Vom Hobby zum Lebensinhalt: Freizeit-Meteorologe erklärt „Wetter für Celle“
- Stefan Kübler
- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. „Gewitter, Wolken und Sturm haben mich schon immer fasziniert“, sagt Pierre Heinrichs aus Celle. „Schon als Kind wollte ich wissen, warum es im Herbst mehr Sturm gibt als im Sommer.“ Und so habe er schon früh Wetterkarten studiert, Ereignisse am Himmel auf Fotos und Videos festgehalten und sich Wissen angeeignet. In der Schule sei er als „Wetterfrosch“ bekannt gewesen. In Facebookgruppen fing er an, Bilder zu teilen und Beiträge zu erstellen. Doch ihm fehlte immer ein eigener Wetterdienst für Celle. Und so gründete er im Mai 2025 kurzerhand seinen Blog „Wetter für Celle“, dem bei Facebook bereits gut 4700 Menschen folgen.
Eigene Vorhersagen während Tief „Elli“
Während des Tiefs „Elli“ Anfang Januar sind besonders viele Menschen auf die Vorhersagen und Einschätzungen des Hobby-Meteorologen aufmerksam geworden. Die markante Wetterlage hatte Norddeutschland mit Schnee, Glatteis und Dauerfrost tagelang im Griff. Pierre Heinrichs versuchte in dieser Zeit, die Vorhersage auf Celle herunterzubrechen und eine realistische Einschätzung für unsere Region zu geben. Für ihn war „Elli“ kein ausgewachsenes Unwetter. „Markant waren die starken Windböen in Verbindung mit dem Pulverschnee“, sagt der 32-Jährige. „Das Glatteis ging. Ich dachte, das wird krasser.“

Bundesweit vernetzt und alle Wettermodelle im Blick
Der Wetterexperte ist gegen unnötige Panikmache und möchte stets eine realistische Einschätzung des Wettergeschehens für Celle und den Landkreis geben. Er hat ständig alle möglichen Wettermodelle im Blick, ist bundesweit mit anderen Wetterdiensten vernetzt und kooperiert mit Unwetterportalen und Informationsdiensten. USA, Deutschland, Schweiz, Japan – viele Länder hätten eigene Wettermodelle, die häufig voneinander abwichen. Oft würden sich Tage vorher heftigere Ereignisse andeuten, als diese dann am Ende wirklich eintreten, sagt Pierre Heinrichs. Auch diese Zusammenhänge möchte er zeigen. Er betont: „Ich habe das nicht studiert, sondern mir alles selbst angeeignet.“
„Lasst uns doch auch mal über die Sonne sprechen.“
Diese Ehrlichkeit kommt gut an. Nicht ohne Grund hat es der Wetterfrosch in nur acht Monaten auf mehrere tausend Follower gebracht. Und das ohne Werbung und finanzielle Investitionen. „Das ist einfach so gekommen. Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt er. Überhaupt ist er stolz auf seine Community. „Das ist sehr harmonisch, es gibt keinen Streit.“ Und genau deswegen mache diese ehrenamtliche Arbeit so viel Spaß. Viel Leidenschaft steckt er in das Teilen von Wissen und die Interaktion mit den Followern. „Es gibt so viel Negatives auf der Welt. Lasst uns doch auch mal über die Sonne sprechen.“

Neu im Team: Experte für Sternschnuppen und Polarlichter
In Zukunft möchte Pierre Heinrichs seinen Service weiter ausbauen. Seit kurzem arbeitet er nicht mehr nur allein, sondern hat sein Team um einen Astronomie-Experten erweitert, der sich mit Mondphasen, Sternschnuppen und Polarlichtern auskennt. Dadurch sollen beispielsweise Zusammenhänge zwischen Wetter und astronomischen Ereignissen erklärt oder Tipps zu ihrer Beobachtung gegeben werden. Weitere Infos auf wetterfuercelle.de.













