Eskalation in Schuhstraße? Monkeys-Betreiber bemängelt Sicherheitskonzept
- Audrey-Lynn Struck

- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

CELLE. Polizeieinsätze, Auseinandersetzungen und schließlich ein vorgezogener Ladenschluss: Die Nacht von Freitag auf Samstag verlief für Kosta Tyrokomos, Inhaber der Bar „Monkeys“ in der Schuhstraße, anders als geplant. „Ich habe alles gemacht, damit die Leute sich in meinem Laden wohlfühlen“, sagt Kosta Tyrokomos. Auf das Geschehen vor seinem Lokal habe er jedoch keinen Einfluss gehabt. Aus seiner Sicht habe sich die Situation draußen immer weiter zugespitzt. Der Betreiber vom Monkeys fordert daher eine Änderung am Sicherheitskonzept – Polizei und Stadt sehen dafür jedoch keinen Anlass.
Besucher bereits alkoholisiert vom Weinmarkt
Am Weinmarkt-Wochenende zieht es erfahrungsgemäß nach Veranstaltungsende viele Feiernde in die Schuhstraße. Anders als an gewöhnlichen Freitag- oder Samstagabenden kämen allerdings viele Besucher bereits stark alkoholisiert dort an. „Dann geht es nicht mehr um Diskussionen, sondern es knallt direkt“, sagt CESIUN-Chef Ferhat Baysar, dessen Unternehmen die Security für das Monkeys stellte.
Vier Securityleute im Einsatz
Am Freitagabend seien vier, am Samstag sogar sechs Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen. Um sich auf den zusätzlichen Besucheransturm vorzubereiten, baute das Monkeys vor der Bar Absperrungen auf, um den Einlass besser zu steuern. Außerdem richtete das Team im abgesperrten Außenbereich eine zusätzliche Bar ein, damit sich die Gäste besser verteilen konnten. „Wir haben uns vorbereitet“, betont Kosta Tyrokomos.
Monkeys schließt Freitagnacht vorzeitig
Trotzdem sei die Situation in der Nacht zu Samstag aus Sicht von Kosta Tyrokomos und Sicherheitschef Ferhat Baysar ausgeufert. Gegen 2 Uhr sei der Kreuzungsbereich Schuhstraße/Am Heiligen Kreuz zeitweise mit Streifenwagen und Polizeihunden abgesichert worden. Schließlich habe Kosta Tyrokomos der Polizei angeboten, die Bar früher zu schließen, um die Lage zu entspannen.
Polizei spricht von ruhigem Verlauf
Die Polizei bewertet die Nacht allerdings anders und spricht von einem „insgesamt ruhigen und weitgehend störungsfreien“ Verlauf. Nach dem Ende des Weinmarktes habe sich zwar ein erhöhtes Besucheraufkommen in der Schuhstraße – insbesondere vor dem Monkeys – gebildet. Insgesamt habe es dort jedoch lediglich zwei Polizeieinsätze gegeben.
Zwei Polizeisätze – darunter eine Körperverletzung
Nur einer davon habe im Zusammenhang mit einer Straftat gestanden – einer Körperverletzung. „Von mehreren Schlägereien oder einer außergewöhnlichen Einsatzlage kann aus Sicht der Polizei keine Rede sein“, sagte die Polizeiinspektion Celle auf Nachfrage von CelleHeute.
„Von mehreren Schlägereien oder einer außergewöhnlichen Einsatzlage kann aus Sicht der Polizei keine Rede sein.“
Aus Sicht von Kosta Tyrokomos und Ferhat Baysar habe es in den entscheidenden Momenten an ausreichend Einsatzkräften gefehlt. „Für Außenstehende sieht es so aus, als hätten wir die Lage nicht unter Kontrolle. Dabei dürfen wir auf der Straße gar nicht eingreifen oder Platzverweise aussprechen“, sagt Ferhat Baysar, der sich eine stärkere Präsenz der Polizei gewünscht hätte.

Dafür machen sie auch eine mögliche Fehlkommunikation zwischen Polizei und Stadt Celle verantwortlich, mit der sie vorab über die zu erwartende Lage in der Schuhstraße gesprochen hatten.
„Für Außenstehende sieht es so aus, als hätten wir die Lage nicht unter Kontrolle. Dabei dürfen wir auf der Straße gar nicht eingreifen oder Platzverweise aussprechen.“
Stadt und Polizei widersprechen dieser Darstellung. Nach Angaben der Stadt seien die Erfahrungen der Gastronomen aus den vergangenen Jahren im Vorfeld an die Polizei weitergegeben worden. Auf dieser Grundlage seien temporäre zusätzliche Schranken aufgestellt worden, um das Einfahrverbot durchzusetzen. Die Polizei bestätigt das. Dabei sei es vor allem um mögliche Konflikte zwischen unzulässigem Fahrzeugverkehr und feiernden Menschen gegangen. Diese hätten sich nach Angaben der Polizei allerdings nicht bestätigt.
Stadt: Keine Steuerung der Besucherströme nötig
Die Stadt weist zudem darauf hin, dass die Schuhstraße nicht Teil der Veranstaltungsfläche des Weinmarktes sei. „Wohin sich die Gäste nach der Veranstaltung begeben, wird naturgemäß nicht kontrolliert und obliegt dem persönlichen Bedürfnissen der Gäste“, sagt die Pressestelle der Stadt Celle, die anders als CESIUN eine gezielte Planung der Besucherströme nach Veranstaltungsende beim Celler Weinmarkt für nicht erforderlich hielt.

„Diese greifen bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen, Stadienkonzerten u.ä. und damit bei Events, die weitaus größer sind als der Celler Weinmarkt“, so die Stadt weiter, die zudem einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Vorfällen und dem Besuch des Weinmarkt anzweifelt. „Nach derzeitigem Stand hat sich das Einsatzkonzept für den diesjährigen Weinmarkt bewährt. Nach aktuellem Stand sind keine grundlegenden Änderungen des Einsatzkonzeptes erforderlich“, so auch die Polizei.
Auswirkungen auf Ruf und Einnahmen vom Monkeys
Kosta Tyrokomos und Ferhat Baysar hoffen hingegen auf eine Überarbeitung des Sicherheitskonzepts – möglichst unter Einbeziehung der Gastronomen. Für Kosta Tyrokomos geht es dabei auch um die wirtschaftlichen Folgen. Nach eigenen Angaben habe er viel Geld in zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen investiert. Durch die frühere Schließung in der Nacht zu Samstag seien ihm zudem Einnahmen entgangen. Nach den Vorfällen habe es schnell geheißen, es habe Zwischenfälle „beim Monkeys“ gegeben. Das könnte auch langfristige negative Auswirkungen auf den Ruf der Bar haben. Dabei seien die Auseinandersetzungen auf der Schuhstraße gewesen.


















