der Gastronomie lasse sich der Fußball dann auch im Kreis Celle prima feiern.
Außerdem müsse es zu den Spitzenzeiten der Fußballübertragung zusätzliches Personal geben. „Das darf keine ‚Überstunden-WM‘ werden. Mal ganz abgesehen davon, dass jede Überstunde von den Wirten und Restaurantbetreibern auch bezahlt werden muss. Denn in der Gastronomie sind selbst die spannendsten WM-Spiele Arbeits- und keine Freizeit. Daran ändert auch König Fußball nichts“, so Philipp Thom. Jedem Gastronomen, der da auf andere Ideen komme, werde die NGG Hannover die Rote Karte zeigen.
„Bleibt zu hoffen, dass die Gastronomen auf Fair Play setzen und sich in der WM-Phase kein Eigentor schießen. Das würden ihnen die Beschäftigten übelnehmen. Und mit einem Team, das nicht mitspielt, sind auch keine Tore zu machen – vor allem in der Gastronomie nicht“, so Philipp Thom. Schließlich setze die NGG Hannover auf „starke Gastro-Umsätze bei spannenden Spielen“ durch Public Viewing im Kreis Celle.
Genau hier sieht die Gewerkschaft aber auch ein Problem, mit dem die Fußball-Weltmeisterschaft bei der Gastronomie im Kreis Celle diesmal „etwas auf die Bremse tritt“: Immerhin komme die WM aus Kanada, Mexiko und den USA. „Die Live-Übertragungen der Spiele laufen also spät – die meisten zu spät für alle, die am nächsten Tag wieder arbeiten müssen. Das wird also eine ‚Nacht-WM‘“, so der Geschäftsführer der NGG Hannover.
Der früheste Kickoff sei um 18 Uhr. Den spätesten Anpfiff gebe es allerdings erst um 6 Uhr morgens. „Etliche Spiele fangen bei uns um 19 Uhr an. Das ist natürlich prima. Aber viele werden um 22 Uhr oder sogar erst um 1 Uhr angepfiffen. Die Gastronomie im Kreis Celle kann Public Viewing also nur für einen Teil der Spiele bieten. Vielen Wirten dürfte das nicht rentabel genug sein. Sie werden deshalb wohl gleich ganz auf Großbildschirme und Leinwände für die Fußballübertragungen verzichten“, sagt Philipp Thom.
Die Gastro-Gewerkschaft erwartet deshalb, dass es beim Public Viewing im Kreis Celle „ganz schön eng“ werden könnte: „Vor allem bei spannenden Spielen ist mit einem Ansturm auf die raren Plätze zu rechnen. Da könnte so mancher leer ausgehen. Das tut natürlich jedem weh, der für den Fußball fiebert“, so Thom. Der Geschäftsführer der NGG Hannover macht dabei aber auch klar: „An den Beschäftigten liegt es nicht. Die sind ‚spielbereit‘, was die Küche, den Service, die Theken und Bars während der WM angeht. Vorausgesetzt, Lohn und Dienstpläne passen.“
Text: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Hannover














