Wahl verloren, was nun? Das haben Abenhausen, Schauer und Wamser jetzt vor

CELLE. Nach der Kommunalwahl am Sonntag sind alle Augen auf die Gewinner gerichtet. Was die leitenden Ämter angeht, hat sich nicht viel geändert. Axel Flader kann als Landrat des Landkreises Celle weitermachen und hat große Aufgaben wie die Erreichung der Klimaziele und sein Herzensthema Sicherheit vor sich. Jörg Nigge ist als Oberbürgermeister der Stadt Celle wiedergewählt worden und will Projekte wie das alte Karstadt-Areal, einen stadteigenen ÖPNV und eine Lego-Erlebniswelt in der Rathsmühle umsetzen. Doch wie sieht es mit den Unterlegenen der Wahl aus? Wir haben Karin Abenhausen, Olaf Schauer und Thomas Wamser gefragt, wie es für sie weitergeht.
Karin Abenhausen bereitet sich auf Arbeit in Stadtrat und Ortsrat vor
Karin Abenhausen wollte als Einzelbewerberin mit Unterstützung der Grünen und der SPD Oberbürgermeisterin von Celle werden. Laut vorläufigem Endergebnis holte sie bei der Kommunalwahl mit 34,7 Prozent jedoch zu wenig Stimmen, um ins Neue Rathaus einziehen zu können. Die gebürtige Cellerin wertet das Ergebnis nicht als Niederlage. Es habe sich gezeigt, dass sich jeder Dritte in Celle eine andere Politik wünsche, sagte sie am Wahlabend. Diese Politik wolle sie nun im Stadtrat und im Ortsrat Klein Hehlen weiterführen, wo sie jeweils für die Grünen kandidiert hatte. Nach aktuellem Stand wird sie in beiden Gremien weiterarbeiten können. Allerdings wird sie dort jeweils mit mehr Gegenwind der AfD rechnen müssen, die in Klein Hehlen beispielsweise nun auch mit einem Sitz vertreten ist und auch im Stadtrat zugelegt hat. „Ich bin dafür, mehr Brücken zu bauen als Gräben“, so Karin Abenhausen. „Die Politik muss dem Menschen dienen.“
Olaf Schauer will Erfahrungen für politische Arbeit nutzen
Abenhausens Parteikollege Olaf Schauer wollte für die Grünen das Amt des Celler Landrats übernehmen. Mit 22,3 Prozent der Stimmen kam er jedoch nur auf Platz zwei hinter Amtsinhaber Axel Flader. Immerhin holte er 0,4 Prozent mehr als der dritte Kandidat Thomas Wamser. Auch Olaf Schauer blickt positiv auf das Ergebnis und sieht darin ebenfalls ein Signal, dass sich viele Menschen eine andere Politik wünschten. „Das gibt uns Aufwind. Wir werden weiterarbeiten“, sagte er am Abend gegenüber CelleHeute. Wie Karin Abenhausen dankte er seinem Team und führte das Ergebnis auch auf den Zusammenhalt in der Partei zurück. Beruflich wird er weiter in der Verwaltung in Uetze tätig sein. Die Erfahrungen aus dieser Kommunalwahl möchte er aber nutzen, um sich in Celle weiterhin politisch zu engagieren.
Thomas Wamser möchte im Wildpark Müden kürzer treten
Thomas Wamser, hauptberuflich unter anderem Geschäftsführer des Wildparks Müden, hatte sich als parteiloser Einzelkandidat ebenfalls um das Amt des Landrats beworben. Mit 21,9 Prozent der Stimmen landete er knapp auf Platz drei, nur 0,4 Prozent hinter Olaf Schauer – für ihn ein Ergebnis mit Signalwirkung. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit einer etablierten Partei auf Augenhöhe bin“, sagte Thomas Wamser und meinte damit die Grünen. Zeitweise habe er am Wahlabend mit einer Stichwahl gerechnet. „Das war schon knapp“, sagte er. Die erreichten fast 22 Prozent bezeichnete er als „Wahnsinn“, vor allem, weil er keine Plakatwerbung gemacht hatte. Trotz des verpassten Einzugs in die Landkreisverwaltung will er im Wildpark offenbar kürzertreten. Die Stellenanzeige für einen neuen Geschäftsführer, der ihn vertreten soll, bleibe aktiv, sagte er.














