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"Willkürliches Auswahlverfahren" - Frust bei DRK-Kindergärten in Flotwedel


Kindergarten, Bälle
Foto: lisalucia / stock.adobe.com

EICKLINGEN. Zu- und Absage an einem Tag im Postkasten - Familie Krüger aus Eicklingen ist irritiert und frustriert. Zunächst die Zusage für den jüngsten Sohn für einen Ganztagsplatz in der DRK-Krippe „Zwergenkiste“. Am gleichen Tag die Absage für den älteren Sohn, der sich auf den DRK-Kindergarten „Rappelkiste“ gefreut hatte. "Dass es zu wenig Kindergartenplätze gibt und der Mangel an guten ErzieherInnen beachtlich ist, ist mir bewusst", zeigt sich Annemarie Krüger verständnisvoll. "Worum es mir vielmehr geht, ist die mutmaßliche Willkür, mit der die Plätze vergeben werden."


Es gebe ein Punktesystem, nach dem ermittelt wird, welche Kinder die Plätze bekommen, wenn nicht ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Dieses Punktesystem bevorteilt z.B. Alleinerziehende und Berufstätige. Darüber hinaus erhalten Kinder Punkte, wenn Geschwisterkinder im gleichen Ort ganz- oder halbtags betreut werden. "Nach einem Telefonat mit dem KiGa-Leiter der „Rappelkiste" ergab sich, dass offenbar Kinder, die bereits Geschwister in derselben Einrichtung haben, mehr gewichtet werden. Ergo haben die ältesten Geschwisterkinder immer einen Nachteil, weil sie nunmal keine noch älteren Geschwister vorweisen können", so die Mutter. Dieser „Geschwisterbonus“ scheint so schwer zu wiegen, dass sogar jüngere Geschwisterkinder, die noch nicht mal das dritte Lebensjahr vollendet haben, einen Ganztagsplatz zugesagt bekommen haben .Nach aktuellem Recht können diese Kinder weiterhin die Krippe besuchen und müssen nicht zwingend in den KiGa wechseln.


"Diese Art der Wertung ergibt sich aus keinem Gesetz und auch nicht aus dem angewendeten Punktesystem, sondern scheint willkürlich von der Einrichtung umgesetzt zu werden. Eine Antwort auf meine Frage, wer bei Punktegleichstand final über Zu- und Absage entscheidet, habe ich nicht bekommen", so die Eicklingerin. "Machtlos und ausgeliefert"


"Eicklingens Bürgermeister Jörn Schepelmann ist bereits mit viel Engagement dabei, um uns Eltern eine realistische Lösung anbieten zu können und suchte ein persönliches Gespräch mit von Absagen betroffenen Eltern. Aber die Samtgemeinde ist bemerkenswert bequem in der Angelegenheit." Hier habe man lediglich Kiga-Plätze in Langlingen oder Bockelskamp angeboten, rund 11 Kilometer entfernt.

"Ich fühle mich unheimlich machtlos und bin der Entscheidung des DRK schlichtweg ausgeliefert. Mein Familienleben hat das Nachsehen; meinen Job kann ich nicht ausüben, weil ich meine nötigen wöchentlichen Arbeitsstunden nicht erbringen kann", so die zweifache Mutter, die sich nun als letzten Weg hilfesuchend an CELLEHEUTE wendet. Wir fragten nach und erhielten umgehend Antworten - wie gewohnt unzensiert und unkommentiert:

"Unglücklich über die Situation"

Samtgemeindebürgermeister Frank Böse: "Auch ich bin unglücklich über die Situation und kann den Ärger der Eltern verstehen. Für die Zukunft werde ich dem Rat der Samtgemeinde Flotwedel Alternativen vorschlagen, um den Kindern langfristig eine Betreuunggewährleisten zu können. Ob ich allen Wünschen gerecht werden kann, bleibt abzuwarten.

