Celler Artefakt auf Reisen: Brunnen aus „Tsellis“ wird am Bodensee restauriert
- Stefan Kübler
- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Es war ein Sensationsfund, der 2022 in Altencelle gemacht wurde: Bei archäologischen Ausgrabungen zwischen Gertrudenkirche und Apfelweg stießen Forschende auf die Überreste eines alten Holzbrunnens. Kurz darauf war klar, dass es sich dabei um Überbleibsel aus Celles mittelalterlicher Vorgängersiedlung „Tsellis“ handelte. Für die Erforschung der Stadtgeschichte ist dieser Fund von großer Bedeutung. Fast vier Jahre nach seiner Entdeckung geht der jahrhundertealte Holzbrunnen nun auf große Reise und wird bei einer Spezialfirma am Bodensee restauriert.
Passende Firma in Konstanz gefunden
Bis zum Start dieser Restaurierung war es ein weiter Weg. Um die alten Holzteile zu erhalten, mussten sie im Wasser gelagert werden. Das geschah zunächst in einem Teich und anschließend in zwei Containern der Celler Brunnenbau GmbH (siehe Foto). Ziel war jedoch die Gefriertrocknung der Objekte, um sie dauerhaft erhalten und öffentlich ausstellen zu können. Die Kapazitäten, um derart große Teile trocknen zu können, sind in Deutschland begrenzt. Und so fand sich erst vor kurzem ein Unternehmen in Konstanz mit ausreichend großen Behältern für das Vorhaben.
„Ganz schön mutig“
„Es ist super, dass es endlich losgeht“, freut sich Jan Klusmann von der Fördergemeinschaft Historisches Altencelle, der die Artefakte gemeinsam mit seinem Vereinskameraden Ulrich Raischies an den Bodensee transportiert. Aufgrund des Wetters habe man die Reise um einen Tag verschieben müssen. „Bei diesen Temperaturen ist das ganz schön mutig.“ Bislang laufe aber alles nach Plan, berichtete er CelleHeute am Mittwoch von unterwegs.
Restaurierung dauert zwei Jahre
Die Restaurierung der Brunnenteile in dem Fachbetrieb wird rund zwei Jahre dauern. Bei dem Vorgang wird zunächst das Wasser im Holz langsam durch eine Spezialflüssigkeit ersetzt, die das Material dauerhaft erhält. Anschließend wird die Gefriertrocknung gestartet. Die alternative Sandtrocknung hätte viele Jahre länger gedauert. Eine Trocknung an der Luft hätte die Objekte zerstört.

Celler Brunnenbaufirma unterstützt Projekt
Am Erhalt der historisch wertvollen Teile war die Celler Brunnenbau GmbH maßgeblich beteiligt. Das Unternehmen hatte nicht nur die beiden Container zur Lagerung bereitgestellt, sondern auch die Finanzierung des Projektes mit einer Großspende vorangebracht. Das Unternehmen sehe sich quasi in der Nachfolge der bis ins Mittelalter zurückreichenden Tradition des Brunnenbaus in Altencelle, sagte Geschäftsführer Dirk Wietfeldt vor dem Abtransport. Der Brunnen sei ein beeindruckendes Beispiel einer für die Zeit weit entwickelten Handwerkskunst.
Ausstellung in Gertrudenkirche denkbar
Nach seiner Rückkehr nach Altencelle soll der restaurierte Holzbrunnen dauerhaft der Öffentlichkeit präsentiert werden. Am besten in der Nähe des Fundortes, also beispielsweise im von der Stadt Celle geplanten Museumsdorf „Tsellis“. Bis zur Eröffnung wird es aber wohl noch etwas dauern, deswegen hat Jan Klusmann als Übergangslösung den Eingangsbereich der Gertrudenkirche vorgeschlagen. Erste Gespräche dazu seien bereits geführt worden.














