Ein Jahr "Celle steht auf"


Foto: Peter Müller


CELLE. Sie hat Befürworter, sie hat Gegner, sie hat Ausdauer: Erstmals ist es mit "Celle steht auf" einer Bewegung gelungen, ein Jahr lang für ihre Sache einzustehen und allwöchentlich auf die Straße zu gehen. Anfangs belächelt, später kritisiert, dann totgesagt, seit einigen Wochen von Teilen der Politik und Gesellschaft auch diffamiert hält sie offenbar jedem Gegenwind stand und ging auch gestern wieder mit nach Polizeiangaben 200 Teilnehmenden durch die Altstadt. Auch CELLEHEUTE wurde immer wieder zur Zielscheibe von vereinzelten Lesern und Politikern meist aus dem linken Spektrum - weil wir das getan haben, was wir immer tun: Wertfrei und unzensiert berichten, uns mit keiner Sache gemein machen und allen Seiten entsprechenden Raum geben. Das wird auch im nächsten Jahr so sein, mit welcher Bewegung auch immer - damit sich jeder eine Meinung bilden kann, statt einer Meinungsmache zu erliegen.



Fotos: Peter Müller Die uns vorliegende Rede zur gestrigen Demo von Reinhart Thomas, unzensiert und unkommentiert:


Daddadada-daddadadi. - Da ist sie und sie und auch sie.

Daddadadi-daddadada. - Er ist auch da. Und auch Ihr hier, dort und da.

Daddada-didumdidum. - Meine kurze Auszeit, die ist nun um.

Ich grüße Euch alle hier mit dem Magazin „Celle am Mittag“.

Heute begeht „Celle steht auf“ seinen ersten Jahrestag. Bravo! Das nenne ich Durchhaltevermögen. Denn wir stehen der Einheitsfront derer gegenüber, welche diesen totalitären Maßnahmen huldigen. Die einen verordnen sie. Die anderen drücken sie uns auf. Weitere propagieren sie in ihrer Einfalt. Und wieder andere beklatschen sie. Einig sind sich alle diese Mitmenschen darin, dass sie uns mundtot machen wollen. Manch einer hat uns hier sogar den Tod gewünscht. Das zerrt an unseren Nerven. Das bedrückt unsere Seele. Wir leiden im Stillen. Aber wir geben einander Halt. Wir stehen auf und rufen laut: Wir erkämpfen unsere Freiheit und unsere Grundrechte zurück. Wir fordern die Wahrheit ein. Wir verlangen Rechenschaft.

Celle steht auf. Wir sind zwar wenige hier am Platz. Aber die Bürgerrechtsbewegung in Deutschland wächst in Tausenden Orten und Städten. Wir werden immer mehr. Und wir sind jeden Samstag hier. Das werden wir auch noch für eine lange Zeit sein. Denn es ist eine historische Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Eliten haben uns die Maske der Unmenschlichkeit aufgezwungen. Zugleich haben die Eliten ihre Maske abgeworfen. Wir sehen nun die Fratzen der Macht. Wir erkennen die vielköpfige Hydra dieses Systems und stehen vor derselben Aufgabe wie Herakles in der griechischen Mythologie.

Deshalb brauchen wir einen langen Atem. Und den haben wir wahrhaftig. Wir bewahren uns unsere Widerstandskraft und unser Durchhaltevermögen, auch wenn die Mauer der Unmenschlichkeit jüngst Risse bekommen hat, der Putz zu bröckeln beginnt und sogar der eine und der andere Stein herausbrechen. Die Widersprüche der Staatsdoktrin führen allmählich zu Widerspruch in der Wissenschaft, den Medien und sogar in der Politik. Doch wir lassen uns davon nicht blenden, nicht von passiver Hoffnung leiten, sondern von unbändigem Freiheitswillen und unserem klaren Verstand.

Bei der ersten Demo am 13. Februar des letzten Jahres war ich dabei. Auf der zweiten Kundgebung hielt ich meine erste Rede. Es folgten noch einige. Heute, zum Jahrestag unserer Bürgerrechtsbewegung „Celle steht auf“ spreche ich nun erneut hier. Denn der Anlass ist nach zwei Jahren immer noch gegeben. Wir stehen hier auf gegen die Willkürmaßnahmen. Wir stehen auf, um die bürgerlichen Freiheiten zurückzuerkämpfen. „Celle steht auf“ ist eine Bürgerrechtsbewegung. Wir kämpfen friedlich für Freiheit und Demokratie, für Wahrheit und Selbstbestimmung.

Währenddessen will die Bundesregierung per Gesetz das Engagement der Bürger gegen Hass, Hetze, Gewalt und Extremismus fördern. Es geht dabei aber nicht, wie behauptet wird, um die freiheitliche demokratische Grundordnung und ihre Prinzipien. Das erleben wir als Groteske. Denn es soll Hass gesät und Hetze geschürt werden gegen die Bürgerrechtsbewegung in diesem Land. Wir erleben das gerade hier in Celle.

