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Betty Garcés sagt „Auf Wiedersehen“ und dankt Celle


Sopranistin Betty Garcés und Pianistin Sophia Munoz im Rittersaal des Schlosses Fotos: Peter Müller

CELLE. Welch eine Herzlichkeit durchströmt den Rittersaal des Celler Schlosses an diesem Nachmittag, wenn sie spricht. Welch eine Tiefe, Hingabe und Intensität vermittelt sich ihrem Publikum, wenn sie singt. Welch ein außergewöhnliches Konzert hat die #RWLE #Möller #Stiftung mit dem Auftritt von Betty #Garcés und Sophia #Munoz den Cellern geschenkt.


„Summertime“ – erst ganz am Ende als Zugabe bringen die beiden Musikerinnen diesen Klassiker von George Gershwin, der flirrende Hitze und alles, was im besten Sinne, ganz ohne Klimawandel, zum Sommer gehört, vorm geistigen Auge entstehen lässt. Das knallig-rote Kleid der Sopranistin unterstreicht die Bilder im Kopf.


Doch zuvor schöpft das Duo mit Sophia Munoz am Flügel aus einem Repertoire, das sich den Themen Abschied, Einsamkeit und Tränen widmet. „Das sind meine Lieblingslieder, so wunderbar handelnd von den verschiedenen Facetten des Lebens“, sagt Betty Garcés über die sogenannten „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauß (1864-1949) „Frühling“, „September“, „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“. Auch Richard Wagner gehört zu ihren favorisierten Komponisten.


Es ist ein Höhepunkt des Konzerts, als sie kurz zurückgeht in ihre Ausbildungszeit im Heimatland Kolumbien. „Ich wusste doch gar nicht, was Opern sind“, berichtet sie. „Aber meine Professorin nahm mich mit zu sich nach Hause, und sie spielte mir vor.“ Die in der jungen Frau schlummernde Leidenschaft für diese spezielle Art des lyrischen Liedgesangs bekam Nahrung, das Talent konnte sich entfalten, der Grundstein für eine Karriere, die sie in die Welt hinaustrug, war gelegt. Sie wirkte an internationalen Musikproduktionen mit, war gerade zu Beginn des Jahres 2020 auf dem Weg zu einer China-Tournee, als sie von der Corona-Pandemie ausgebremst wurde.


Sie strandete in Celle. „Wohin als Nicht-Europäerin, als Künstlerin, die ihren jeweiligen Aufenthaltsstatus und die Wohnadresse oft erst in Verbindung mit Aufführungsorten und künstlerischen Aufenthalten zugewiesen bekommt“, erläutert als Repräsentant der veranstaltenden RWLE Möller Stiftung Oskar #Ansull zur Einführung. Betty Garcés traf auf Sabine Schöllchen von der Kultur Tri(f)ft, diese stellte den Kontakt zu Ansull her. Ganz im Sinne des Stifters entschieden sich die Verantwortlichen, der Künstlerin ein dreijähriges Stipendium zu gewähren. „Künstler“, das war für RWLE Möller nicht nur eine Berufsbezeichnung, sondern eine Lebenshaltung, erzählt Oskar Ansull. „Er hat sich für Flüchtlinge und Fremde (insbesondere in Celle) eingesetzt.“ Vor diesem Hintergrund traf das gewährte Stipendium den Nerv des intendierten Stiftungsanliegens im besten Sinne.


Für Betty Garcés war es ein Rettungsanker. „Mir fehlen die Worte“, sagt sie am Ende des Konzertes. Sie hat sich ja schon bedankt bei den Cellern mit ihrer großartigen Musik, für die stehend applaudiert wird. Aber sie möchte auch noch etwas sagen, ihren riesigen Dank aussprechen. „Ihr habt mich, eine unbekannte Kolumbianerin angenommen, mich akzeptiert“, blickt sie zurück. Eine tolle Celler Geschichte, die weitergeht. Als Abschiedskonzert war ihr Auftritt angekündigt. Sophia Munoz, die exzellent begleitete, sagt den entscheidenden Satz des Abends: „Es ist kein Abschied, es ist ein Auf Wiedersehen!“



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