Zukunft weiter ungewiss: Wildpark Müden legt eigene Entwicklung auf Eis
- Stefan Kübler
- vor 3 Minuten
- 2 Min. Lesezeit

MÜDEN/ÖRTZE. Der Blick von Thomas Wamser, Geschäftsführer des Wildparks Müden, ist in die Zukunft gerichtet. Er möchte den einzigen Tierpark im Landkreis Celle weiterentwickeln. Ein Gehege für Luchse hätte er gerne, vielleicht auch ein paar Schlangen oder ähnliches. Doch statt Weiterentwicklung stehen die Zeichen aktuell auf Stagnation. Durch die vom Landkreis Celle geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 55.600 Euro sieht er seinen Wildpark vor einer ungewissen Zukunft. Daran ändert auch die anonyme Spende von 55.000 Euro kurz vor Weihnachten erst einmal nichts.
„Es geht gerade keinen Schritt nach vorn.“
Dabei gab es zuletzt positive Signale aus der Kreisverwaltung. Unter Auflagen werde beabsichtigt, dem Wildpark die ausstehende Zoogenehmigung zu erteilen, hieß es in einer Mitteilung. Voraussetzung sei die Hinterlegung eben jener Sicherheitsleistung. Der Geschäftsführer ist inzwischen bereit, die geforderte Summe zu zahlen. Weil damit aber nur der gegenwärtige Streit beigelegt wird und die Zukunft weiter ungewiss bleibt, hat er die Weiterentwicklung des Parks zumindest gedanklich erstmal auf Eis gelegt. „Ich egalisiere die Vergangenheit“, beschreibt Thomas Wamser die aktuelle Situation. „Es geht gerade keinen Schritt nach vorn.“
Zoogenehmigung nur für einen Teil des Wildparks
Das neueste Problem laut Wamser ist, dass die angebotene Zoogenehmigung offenbar nur für zwei Drittel des Parks gelten sollen. Die Volieren für die Vögel und der Platz für die Flugschauen seien aufgrund einer neuen bundesweiten Verordnung erst einmal außen vor gelassen worden. Dabei gehe es um aktualisierte Haltungsbedingungen für Eulen und Greifvögel. Sobald diese umgesetzt würden, könnte die Genehmigung für den gesamten Park gelten. Der Gesetzgeber habe dafür eigentlich eine Frist bis 2034 erlaubt. Dass der Landkreis das jetzt gleich mitgemacht haben möchte, nimmt der Wildpark mit Resignation zur Kenntnis.
Zieht Wildpark Müden in anderen Landkreis um?
Das Gefühl, auf der Stelle zu treten, sei aktuell Teil des Tagesgeschäfts. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Thomas Wamser. Bei Instagram hat der Wildparkchef bereits laut über Konsequenzen nachgedacht. „Wenn dieser Wildpark sich in diesem Landkreis mit dieser Verwaltung nicht entwickeln soll, (…) dann muss man gucken, wo kann sich das Unternehmen an anderer Stelle etablieren“, sagt er in einem Video. Bahnt sich da ein Umzug des Wildparks Müden in einen anderen Landkreis an? Nein, sagt Thomas Wamser. Die Aussage sei auf das gesamte Unternehmen, die TIPADA-Group, bezogen gewesen, das neben dem Wildpark auch aus einer Eventfalknerei und einem Online-Shop besteht und neben Tiershows auch Unterstützungsdienstleistungen für andere Zooeinrichtungen anbietet.
20 Jahre Erfahrung bei Unterstützung von Tierparks
Ein Ende des Wildparks Müden ist derzeit also nicht in Sicht. Eine Weiterentwicklung aber ebenso wenig. Die Geschäftsführung stellt sich nicht mehr grundsätzlich gegen eine Sicherheitsleistung, macht aber deutlich, dass eine Erweiterung des Angebots dadurch unwahrscheinlich wird. Eher würde man sich andere Partner suchen, um sich als Gesamtunternehmen weiterzuentwickeln. Unterstützung für andere Tierparks, auch bei Aufbau und Abwicklung, sei seit 20 Jahren Teil des Geschäftsmodells. Vergangene Woche ist eine geforderte Stellungnahme zum ersten Entwurf einer Zoogenehmigung abgegeben worden. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten.













