Wassermelonen aus dem Celler Land: Christoph Klos glaubt an regionale Exoten
- Sheenara Wiebke
- vor 8 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

BOLLERSEN. Eigentlich baut Christoph Klos Kürbisse an. An einem selbstgezimmerten Holzstand an der B3 kurz vor Bergen können sich Vorbeifahrende im Spätsommer und Herbst Deko-Kürbisse in sämtlichen Formen und Farben kaufen. Im vergangenen Jahr hat er seine Produktpalette auf ungewöhnliche Weise erweitert: Wassermelonen aus Bollersen. Was auf den ersten Blick befremdlich scheinen mag, könnte eine echte Alternative zu Importen aus Spanien und Co. darstellen. Christoph Klos ist überzeugt: "Lokale Wassermelonen sind klimatisch definitiv die bessere Wahl."
Wie sich Wassermelonen und Kürbisse gegenseitig ergänzen
Verhalten sprießen die Kürbissetzlinge auf dem Acker von Christoph Klos – bis sie erste Früchte tragen, wird es noch Monate dauern. Doch zwei Reihen stechen heraus: Diese Setzlinge sind grün und breiten sich über den Boden aus, an den Ranken sprießen erste Blüten. Nicht mehr lange und hier wachsen die ersten Wassermelonen.
Doch bei der Bestäubung gibt es eine Hürde: Die männlichen Blüten blühen deutlich früher als die weiblichen – die Gefahr besteht, dass sie sich verpassen und es zu keiner Bestäubung kommt. Auf großen Feldern verschleppe sich der Effekt, bei weniger Pflanzen müsse man kreativ werden, so Christoph Klos. Der Landwirt hat für das Problem eine Lösung gefunden.
"Egal ob Wassermelone, Kürbis oder Zucchini – das sind alles Kürbisgewächse", erklärt der studierte Agrarwissenschaftler. Was das bedeutet? Auch männliche Kürbisblüten können weibliche Wassermelonenblüten bestäuben – heraus kommt trotzdem eine Wassermelone. Christoph Klos macht sich die unterschiedlichen Blütezeiten der beiden Pflanzen also zu nutze. "Das funktioniert wunderbar", berichtet er lachend.
Tonnenweise Wassermelonen aus Bollersen bei Bergen
Diesen Sommer will er so bis zu 4,5 Tonnen Wassermelonen anbauen. Ein echter Kraftakt, denn vom Einpflanzen bis zur Ernte ist hier alles Handarbeit. "Da musst du Enthusiast sein", scherzt Christoph Klos. Hilfe bekomme er von seiner Familie, auch sein sechsjähriger Sohn packe gerne mit an.
"Ich glaube an diese lokale Produktion."
Wofür dieser ganze Aufwand, wenn es Wassermelonen für den selben Preis auch im Supermarkt gibt? "Ich glaube an diese lokale Produktion", bekräftigt der Landwirt. Wassermelonen bräuchten über ihre Vegetationszeit hinweg vergleichbar viel Wasser wie gewöhnlicher Winterraps. Ressourcenschonender als in Ländern wie Spanien: Dort wird zusätzlich Wasser eingesetzt, um die Gewächshäuser zu kühlen.
Außerdem fällt bei den Melonen aus Bollersen durch kurze Transportwege viel CO2 weg. Da die Wassermelone im hiesigen Ökosystem noch gänzlich unbekannt sei, könne der Landwirt auf sämtlichen chemischen Pflanzenschutz verzichten. Und die Folie, auf der die Melonen wachsen? "Die ist biologisch abbaubar. Wenn du willst, kannst du die essen."
"Die (Folie) ist biologisch abbaubar. Wenn du willst, kannst du die essen."
Die ersten Pflanzen tragen bereits Blüten, Christoph Klos hofft, erste Wassermelonen im Juli ernten zu können. Die wird es dann an seinem Holzstand am Ortseingang von Bollersen zu kaufen geben. Und weil der junge Landwirt Experimente liebt, kann man sich in Zukunft mit Sicherheit auf die ein oder andere exotische Frucht aus lokalem Anbau freuen.






















