Altenceller Brunnen soll mit Spendengeldern konserviert werden


Fotos: Peter Müller

CELLE. Als Beitrag zum Tag des offenen Denkmals wurden bei der Gertrudenkirche in Altencelle heute durch die Archäologin Dr. Cornelia Lohwasser und Dietrich Klages von der Fördergemeinschaft Historisches Altencelle aktuelle archäologische Untersuchungen mit einem rund 800 Jahre alten Brunnen präsentiert.

Bei Ausgrabungen im Nordwesten Altencelles entdeckten die ausführenden Archäologen zwei bisher unbekannte vorgeschichtliche Siedlungen. Außerdem stieß man erneut in Randbereiche des mittelalterlichen Tsellis vor, von dem sich neben weiteren Hausgrundrissen auch zugehörige Brunnen fanden. Einer dieser Brunnen soll mit Hilfe von Spendengeldern fachmännisch konserviert werden. Eine Herausforderung besteht darin, ihn – laienhaft gesagt – „trockenzulegen“, denn der gute Erhaltungszustand ist der dauerhaften Feuchtigkeit im Untergrund zu verdanken, während der obere Teil, der Feuchtigkeitsschwankungen unterlag, bereits angefault ist.


„Der Brunnen war ein wichtiger Bestandteil einer Hofstelle und hielt jederzeit sauberes Wasser bereit. Er ist ein einzigartiges, besonders großes und voluminöses Stück der mittelalterlichen Vergangenheit Celles“, sagte Lohwasser.

Für die Fördergemeinschaft Altencelle ist die Erhaltung deshalb von hoher Bedeutung. „Unser Anliegen ist es, den Brunnen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Konservierung des Brunnens soll ein erster Schritt sein, um die alte Stadt ‚Tsellis‘ durch geeignete Vermittlung in irgendeiner Form lebendig werden zu lassen“, so Vorstandsmitglied Klages.


Die Konservierung solcher historischen Hölzer, durch die aus Nassholz ein „trockenes“ Ausstellungsobjekt gemacht wird, sind kostenaufwendig: Für den Brunnen steht eine Schätzung von 15-20.000 € im Raum. Diese Mittel sollen über private Spenden finanziert werden.

Koordiniert wird die Spendenaktion durch den Celler Museumsverein als Projektträger. „Es gehört seit der Vereinsgründung zu unseren ureigenen Aufgaben, den Erhalt historischer Objekte zu unterstützen, die für Celle und die Region von besonderer Bedeutung sind. In diesem Fall arbeiten wir Hand in Hand mit dem Altenceller Verein zusammen“, sagte der Vorsitzende Ulrich Kaiser.


Wo der Brunnen künftig ausgestellt wird, ist bisher noch offen. „Hier sind verschiedene Optionen denkbar, etwa in einer Sonderausstellung oder auch in der Nähe des Fundortes“, meinte der Direktor des Bomann-Museums, Stefan Daberkow. Dabei könne der Ausstellungsort durchaus wechseln, wenn die Konservierung erst einmal erfolgt ist und der Brunnen damit dauerhaft als ausstellungsfähiges Objekt gesichert ist.

Unterstützung kommt auch von der Stadt Celle, die als zuständige Kommune und untere Denkmalschutzbehörde in mehreren Funktionen eingebunden ist. „Insgesamt finden wir alle Ausgrabungen hier in Altencelle sehr spannend und zeigen uns offen, diese einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu präsentieren. Wir werden dieses Projekt im Rahmen unserer Möglichkeiten deshalb gerne begleiten, denn es handelt sich um ein außergewöhnliches Einzelstück aus der Vorgeschichte unserer Stadt“, sagte Stadtbaurätin Elena Kuhls.


Konkret bedeutet das zum Beispiel Amtshilfe in praktischen Belangen. So lagerte der Brunnen zuletzt in einem städtischen Wasserbecken, wohin er nach der öffentlichen Präsentation durch das Grünflächenamt auch wieder zurückgebracht wird – vorübergehend, denn mit Erreichen des Spendenziels kann der Brunnen hoffentlich bald dauerhaft aus seiner feuchten Versenkung geholt werden und sich einer noch größeren Öffentlichkeit präsentieren.

Eine erste große Spende bilde dabei bereits den Grundstock: Die Anwesenden dankten Hubertus Blume, vielen bekannt als Herausgeber des beliebten Magazins „Landluft“, der zu den ‚Initialzündern‘ der Spendenaktion gehörte. Er hatte den Ausgrabungen in der neuesten Ausgabe einen großen Bericht gewidmet und war auf Anhieb fasziniert von den Brunnenfunden. Gerne wolle er deshalb zur Konservierung beitragen, und hofft, weitere Spenderinnen und Spender begeistern zu können.


Die Fragen der zahlreich erschienenen Gäste und die Gespräche im Anschluss an die Präsentation hätten deutlich gemacht, wie groß das Interesse an den Ausgrabungen sei, auch über den Brunnen hinaus.

Spenden für die Brunnenkonservierung können ab sofort überwiesen werden auf folgendes Konto: Museumsverein Celle e. V., IBAN DE14 2695 1311 0000 2857 91, (BIC NOLADE21GFW). Stichwort: Altenceller Brunnen. Die Spenden seien von der Steuer absetzbar. Bis 300 € reiche dafür die Einzahlungs- bzw. Überweisungsquittung. Wer eine Spendenbescheinigung benötige, müsse bei der Spende Namen und Anschrift angeben. Fragen zu den Spenden können an den Schatzmeister des Museumsvereins, Rainer Voss, gerichtet werden: pannevoss@t-online.de. Für fachliche Fragen zum Brunnen wenden Sie sich bitte an den Vorsitzenden der Fördergemeinschaft Historisches Altencelle e. V., Günter Wenzel, unter fha-altencelle@t-online.de.


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