70 Jahre Johanniter-Ortsverband Celle




CELLE. Am Wochenende feierten die Johanniter am Celler Behrenskamp ein Sommerfest, um sich an die Anfänge zu erinnern und das Heute zu feiern. Heute ist die JUH in Celle in der Ambulanten Pflege, im Rettungsdienst im Landkreis Celle und im Bevölkerungsschutz tätig. Dazu u.a. zwei Kitas, zwei Senioren-Wohngemeinschaften, Menüservice und Hausnotruf.

Zusammen mit den beiden Johanniter-Regionalvorständen Harz-Heide, Dirk Gähle und Sven Heine, begrüßte Dienststellenleiter Henning Hamann, der seit 15 Jahren die Geschicke des Ortsverbands leitet, und Ortsbeauftragter Christoph te Uhle zwischen Sommerregen und Sonne die Gäste, unter ihnen die beiden Landtagsabgeordneten Thomas Adasch und Jörn Schepelmann.


Alles nahm seinen Anfang im Ehrenamt: 1952 begannen die Johanniter in Celle mit der Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe. Damals gab es zum Beispiel noch keine Pflicht für Führerscheinbewerber, sich in Erster Hilfe auszubilden, diese kam erst 1967. So gab es auch noch keinen geregelten Rettungsdienst, keine Rettungsleitstelle und keine Notrufnummer 112.

Der Johanniterorden und die britische Rheinarmee hatten Vorgespräche geführt und 1952 wurde die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Hannover gegründet und im April ins Vereinsregister eingetragen. Noch im selben Jahr wurden auch die Celler aktiv. Damit ist der Ortsverband Celle einer der ältesten in Deutschland.

1956 wurde hier die erste Helfer-Gruppe aufgestellt und ein Jahr später nahm die Stadt Celle die JUH in den Katastrophenschutz-Einsatzplan auf. Ein erstes Sanitätszelt für Großveranstaltungen gab es 1964. Künstliche Beatmung konnte an einem „Phantom“ geübt werden. Und 1966 das erste Fahrzeug: Der VW T1 Bulli mit dem Kennzeichen CE – CH 298, ein vier Jahre alter Behelfskrankenwagen, konnte in Betrieb genommen werden.

Ein Sommerfest mit Gratulanten


Landrat Axel Flader, der jetzt auch die Dienststelle am Behrenskamp kennt, betonte in seinem Grußwort, er wisse die Johanniter als verlässlichen Partner an der Seite des Landkreises. Ob im Rettungsdienst, beim Impfen und Testen in der Pandemie, bei der Flüchtlingshilfe: „Wenn wir Unterstützung benötigen, wissen wir, an wen wir uns wenden können. Herzlichen Dank dafür." In den nächsten Monaten kämen viele Herausforderungen – Gasmangellage, Corona, Härtefallfonds usw. – auf die Gesellschaft zu. „Lassen Sie uns gemeinsam ein waches Auge darauf haben, wo Hilfe benötigt wird,“ Bürgermeister Alexander Wille überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters Jörg Nigge und verriet: „Blaulicht liegt mir am Herzen!“, denn durch eigene Tätigkeiten in diesem Bereich, habe er immer einen besonderen Bezug zu Hilfsorganisationen.

Regionalvorstand Dirk Gähle bedankte sich bei Stadt und Landkreis für die konstruktive Zusammenarbeit und unterstrich: „Wir fühlen uns wohl in Celle!“ So bedankte er sich auch bei den treuen Kundinnen und Kunden, den Anvertrauten und besonders bei den ehren- wie hauptamtlich Mitarbeitenden. „Bei aller heutigen Technik: Wir sind hier und real, wir haben eine feste Adresse, wir sind aus Fleisch und Blut und jederzeit für die Menschen da.“ Gähle schätzt den Rückblick und das Wissen darum, woher man komme. Dies sei nicht nur bedeutend für die Identität und die Bindung untereinander, sondern für die Gegenwart und erst recht für die Zukunft, um bei den kommenden Herausforderungen bestehen zu können.

Henning Hamann zeigte in seiner Moderation auf, wie stark sich die Angebotspalette im Dienst für den Menschen in Celle erweitert hat und welche sinnstiftende Tätigkeit im ehrenamtlichen Engagement und im hauptamtlichen Bereich wie Pflege, Kita und Rettungsdienst liege. Auch Johanniter-Landespfarrerin (Landesverband Niedersachsen und Bremen) und Cellerin, Inge Matern, wies darauf hin, welche Kraft im Dienst für den Mitmenschen steckt – „im Leben und mit Liebe zum Leben!“



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