„Die Bundeswehr gehört zu uns“: Winsen (Aller) begründet Patenschaft mit Abteilung der Unteroffizierschule in Wietzenbruch

WINSEN. Die Gemeinde Winsen (Aller) hat eine Patenschaft mit der XVIII. Inspektion Lehrgruppe D der Unteroffizierschule des Heeres in Celle-Wietzenbruch begründet. Am Donnerstag, 8. Oktober, besiegelten Bürgermeister Dirk Oelmann und Oberstleutnant Daniel Beer die neue Verbindung im Grooden Hus.
„Das ist heute nicht nur irgendeine Unterschrift oder die Übergabe einer Urkunde, sondern ein Bekenntnis der Gemeinde zu unserer Bundeswehr“, betonte Oelmann. Zur Feier waren neben einer Abordnung der Bundeswehr auch Mitglieder des Gemeinderates, Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehr, der Schützenvereine, des Heimatvereins und der Verwaltung sowie Trägerinnen und Träger des Bundesverdienstkreuzes eingeladen.
Anerkennung für den Dienst an der Gesellschaft
„Die Bundeswehr hat Achtung und Respekt verdient, denn sie bietet uns Schutz und Sicherheit – bei uns vor Ort und im Ausland“, erklärte der Bürgermeister. Ihre Angehörigen leisteten wichtige Arbeit, die nicht immer die nötige Wertschätzung erfahre. Sein Wunsch: „In Winsen sollen Soldatinnen und Soldaten für ihre wichtige Arbeit, die sie tagtäglich leisten, die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht.“
Die Patenschaft soll durch persönliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten mit Leben gefüllt werden – etwa bei Sport- und Kulturveranstaltungen, Tagen der offenen Tür oder bei örtlichen Festen. Ziel ist es, gegenseitiges Verständnis zu fördern und die Verbindung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung zu stärken.
Für Oelmann, der Ende Oktober aus dem Amt scheidet, ist die Patenschaft auch eine persönliche Herzensangelegenheit. Sein Vater diente als Soldat in Wietzenbruch, wo der Bürgermeister selbst als Kind viel Zeit verbrachte. „Ich finde es richtig schön, meine Amtszeit damit beschließen zu können, diese Patenschaft zu begründen.“ Seinem Nachfolger legte er die neue Verbindung ausdrücklich ans Herz.
Winsen (Aller) knüpft damit an eine lange Tradition an: Eine frühere Patenschaft mit der 5. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 332 in Wesendorf bestand mehr als 40 Jahre und endete erst mit der Auflösung des Regiments.
„Entscheidend sind die Begegnungen danach“
Oberstleutnant Daniel Beer dankte der Gemeinde und dem Gemeinderat für die offenen und vertrauensvollen Gespräche. Als die Einheit vor knapp einem Jahr den Wunsch nach einer Patenschaft geäußert habe, sei die Antwort nicht Skepsis gewesen, sondern: „Dann lernen wir uns doch erst mal kennen.“ Nach der Zustimmung der Bundeswehrführung und dem Beschluss des Gemeinderates konnte die Patenschaft nun offiziell besiegelt werden.
Beer betonte, dass Soldatinnen und Soldaten als Staatsbürger in Uniform Teil der Gesellschaft seien. Patenschaften könnten dazu beitragen, Distanz abzubauen und Menschen miteinander in Kontakt zu bringen. Gerade angesichts der aktuellen Diskussionen über Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit seien solche Verbindungen wichtig: „Eine Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft entsteht nicht allein dadurch, dass wir darüber reden. Sie entsteht durch Begegnung.“
Zur XVIII. Inspektion Lehrgruppe D gehören neben dem Stammpersonal regelmäßig rund 100 wechselnde Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer.
Ortsschild für die Kaserne, Fotografie für das Rathaus
Als Zeichen der Verbundenheit überreichte Bürgermeister Oelmann ein Ortsschild von Winsen (Aller), das künftig in der Kaserne hängen soll. Die Bundeswehr übergab im Gegenzug die unterzeichnete Patenschaftsurkunde und ein gemeinsames Bild der Soldaten mit dem Motto und den Abzeichen der Einheit. Das Bild soll künftig im Rathaus zu sehen sein. „Denn das ist das Bekenntnis, das wir hier ablegen: Die Bundeswehr gehört zu uns“, so Oelmann.
Ein erster gemeinsamer Termin könnte bereits der Volkstrauertag in Winsen sein. Der ursprünglich geplante öffentliche Appell in Meißendorf musste wegen einer kurzfristigen Lageänderung verschoben werden, soll aber möglichst noch in diesem Jahr stattfinden.
Zum Abschluss appellierte Oelmann an die Gäste: „Lassen Sie uns diesen Tag als Auftakt zu einer mit Leben und Respekt gefüllten Patenschaft verstehen.“
Text: Gemeinde Winsen (Aller)














