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Nach tödlichem Angriff in Stade: Landkreis Celle erhöht Sicherheit am Jugendamt

Eingangsbereich des Sitzes der Landkreisverwaltung Celle mit Schriftzug "Landkreis Celle" und Wappen.
Der Landkreis Celle hat die Sicherheitsvorkehrungen am Jugendamt verschärft. (Foto: Stefan Kübler)

CELLE. Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat auch der Landkreis Celle sein Sicherheitskonzept für das Jugendamt angepasst. Der Zugang zum Gebäude und zu den Büros der Mitarbeitenden ist ab sofort nicht mehr so einfach möglich. Zuvor hatte die Celler SPD-Kreistagsfraktion eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen am Celler Jugendamt gefordert.


Sechs Jugendamts-Mitarbeitende in Stade erschossen


Es war eine erschütternde Tat in Stade: Ende Juni sind in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Mitarbeitende getötet worden. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich laut Polizei um einen Mann gehandelt haben, der wegen eines Sorgerechtsstreits einen Termin in der Einrichtung hatte. Bei dem Gespräch soll der Mann eine Waffe gezogen und die anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erschossen haben.   


SPD fordert mehr Sicherheit am Celler Jugendamt


Bei der SPD im Landkreis Celle machten sich anschließend Bedenken breit, ob ein solcher Vorfall auch in Celle passieren könnte. „Die schreckliche Tat von Stade hat uns alle tief erschüttert“, teilte Christoph Engelen, SPD-Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, mit. „Gleichzeitig müssen wir die richtigen Konsequenzen ziehen und prüfen, ob wir unsere Beschäftigten noch besser schützen können.“ Dabei gehe es ihm ausdrücklich nicht um Kritik an der Verwaltung. Die Beschäftigten im Jugendamt würden verantwortungsvolle und oftmals belastende Arbeit leisten.


„Es geht nicht darum, Hürden aufzubauen.“

Zur Sicherheitslage am Celler Jugendamt hatte Christoph Engelen eine Anfrage an den Landkreis gerichtet. Darin fragte er, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen geprüft würden und ob nicht beispielsweise ein kontrollierter Zugang zum Jugendamt eingerichtet werden könnte. Bürgernähe und Sicherheit sollten sich dadurch jedoch nicht ausschließen. „Es geht nicht darum, Hürden aufzubauen, sondern den Menschen, die Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen tragen, den bestmöglichen Schutz zu geben“, sagte Angela Hohmann, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.


Zugang zum Celler Jugendamt wird ab sofort kontrolliert


Die Reaktion des Landkreises ließ nicht lange auf sich warten. Die Anfrage der SPD sei intern geprüft worden, hieß es aus der Verwaltung. Der Landkreis habe entschieden, „dass die Wahrnehmung von Terminen im Jugendamt ab sofort nur noch mit kontrolliertem Zugang erfolgen kann“, sagte Sprecher Tore Harmening gegenüber CelleHeute. „Kundinnen und Kunden müssen sich über die Gegensprechanlage anmelden und werden dann von den Mitarbeitenden am zentralen Eingang abgeholt.“


Viele Kommunen verschärfen Sicherheitsvorkehrungen


Der Landkreis Celle ist nicht die einzige Kommune in Niedersachsen, die nach dem tödlichen Vorfall in Stade die Sicherheitsvorkehrungen verschärft hat. In Hannover soll es nach Medienberichten jetzt Notfallknöpfe für Mitarbeitende am Jugendamt geben. Außerdem sollen vor Gesprächen in Sorgerechtsstreitigkeiten Risikoanalysen durchgeführt werden. In Lehrte erhalten Menschen nur noch Zugang zum Jugendamt, wenn sie einen Termin haben. Zum Sicherheitskonzept vieler Kommunen gehört demnach aber auch, dass sie nicht im Detail offenlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen.

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