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Von wegen `zu dick´: Cellerin sammelt Spenden für Lipödem-Behandlung

Emilie sammelt Spenden, um die Behandlung für ihre Lipödem-Erkrankung zu finanzieren.
Emilie sammelt Spenden, um die Behandlung für ihre Lipödem-Erkrankung zu finanzieren. (Foto: Oliver Knoblich)

CELLE. „`Du bist zu dick´ habe ich so oft gehört, dass ich es am Anfang selbst geglaubt habe“, erzählt Emilie Brown. Die letzten neun Jahre ging das so. Erst seit kurzem weiß Emilie, was sie lange geahnt hat: Sie leidet unter Lipödem, einer krankhaften Vermehrung der Fettzellen. Echte Abhilfe schafft nur eine OP – und die ist teuer. Deshalb spart Emilie und sammelt Spenden: mit einem Crowdfunding.


Angefangen hat es bei ihr mit 14 oder 15, als der Arzt ihr die Pille verschrieb gegen ihre Regelbeschwerden. Als Nebeneffekt wurden Beine und Arme immer dicker, der Oberkörper passte schon bald nicht mehr zu ihrem Unterkörper. Außerdem hat sie ständig Schmerzen in den Beinen, ist schnell erschöpft und bekommt noch schneller blaue Flecken.


Das Problem hat einen Namen


Emilies Symptome sind typisch für Lipödem. Die Erkrankung betrifft vor allem Frauen und wird hormonell ausgelöst: nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft, in den Wechseljahren. Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen; wer Lipödem bei sich vermutet, sollte möglichst einen Gefäß-Spezialisten aufsuchen.


Neun Jahre später


Bei Emilie war der Weg bis zur Diagnose lang und schmerzhaft – körperlich und seelisch: Ärzte nahmen sie nicht ernst, Diäten zeigten keinen Erfolg, vieles war und ist ihr schnell zu anstrengend: Skateboard fahren, spazieren gehen, längeres Stehen sowieso. Aufgrund der Blicke, die sie in der Öffentlichkeit wahrnimmt, versteckt sie ihre Arme und Beine am liebsten unter langer Kleidung. Nach der letzten Ernährungsumstellung hat Emilie zwar noch einmal 16 Kilo abgenommen, aber bei gut 100 Kilo ist Schluss: Weniger geht nicht.


„Da ist jetzt nur noch das krankhafte Fettgewebe; mit Diäten können sie dagegen nichts machen.“

„Da ist jetzt nur noch das krankhafte Fettgewebe; mit Diäten können sie dagegen nichts machen“, bestätigte der Arzt, der ihr vor kurzem die klare Diagnose Lipödem verkündete. In dem Moment war sie erleichtert, weil sie wusste, dass sie eben nicht `schuld´ ist an ihrem Aussehen. Gleichzeitig kam der Frust. Denn Lipödem ist eine chronische Erkrankung; die Beschwerden werden der heute 23-Jährigen noch Jahrzehnte das Leben schwer machen.


Wie geht es weiter?


Durch Kompressionshosen lassen sich die Schmerzen verringern und natürlich die Optik etwas verschlanken. Auch schwimmen tut gut: Der Wasserdruck schafft temporär Entlastung. Wirkliche Abhilfe schafft jedoch nur eine Liposuktion, eine Fettabsaugung. Aber Emilie fürchtet, dass sie die 38.000 Euro selbst aufbringen muss – eine schier unerschwingliche Summe für sie als Ergotherapeutin, weshalb sie um Spenden bittet. Knapp 2.000 Euro hat sie schon zusammen und hofft auf mehr. Denn sie hat noch viel vor und will sich dabei nicht von ihrer Krankheit ausbremsen lassen: „Ich will Familie und Kinder – und auf meiner eigenen Hochzeit nicht nur auf dem Stuhl sitzen und anderen beim Tanzen zusehen.“

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