Altkleidersammlung in Celle: Ansturm auf ZAC - Neues System möglicherweise 2027
- Stefan Kübler
- 26. Juni
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Wer in Celle alte Kleidung entsorgen möchte, muss seit einiger Zeit umplanen. In weiten Teilen des Landkreises sind gewerbliche und karitative Altkleidercontainer abgebaut worden. Insbesondere auf öffentlichen Flächen in der Stadt Celle sind nach Angaben des Zweckverbands Abfallwirtschaft (ZAC) alle Behälter verschwunden. Altkleider und Textilien müssen nun zu einer Entsorgungsanlage gebracht werden. Davon machen die Menschen im Landkreis Celle offenbar verstärkt Gebrauch, denn an allen Anlagen des ZAC werden derzeit sechsmal mehr Altkleider als sonst abgegeben.
„Das System funktioniert.“
In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 seien auf den Entsorgungsanlagen 125 Tonnen Alttextilien gesammelt worden. Im gleichen Zeitraum 2025 seien es nur 20 Tonnen gewesen, wie ZAC-Geschäftsführer Konrad Heemskerk bei der jüngsten Verbandsversammlung erläuterte. Die Prognose liege bei 300 Tonnen pro Jahr. Spitzenreiter sei die Anlage in Altencelle, danach folgten Hambühren, Hermannsburg und Höfer. Ein Problem seien die großen Mengen nicht. „Das System funktioniert“, so Konrad Heemskerk.
Angebot für Kommunen wird nicht angenommen
Gar nicht in Anspruch genommen werde dagegen das Angebot des ZAC, Kommunen für eigene Sammelaktionen günstige Container zur Verfügung zu stellen. Bei denen müsste nur der Transport bezahlt werden, die Entsorgung sei kostenlos. „Das hat keiner bisher genutzt“, sagte Konrad Heemskerk. Auch bei Gesprächen mit den Mitgliedskommunen des Landkreises sei davon abgesehen worden, auf diese Möglichkeit zurückzugreifen. Widerspruch kam aus dem Plenum der Verbandsversammlung. Der Ortsrat Wietzenbruch habe für September eine solche Sammelaktion für Altkleider geplant, hieß es.
Hersteller sollen Kosten für Altkleidersammlung übernehmen
Wie geht es weiter mit der Altkleidersammlung in Celle? Das Bundesumweltministerium hat inzwischen ein Eckpunktepapier für ein Textilgesetz herausgebracht. Laut Konrad Heemskerk soll in dem Gesetz die erweiterte Verantwortung der Hersteller bei der Entsorgung von Textilien verankert werden. Die Kosten für die Sammlung und Verwertung sollen dann von den Bekleidungsunternehmen und nicht mehr von den Kommunen getragen werden. Dazu sollen sich die Hersteller in Organisationen zusammenschließen, die Logistik und Finanzierung übernehmen.
Neues Gesetz für 2027 geplant
Nach EU-Vorgaben müsse ein neues Textilgesetz spätestens am 17. April 2028 in Kraft treten. Das Bundesumweltministerium plane die Einführung jedoch bereits für Juni 2027. Ziel sei, Fast Fashion zu reduzieren und eine Kreislaufwirtschaft für Textilien aufzubauen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte das bedeuten, dass wieder überall Altkleidercontainer aufgestellt werden.














