Ein Notfall jagt den Nächsten: Warum die Celler Streunerhilfe dringend Hilfe braucht
- Sheenara Wiebke
- vor 3 Tagen
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CELLE. Es ist großes Leid, das den Ehrenamtlichen der Streunerhilfe Angie&Friends tagtäglich begegnet: kranke und hungernde Straßenkatzen, aber auch Hauskatzen, die schwer misshandelt und verletzt ausgesetzt wurden. "Manchmal kommt man an den Punkt, an dem man sich denkt: Ich muss aufhören, bevor ich anfange, Menschen richtig zu hassen", sagt Kathrin Schulz, Vorstandsmitglied von Angie&Friends.
"Wir hatten in der Vereinsgeschichte noch nie so viele Tiere wie jetzt."
Wird im Landkreis Celle eine Katze in Not gefunden, sind Kathrin Schulz und ihre Mitstreiterinnen häufig die ersten Ansprechpartnerinnen. Die Lage ist derzeit so angespannt wie selten zuvor: "Wir hatten in der Vereinsgeschichte noch nie so viele Tiere wie jetzt." Gleichzeitig setzen die steigenden Kosten dem Verein zunehmend zu – es fehlt an finanziellen Mitteln. Auf der Online-Plattform Better Place wurde deshalb eine Spendenaktion ina Leben gerufen.
Kostenexplosionen – auch beim Tierarzt
"Während man früher für eine Kastration vielleicht noch 120 Euro bezahlt hat, sind es heute eher 250 Euro", berichtet die Kassenwartin. Die Folge: Halter lassen ihre Kater seltener kastrieren. Beim Freigang kommt es dann schnell zur unkontrollierten Vermehrung. Auch die Fördertöpfe für Kastrationsaktionen von Straßenkatzen sind durch die Kostensteigerung schneller aufgebraucht.
"Die große Problematik ist, dass ein Notfall den Nächsten jagt."
Das schlägt sich auch in der Anzahl der hilfsbedürftigen Tiere nieder. Zur Zeit betreut der Verein circa 70 Katzen. Damit kommt die Streunerhilfe an ihre Belastungsgrenze. "Die große Problematik ist, dass ein Notfall den Nächsten jagt", sagt Kathrin Schulz. Obwohl sie aktuell einen Aufnahmestopp verhängt haben, komme es immer wieder zu Ausnahmen. Keine Katze soll zum Sterben auf der Straße zurückgelassen werden.
Private Pflegestellen kümmern sich um Celler Streuner
Versorgt werden die Tiere von Privatpersonen, in sogenannten Pflegestellen. Um einen pflegebedürftigen Streuner aufzunehmen, muss man kein Vereinsmitglied sein. Vorerfahrungen mit Katzen und genügend Platz, um den meist scheuen Tieren ihren Freiraum zu bieten, sind hingegen essenziell. Ebenfalls wichtig: Die Bereitschaft, selbst Medikamente zu verabreichen oder Wunden zu versorgen. Der Verein steht im ständigen Kontakt mit den Pflegestellen und unterstützt, wo es nötig ist. Kosten für Tierfutter, Katzenstreu und Medikamente werden von der Streunerhilfe getragen.
"Noch nie haben wir so viel Geld für den Tierarzt ausgegeben."
"Die Kostenexplosion – nicht nur im Bereich Futter und Streu – macht uns wahnsinnig zu schaffen", berichtet Kathrin Schulz. Die vielen medizinischen Notfälle reißen ein Loch in die Vereinskasse. "Noch nie haben wir so viel Geld für den Tierarzt ausgegeben."
So kann man die Celler Streunerhilfe unterstützen
Um ihre Arbeit fortsetzen zu können, ist die Streunerhilfe deshalb mehr denn je auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Auf der Online-Plattform Better Place läuft derzeit eine Spendenaktion. Auch Futterspenden sind immer willkommen.
Wer langfristig unterstützen möchte, kann auch Mitglied im Verein werden oder im Secondhand-Lädchen der Streunerhilfe in Hambühren einkaufen. Das Geschäft ist mittwochs von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sämtliche Erlöse fließen direkt in die Arbeit des Vereins.
"Fakt ist, es gibt zu viele Tiere, die dringend Hilfe benötigen."
Auch wenn die Lage gerade prekär ist, steht für die Mitglieder der Streunerhilfe Angie&Friends fest: Aufgeben ist keine Option. "Fakt ist, es gibt zu viele Tiere, die dringend Hilfe benötigen."
Angie&Friends Streunerhilfe e.V.
Mehr Infos auf ihrer Website
Secondhand-Geschäft
immer mittwochs von 14 bis 18 Uhr geöffnet
Allensteiner Straße 6
29313 Hambühren














