top of page
Premium-Sidebar-Hintergrund-580x740.jpg

Anzeigen

IKK classic
Top_Rectangle_300 x160 CH_be_happy.jpg
Top_Rectangle_300 x160 CH_be_happy.jpg

Bunter BBK-Kunst-Mix zur Wintersaison


Auftakt zur BBK-Winterausstellung Fotos: Peter Müller

CELLE. Das Thema ist gewichtig, anspruchsvoller geht es kaum. „ART. 5 die Freiheit der Kunst“ hat sich der Bund Bildender Künstler (#BBK) Celle für seine #Winterausstellung, die gestern in der Gotischen Halle eröffnet wurde, zum Motto erkoren. „#Kunst muss zu weit gehen, um herauszufinden, wie weit sie gehen darf“, sagte einst Heinrich Böll. Grenzüberschreitungen in diesem Sinne finden sich unter den Werken nicht. Grober Leitfaden oder ernsthafte Aufgabenstellung, die eine intensive Auseinandersetzung voraussetzt? Dieses interpretiert jedes BBK-Mitglied nach dem Gesamteindruck der Schau zu urteilen sehr unterschiedlich.


Martina Kleinert und Karl Thun stellen mit ihren Installationen einen engen thematischen Bezug her: Wie eine Referenz ans gegenüberliegende Lichtkunstmuseum und Überschrift zum großen Ganzen wirkt Martina Kleinerts Neon-Schriftzug „#Freiheit“. Ein Zitat des Philosophen Paul Watzlawick hat sie hinzugefügt: „Ich bin frei, denn ich bin einer Wirklichkeit nicht ausgeliefert, ich kann sie gestalten.“ Karl Thun zeigt die Gefahr der Manipulation auf, die Schreibmaschine wird fremdgesteuert, sie hängt am Buchstabentropf.


„Es ist nach wie vor nichts so wichtig wie die Freiheit der Kunst“, sagt der Vorsitzende Norbert Diemert in seiner Einführungsrede. Wo fängt diese an, wo hört sie auf? Sind Graffiti Kunst? Verortet sind sie eher im urbanen Raum als in der freien Landschaft. Niemand dürfte sich gestört fühlen, gar von Schmiererei sprechen, wenn er den Holzschuppen entdeckt im schneebedeckten Nirgendwo zwischen Acker und Wald. Unscheinbar und unwichtig, und doch ein Hingucker, Dietrich Klatt hat das mit Graffiti bemalte Objekt abgelichtet. Er sah ein Muster in den bunten großen Buchstaben vor der weißen Fläche. „Ist das Kunst oder kann das weg?“ „Heute gehören die Graffitis in den Bereich der Bildenden Kunst – die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen“, kommentiert er treffend.


Udo Strohmeyer bedient sich eines Rückgriffs auf die Kunstgeschichte und integriert die Fliege als ein traditionelles Zeichen für künstlerische Freiheit in sein großformatiges Bild „Metamorphose“. Klein und unspektakulär dagegen die Arbeiten von Roman Thomas und doch nicht minder sehenswert und wirkungsvoll: Das Ergebnis innerhalb von Jahren entstandener Fotoserien betitelt er mit „Tracks of Life“, keine Menschen, Natur-Struktur, Alltagsbilder, nicht der Rede oder des Drucks auf den Auslöser wert, mag mancher Betrachter sagen. Triste Wohnwagenkolonien, eine Topfblume als Farbtupfer im Siedlungsgrau.


Die gewichtigen Worte, die Schlosstheater-Ensemble-Mitglied Tanja Kübler für ihre Laudatio gewählt hat, sind das Gegenstück zu solcher Bescheidenheit und kleinen Fluchten aus der Alltagswelt. Sie zitiert den Artikel 5 des Grundgesetzes und Joseph Beuys und beleuchtet die Erzeugung von Kunst. Unter dieser, und zwar in musikalischer Form, lässt sich der Gesang des neu gegründeten Chores „Stimmwerk“ unter der Leitung von Hanna Mehls verbuchen. Er unterhielt die Gäste in der prall gefüllten Gotischen Halle zum Start dieser Schau exzellent.


BBK „ART. 5 Freiheit der Kunst“

Gotische Halle, Celler Schloss

Bis zum 29. Januar 2023

Di – So 12:00 – 16:00 Uhr

An den Feiertagen geschlossen



Commenti


Aktuelle Beiträge