Bundeswehr plant mehr Tierversuche: Deutscher Tierschutzbund warnt
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CELLE/BONN. Der Deutsche Tierschutzbund hat das Bundesministerium der Verteidigung in einem Schreiben aufgefordert, in der wehrmedizinischen Forschung und Ausbildung konsequent auf tierversuchsfreie Methoden umzusteigen. Anlass ist die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke „Versuchstiere bei der Bundeswehr“, in der aufgrund anhaltender geopolitischer Spannungen mit einem Anstieg von Tierversuchsvorhaben gerechnet wird.
„Tierversuche in der militärischen Forschung ausweiten zu wollen, ist das falsche Signal!“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Moderne, humanbasierte und tierversuchsfreie Methoden stehen bereits zur Verfügung und müssen konsequent weiterentwickelt und eingesetzt werden. Die letzte Bundesregierung war bereits dabei, eine Reduktionsstrategie für Tierversuche zu erarbeiten. Daran muss die aktuelle Regierung anknüpfen, statt an veralteten und unethischen Methoden festzuhalten, die nicht zuletzt auch ein Risiko für Menschenleben darstellen.”
Ergebnisse wissenschaftlich bedenklich
Das Tierschutzgesetz verbietet zwar Tierversuche zur Entwicklung oder Erprobung von Waffen, Munition und dazugehörigem Gerät, die medizinische Versorgung von Kriegsverletzungen darf jedoch an lebenden Tieren getestet werden. Untersuchungen zeigen schon seit Jahren die erheblichen wissenschaftlichen Unsicherheiten dabei: So bietet das Üben von Operationstechniken an Tieren kaum Mehrwert und kann bereits besser durch virtuelle Simulationen oder Dummies ersetzt werden. Die Bundesregierung gibt in ihrer Antwort zudem an, dass Tiere eingesetzt werden sollen, um die Folgen von Nervenkampfstoffvergiftungen zu erforschen und Wirkstoffe gegen entsprechende neuromuskuläre Störungen zu testen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies bedenklich: Die Ergebnisse derartiger Versuche sind nur schwer auf den Menschen übertragbar.
EU-Recht gebietet Ausstieg aus Tierversuchen
Das Bundesministerium der Verteidigung hat im Jahr 2024 294 Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Insbesondere kamen Ratten, aber auch Hunde und Schafe zum Einsatz. Zur genauen Verwendung gibt die Bundesregierung wenig bekannt und verweist darauf, dass die Informationen als Verschlusssache eingestuft sind. Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass nicht nur die EU als langfristiges Ziel einen vollständigen Ersatz von Tierversuchen vorgibt. Auch international zeichnet sich bereits ein Wandel ab: Gerade haben die USA ein Gesetz erlassen, dass untersagt, Katzen und Hunde zu militärischen Zwecken zu nutzen, und den Ausstieg auf Versuchen an Primaten vorsieht. Die Verwendung von Tieren für bestimmte militärische Ausbildungszwecke wurde bereits beendet.
Text: Tierschutzbund














