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„Die Luft ist raus“ – Keine Nachfrage nach Impfung


Utensilien Corona-Impfung
Foto: Peter Müller

CELLE. „Die Luft ist raus, die Nachfrage ist nicht da“, sagt Kreisrat Frank Reimchen im heutigen Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Kreistages. Fünf Impfteams sowie eine Einheit speziell für Kinderimpfungen stehen in Stadt und Landkreis zur Verfügung. Zwischen 150 und 200 Immunisierungen können diese theoretisch pro Tag durchführen. Doch die Auslastung liegt derzeit nach Aussage der Kreisverwaltung lediglich zwischen 30 und 40.

Als Gründe führt er an, dass ein Großteil der Einwohner mittlerweile geboostert sei und diejenigen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht bereit sind, das Angebot wahrzunehmen, nicht zu erreichen seien. „Wir machen trotzdem weiter“, macht Reimchen in seinem Bericht deutlich. Es werde geworben und man wende sich z.B. gezielt an karitative Einrichtungen, aber „es ist nicht viel Bewegung drin.“ An der Auswahl an Impfstoffen kann es nicht liegen. Sämtliche Varianten sind vorhanden, die Menge ist so groß, dass sich Überschüsse bilden. Große Hoffnungen hatte der Landkreis auf den Totimpfstoff „Novavax“ gesetzt. „Aber uns liegen nicht einmal 200 Anmeldungen vor“, berichtet Reimchen, der sich insgesamt unzufrieden mit dem Land Niedersachsen, das die Hoheit über die Impfung und alle anderen Corona-Maßnahmen innehat, zeigt.


Gerne hätte der Landkreis beispielsweise einen Teil der Mitarbeiter in den Impfteams für andere Aufgaben im Gesundheitsamt herangezogen. „Doch das Land sagt, es soll nicht sein“, äußert der Kreisrat mit dem Ausdruck des Bedauerns, denn der Arbeitsanfall im Gesundheitsamt sei weiterhin sehr hoch. Die Kontaktnachverfolgung könne man nur noch für die vulnerablen Gruppen gewährleisten.


Reimchen beantwortet die gezielten Fragen der Ausschussmitglieder, kommt aber auch auf eine generelle Veränderung im Umgang mit dem Virus zu sprechen: „Vielleicht ist es auch gar nicht unbedingt notwendig, dass jede Infektion gemeldet wird, dass nachverfolgt und Quarantäne angeordnet wird. Vielleicht müssen wir ganz anders umgehen mit der Krankheit, die ja bleibt.“


Eine Schließung von Einrichtungen als Konsequenz der einrichtungsbezogenen Impfpflicht schließt er aus. Wie hoch die Zahl der Angehörigen der Pflegeberufe, die sich nicht immunisieren lassen wollen gegen das Corona-Virus, in Stadt und Landkreis sei, ist nicht bekannt. „Die Folgefragen zu diesem Erlass werden bei uns abgeladen“, betont der Kreisrat, der erkennen lässt, dass noch Unsicherheit besteht, wie die Pflicht umgesetzt werden soll. Er sichert jedoch zu, dass da, wo im Interesse der Gesundheit gehandelt werden muss, auch gehandelt werde. „Wir schicken niemanden weg.“

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