Demokratie beginnt mit dem Gespräch

CELLE. Was wünsche ich mir für unsere demokratische Gesellschaft? Was macht mir Sorgen? Und was kann ich selbst dazu beitragen, dass Demokratie lebendig bleibt? Am Freitag, 2. Oktober, ab 17 Uhr bietet die vhs Celle gemeinsam mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern die Möglichkeit, in den Austausch zu kommen – offen, ehrlich und auf Augenhöhe.
„Demokratie beginnt mit dem Gespräch. Es ist wichtig, Demokratie nicht nur als politisches System, sondern als etwas ganz Alltägliches zu erleben“, betont Enno Stünkel, Programmbereichsleiter für politische Bildung an der vhs Celle. So schafft die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten beispielsweise mit ihrer „Kick Dis Out Contact Zone“ einen Gesprächsraum, um über Ausgrenzung im Sport zu reden. Der neugegründete Verein Denk.Mal zeigt den Film „Ankommen in Celle“, bei dem es um Migration geht. Auch die Mobile Beratung Niedersachsen gegen Rassismus und für Demokratie beteiligt sich an dem Abend ebenso wie RIAS Niedersachsen – die Meldestelle für antisemitische Vorfälle.
Ausschließlich an (junge) Frauen richtet sich der kostenfreie Antidiskriminierungs-Workshop „Mein Empowerment-Koffer – Selbstbewusstsein stärken. Chance schaffen. Veränderungen bewirken“, der ebenfalls am 2. Oktober von 14 bis 17 Uhr in der vhs Celle angeboten wird. Anmeldungen sind mit der Kursnummer CE1200A auf www.vhs-celle.de oder per Mail an anmeldung@vhs-celle.de erwünscht.
„Wir möchten Menschen unterschiedlicher Generationen, Hintergründe und gesellschaftlicher Bereiche einladen, mit uns über Demokratie zu sprechen: über Meinungsfreiheit, Teilhabe, Toleranz und die Fragen, wie demokratische Prozesse im Alltag lebendig bleiben“, so Stünkel.
Mit dabei sind auch die „Omas gegen Rechts“, der Kinderschutzbund, das Jugendforum und das Präventionsteam der Polizeiinspektion Celle. Für das leibliche Wohl sorgen die Teilnehmerinnen des Projekts „Apfel, Kürbis & Co“ der vhs Celle, die erst vor Kurzem ein eigenes Kochbuch herausgebracht haben.
Ein „roter Faden der Demokratie“ verbindet die verschiedenen Angebote und Gesprächsanlässe des Abends. Den Auftakt bildet der Impulsvortrag „Die Zivilgesellschaft ist nicht neutral“ von Dr. Philipp Legrand, ein Thema, das auch beim Glücksrad der Gedenkstättenstiftung eine Rolle spielt. Projekte wie die ehrenamtliche Azubi-Unterstützung „HeyChance: vom Jobling zur
Fachkraft“ der vhs Celle und die „Perspektiven gegen Antisemitismus“ geben Anregungen zum Austausch.
„Demokratie gibt die Möglichkeit, die eigene Meinung zu äußern, anderen zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, erklärt der Organisator des Abends. Was passiert, wenn diese Werte missachtet werden, sehe wir zurzeit in den Vereinigten Staaten. „Die Zivilgesellschaft gerät zunehmend unter Druck. Umso wichtiger sind offene Räume, in denen Dialog, Beteiligung und neue Perspektiven möglich werden.”
Die „Lange Nacht der Demokratie“ versteht sich dabei ausdrücklich als Auftakt: Die Themen des Abends werden bis zum Jahresende in Workshops und weiteren Veranstaltungen aufgegriffen und vertieft. Das Residenzmuseum und das Kunstmuseum sowie das Projekt „Perspektiven gegen Antisemitismus“ werden eigene Veranstaltungen anbieten.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet in der vhs Celle, Trift 20, ab 17 Uhr statt. Alle Aktivitäten werden gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch den Landesverband der Volkshochschulen e.V./Kommunalpolitischen Vereinigungen.
Text: vhs














