Warum Celler Barbetreiber mittlerweile eine eigene Security bezahlen
- Audrey-Lynn Struck

- vor 18 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. „Das Traurigste ist: Wir sind nur Celle und nicht das Steintor in Hannover“, sagt Rebekka Blanke. Und trotzdem bezahlen die Inhaberin vom Cosmopolitan und Kosta Tyrokomos, Inhaber vom Monkeys, mittlerweile am Wochenende eine eigene Security – aus eigener Tasche. Im vergangenen Jahr haben beide eine Veränderung im Celler Nachtleben bemerkt: mehr Aggressivität, mehr Drogen und Situationen, in denen sich ihre Mitarbeiter nicht mehr sicher gefühlt haben.
„Ohne Security kann ich mein Personal nicht ruhigen Gewissens arbeiten lassen.“
Für Rebekka Blanke war der entscheidende Moment erreicht, als ihr Personal sie wegen einer Eskalation vor der Bar anrief. Ein Mann wurde damals nach einer Auseinandersetzung schwer verletzt. Ihre Konsequenz: „Ohne Security kann ich mein Personal nicht ruhigen Gewissens arbeiten lassen.“
Null-Toleranz für Drogenkonsum in Bars
Auch Kosta Tyrokomos sieht eine Veränderung. Vor allem Drogen seien im Nachtleben immer häufiger an der Tagesordnung. „Du kannst Drogen im Nachtleben nie komplett vermeiden, aber du kannst es versuchen bei dir im Laden zu unterbinden“, sagt er. Wer im Monkeys auffällt, bekommt Hausverbot. Die Security kontrolliert regelmäßig die Toiletten und soll früh eingreifen, bevor Situationen eskalieren.
„Ein Gast ist König – solange er sich wie ein König benimmt.“
„Am Anfang waren manche erschrocken, warum hier Security rumläuft“, erinnert sich Kosta Tyrokomos. Mittlerweile haben aber die meisten Gäste die Sicherheitsleute akzeptiert, viele sind sogar positiv beeindruckt. Allen voran die Mitarbeiter, die teilweise nach Feierabend von der Security zu ihren Autos gebracht werden. Denn die meisten Probleme entstehen laut den Gastronomen nicht in den Bars selbst, sondern davor. „Der Stress passiert auf der Straße“, weiß Rebecca Blanke. Gäste, die betrunken ausfällig werden, würden konsequent aussortiert. „Ein Gast ist König – solange er sich wie ein König benimmt.“
Wunsch: Mehr Support von der Stadt
Für die zusätzliche Sicherheit investieren die Gastronomen nach eigenen Angaben einen vierstelligen Betrag im Monat. „Wir bezahlen im Prinzip eine Firma, die die Schuhstraße von Gewalt freihält“, sagt Kosta Tyrokomos. Von der Stadt Celle wünschen sich beide deshalb mehr Austausch – besonders rund um Veranstaltungen wie den Weinmarkt oder den Celler Weihnachtsmarkt. „Schön wäre, wenn die Stadt mal auf die Betreiber der Schuhstraße zukommen würde“, sagt Kosta Tyrokomos. Denn am Ende hätten alle dasselbe Ziel: eine Innenstadt, in der sich Gäste, Mitarbeiter und Gastronomen sicher fühlen.


















