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Game Jam: Drei Spiele über Sophia Dorothea

vor 10 Stunden
3 Min. Lesezeit
Drei Menschen am Schreibtisch
Werkstatt beim Game Jam von Denk.Mal e.V. an der Trift 32: Zwei Jugendliche arbeiten am Tablet und am Laptop an ihrem Spiel, begleitet von Andreas Scherren. Foto: Laura Malavé

CELLE. Eine Woche lang haben 13 Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren in den Herbstferien an der Trift 32 ihre eigenen Computerspiele entwickelt. Am Sonntag, 18. Oktober, haben sie die drei fertigen Spiele beim Game Jam „Mach deine Kunst zum Spiel“ von Denk.Mal e.V. vorgestellt, und etwa 70 Gäste haben sie ausprobiert. Wer nicht dabei war, kann alle drei jetzt auf der Website des Vereins spielen.


Angefangen hat die Woche mit Papier und Stift. Am ersten Tag entwarfen die Teilnehmenden in kleinen Gruppen erste Spielideen als Papierprototypen und waren so begeistert, dass sie noch am selben Nachmittag in die Spielesoftware Unity wechselten, einen Tag früher als geplant. Am zweiten Tag wurde das geheime Thema aufgedeckt: Sophia Dorothea, die Prinzessin aus Celle. Im Residenzmuseum im Celler Schloss sammelten die Jugendlichen Notizen und Fotos, die ihnen danach als Vorlage für Figuren, Räume und Geschichten dienten.


Ab dem dritten Tag arbeiteten drei Teams wie in kleinen Studios, jedes mit eigenem Laptop, großem Bildschirm und einer Tafel, auf der sie ihren Fortschritt festhielten. Figuren und Kulissen entstanden mit Filzstift auf Papier oder auf dem iPad und wurden anschließend ins Spiel geholt. In kurzen Werkstätten lernten die Jugendlichen, Geräusche aufzunehmen, Figuren zu animieren und Musik für Spiele zu schreiben. Ein Team komponierte mit GarageBand, eines am Klavier, ein drittes stellte seinen Ton aus einer Klangbibliothek zusammen. Am Samstag spielten alle die Spiele der anderen und notierten, was noch hakt.


Herausgekommen sind „Forbidden Love“, „Letter Escape“ und „BUG Princess“. Zur Präsentation hingen Skizzen und Zeichnungen der Woche an den Wänden, an Spielstationen konnten Gäste selbst spielen, und wer mochte, baute an einem Tisch einen eigenen Papierprototyp. Nach den Gästen aus dem Ferienpass kamen die Familien der Jugendlichen. Zum Abschluss bekamen alle Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung und ein T-Shirt mit Motiven aus dem Game Jam.


„Wir sind das Risiko eingegangen, Jugendliche in ihren Ferien sieben Tage am Stück jeden Tag von 9 bis 16:30 Uhr zu halten, und hätten unterwegs ein paar verlieren können. Aber die Jugendlichen waren nicht nur pünktlich, manche standen schon um 8:30 Uhr vor der Tür und gingen erst um 17 Uhr. Es war wunderschön zu sehen, wie die Gruppe zusammengewachsen ist und am Ende drei spielbare Spiele präsentieren konnte. Vier Jugendliche sprachen kein Deutsch, und es war großartig, wie gut sie sich eingebunden haben und wie alle versucht haben, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam alles voranzubringen“, sagt Zandra Gröschner Rico del Valle von Denk.Mal e.V.


Das gesamte Wochenprogramm leitete Katharina Gröschner, die auch die Animation vermittelte. Andreas Scherren übernahm Programmierung und Musik. Laura Malavé war eine tragende Säule des Teams: Als Expertin auf dem Gebiet stand sie bei allen Fragen zur Seite, unterstützte die Teams in allen Bereichen und sorgte dafür, dass alle auf Kurs blieben. Alle drei sind hochprofessionelle Fachleute der Spieleentwicklung.


Für das leibliche Wohl sorgte ein außergewöhnliches Küchenteam, das die Jugendlichen die ganze Woche über mit leckerem Essen versorgte.


Die drei Spiele laufen im Browser unter www.denkmalcelle.de/spiele/.


Der Game Jam wurde gefördert im Programm „Wir können Kunst“ des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Kooperationspartner waren die Oberschule Westercelle und das Residenzmuseum im Celler Schloss. Ein herzliches Dankeschön gilt außerdem dem Landkreis Celle für seine Unterstützung.



Text: Roman Thomas


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