Es herrscht Willkür in diesem Land: Die Volksvertreter vertreten nicht das Volk. Sie treten das Volk. Die Richter sprechen nicht Recht. Sie brechen das Recht. Die Polizei schützt nicht den Bürger. Sie stürzt sich auf den Bürger. Das ist das, was Frau von der Leyen mit ihrem Neusprech von „regelbasierter Ordnung“ meint. Das ist sozusagen ein semantischer Staatstreich. Alle diese Menschen haben einen Eid auf die FDGO geschworen, die freiheitliche demokratische Grundordnung. Aber ihr Eid ist ein Meineid. Das sollte Konsequenzen haben!

Als Lehrer möchte man ihnen allen Nachhilfestunden anbieten, damit sie verstehen, was mit dem Begriff „Staatsdiener“ in einer Demokratie gemeint ist. Der Staat ist das Volk. Wir sind der Souverän – und nicht die nachgeordneten Staatsorgane. In einer freien Gesellschaft gibt es keine Diener, weil es keinen Herren gibt. Gemeint ist ein Förderer. Ein sogenannter „Staatsdiener“ ist folglich jemand, der die gemeinschaftlichen Interessen aller freien Menschen sicherstellt und fördert. Wenn ein Beamter den Büttel der Elite gibt, dann stellt er sich außerhalb jeder demokratischen Verfassung.

Darüber sollten auch meine Töchter und Söhne in Uniform hier ringsum einmal gründlich nachdenken.

Beamte sind nicht zu blindem Gehorsam verpflichtet. Jeder Beamte trägt grundsätzlich selbst die Verantwortung für die Rechtmäßigkeit dienstlicher Handlungen. Bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit einer amtlichen Weisung müssen Beamte remonstrieren. Das bedeutet: Die Bedenken müssen zunächst intern vorgebracht werden. Verweigert werden darf eine Anordnung, wenn sie zum Beispiel die Menschenwürde verletzt. Was in Deutschland seit zwei Jahren geschieht, das verletzt die Menschenwürde. Das verstößt gegen die UN-Charta der Menschenrechte. Schlimmeres gibt es nicht!

Ich werde heute nicht werde ich mit Zahlen argumentieren. Das ist zwar seit Jahren allseits in Mode, und das war auch zeitweilig notwendig. Heute macht das aber nicht mehr viel Sinn. Vielmehr lenkt es vom Wesentlichen ab und raubt uns Ressourcen. Nach zwei Jahren gründlicher Auseinandersetzung mit dem Geschehen ist es doch vollständig klar: Es geht nicht um die Gefahr durch ein Virus. Es geht auch nicht um die Gefahr für die Freiheit. Denn die ist uns längst geraubt worden. Es gilt, einen Kampf zu führen zur Wiedererlangung der bürgerlichen Freiheiten und darüber hinaus um deren künftige Sicherung gegenüber den totalitären Angriffen jener, welche sie quasi über Nacht kassiert haben.

Heinrich Heine schrieb 1844 in seinen Nachtgedanken: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schließen, und meine heißen Tränen fließen.“ Ja, auch die gegenwärtige Zeit raubt uns den Schlaf und bringt uns zum Heulen. Aber trotz alledem stehen wir auf. Denn wir haben nicht nur Albträume. Wir haben einen Traum, eine Vision, eine konkrete Utopie von einer besseren Gesellschaft. Diesen Traum wollen wir verwirklichen, Schritt für Schritt.

Martin Luther King ist Euch allen hier sicher ein Begriff. Martin Luther King sagte im Jahre 1963:

I Have A Dream. „(…) Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt werden. (…) Von jedem Berghang lass die Glocken der Freiheit läuten. Wenn dies geschieht, und wenn wir erlauben, dass die Glocken der Freiheit läuten und wenn wir sie von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt läuten lassen, werden wir diesen Tag schneller erleben (…)“

Martin Luther King propagierte den gewaltfreien Widerstand und den zivilen Ungehorsam. Das geschieht gerade in Ottawa. Solidarische Grüße nach Kanada! Lasst uns nicht nur träumen. Lasst uns in diesem Sinne handeln!

Ich läute die Glocken der Freiheit symbolisch mit meinen Worten. Alle diese habe ich zu einem Zeitdokument unserer Bürgerrechtsbewegung zusammengefasst unter dem Titel „Worte für Freiheit“. Diese Worte für Freiheit werden demnächst als Buch erscheinen. Vielleicht wird dieses Buch einmal einen Platz im Buchladen finden neben Titeln wie „Celle im Nationalsozialismus“, und zwar in der Rubrik „Celle im Neofaschismus“.


Nun komme ich in meiner Rede mit einem Hinweis für die Freunde meines Mittagsmagazins zum Ende:

Daddadadi-daddadadei. - „Celle am Mittag“, das ist nun vorbei. Die Redaktion verabschiedet sich von Euch mit herzlichem Dank für Euren Zuspruch. Es ist nicht mehr Mittag, aber auch nicht aller Tage Abend. Es ist nicht mehr „Deutschland im Herbst“. Es ist heute Deutschland im Winter, Deutschland im Dunkel. Aber ich sehe trotz alledem nicht Schwarz. Denn es wird ein Morgenrot geben. Stehen wir auf und gehen ihm entgegen! „Celle steht auf“ und geht auch im Jahre 2022 mutig seinen Weg.

© Reinhart Thomas, 12. Februar 2022





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