Zur aktuellen Situation findet morgen früh in einer Kuratoriumssitzung mit dem DRK und nachmittags im Samtgemeindeausschuss eine Beratung über die Schaffung zusätzlicher Betreuungsmöglichkeiten statt. Ich gehe davon aus, danach Angebote machen zu können, die im Sinne der Familie sein dürften." "Es greift das Vergabesystem nach Punkten" Das DRK ließ ihre Antwort über Bürgermeister Böse ausrichten: Als einer von drei Träger haben wir im Bereich der Samtgemeinde Flotwedel sechs Kindertageseinrichtungen mit insg. 348 Plätzen. Die Anzahl der Plätze in Krippen-, Kindergarten- und Waldgruppen, die zum Beginn des Kindergartenjahres zum 01.08. zur Verfügung stehen, ist jedes Jahr unterschiedlich. Dies hängt vom Wechsel der Kinder, auch trägerübergreifend, zwischen Krippe und Kindergarten sowie von der tatsächlichen Einschulung ab. Wir freuen uns, wenn wir bei der Anmeldung der Kinder die Wünsche der Eltern erfüllen können, dies ist allerdings nicht immer in der Wunscheinrichtung mit den Wunschbetreuungszeiten möglich. In solchen Fällen greift das mit der Samtgemeinde abgestimmtes Vergabesystem nach Punkten, was einheitlich von allen Einrichtungen trägerübergreifend Anwendung findet. Hierbei werden Punkte vergeben, wenn bestimmte Kriterien, wie z.B. Berufstätigkeit der Eltern, Geschwisterkinder bereits in der Betreuung, Wohnort, Wechsel zwischen Krippe und Kindergarten, erfüllt sind. Außerdem spielt das Alter des Kindes eine Rolle. Beim Gleichstand werden weitere Kriterien berücksichtigt, wie z.B. pädagogische Aspekte, detailliertere Betrachtung des Alters oder der Betreuungsort der Geschwisterkinder. Eicklingens Bürgermeister Jörn Schepelmann: "Seitens der Politik sind wir dran, aber der Bereich Krippe und Kita liegt in der Verantwortung der Samtgemeinde. Die Gemeinde Eicklingen ist also nicht verantwortlich, gleichwohl agiere ich als dortiges Ratsmitglied und mein Interesse als Eicklinger Bürgermeister liegt natürlich da, dass wir in Eicklingen genug Plätze haben.

Morgen Vormittag findet die Kuratoriumssitzung statt, zu der ich bereits einige Fragen eingereicht habe. Die Kommunikation verläuft seit Jahren sehr unbefriedigend. Dies muss m.E. dringend geändert werden. Am Ende darf es nicht sein, dass durch verschickte Absagen der Träger (ohne Kenntnis der Politik) in Reihen der Elternschaft alljährlich große Verunsicherung ausgelöst wird, während wir in der Folge jedes Jahr die Probleme lösen. Auch für dieses Jahr und darüber hinaus für die Zukunft, arbeiten wir an Lösungen. Hierzu bedarf es Eicklingen weiterer Gruppen für Krippe und Kita. Morgen Nachmittag tagt dazu der Samtgemeindeausschuss, wo wir eine Lösung beschließen werden."




1 Comment


Das Auswahlverfahren ist keineswegs willkürlich, denn es folgt einem fest definierten Punktesystem. Über die Sinnhaftigkeit des Punktesystems kann man natürlich streiten, dies würde aber nichts an der Tatsache ändern, dass schlichtweg zu wenig Betreuungsplätze vorhanden sind. Hätte Familie Krüger eine Zusage bekommen, hätte im Umkehrschluss eine andere Familie dafür eine Absage bekommen.


Das Problem liegt einzig und allein darin, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen das Angebot übersteigt. Die Samtgemeinde hat es schlichtweg verschlafen das Angebot an Betreuungsplätzen zeitnah auszubauen. Angesichts des Neubaugebietes in Eicklingen mit vielen jungen Familien war eine steigende Nachfrage an Betreuungsplätzen vorhersehbar, zumal die Plätze bereits vorher nicht ausreichend waren. Leittragende sind die Eltern und Kinder sowie der neue KiGa-Leiter der „Rappelkiste", welcher sich nun den Frust…


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