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Dimitrij Kapitelman zu Gast in Kunst&Bühne:„Russische Spezialitäten“

  • Extern
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Foto: Marie Amrei
Foto: Marie Amrei

 

CELLE. Bittersüß, zutiefst politisch und brandaktuell: Der renommierte Autor Dimitrij Kapitelman stellt in Kunst & Bühne am Nordwall seinen neuesten Roman „Russische Spezialitäten“ vor. In einer Zeit, in der alte und neue Kriege die Gesellschaft prägen, widmet sich Kapitelman mit seinem unverwechselbaren erzählerischen Gespür der Familie und der (Un-)Möglichkeit der Verständigung.

 

Die Geschichte führt tief in einen Mikrokosmos, der vielen vertraut und doch entrückt ist: Eine Familie aus Kyjiw verkauft russische Spezialitäten in Leipzig. Zwischen Wodka, Pelmeni, SIM-Karten und Matrosenshirts existierte lange Zeit ein irgendwie osteuropäisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Doch Letzteres ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine nicht mehr zu haben. Der Riss geht direkt durch die Familie: Die Mutter steht an der Seite Putins und glaubt der russischen Propaganda. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr als die russische liebt, keinen Menschen mehr als seine Mutter, aber auch keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt an diesem Zustand.

 

Obwohl es klugerweise abzuraten wäre, fährt er mitten im Krieg in die Ukraine zurück. Was soll er tun, wenn es nun einmal keinen anderen Weg gibt, um Mama vom Faschismus und den irren russischen Fernsehlügen zurückzuholen? Das Ergebnis ist ein Buch, wie nur Dimitrij Kapitelman es schreiben kann: tragisch, zärtlich und komisch zugleich.

 

Der Autor Dimitrij Kapitelman wurde 1986 in Kyjiw geboren und kam im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute lebt er als freier Journalist und Schriftsteller in Berlin. Bereits für seinen Debütroman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ (2016) erhielt er den Klaus-Michael Kühne-Preis. Sein gefeierter Nachfolger „Eine Formalie in Kiew“ (2021) wurde mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet. Sein aktueller dritter Roman „Russische Spezialitäten“ stand 2025 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.

 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und wird vom Lüneburgischen Landschaftsverband unterstützt.

 

Donnerstag, 10. September 2026, Beginn 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr, 15€.

Karten gibt es an der Abendkasse, im VIOLAS am Markt 9 und unter www.kunstundbuehne.de

 

Text: Kunst&Bühne e. V.

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