Vom Einstieg zum High Level: CESIUN startet neues Schulungsangebot
- Audrey-Lynn Struck
- vor 20 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
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CELLE. 40 Stunden Unterricht – mehr braucht es in vielen Fällen nicht, um im Sicherheitsgewerbe arbeiten zu dürfen. Ausnahmen sind Türsteher, Kaufhausdetektive oder der Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr. „Der Bedarf steigt, aber dadurch nimmt auch die Masse an ungeschulten Mitarbeitern zu. Der Großteil der Sicherheitskräfte am Markt ist nur mit einer Einstiegsqualifikation ausgerüstet“, sagt Geschäftsführer Ferhat Baysar. Das Celler Sicherheitsunternehmen CESIUN, mit internationaler Einsatzerfahrung, hält das für zu wenig und baut deshalb seinen Ausbildungsbereich mit neuen Schulungsräumen an der Trift aus.
„Wir möchten die Leute auf das Berufsleben vorbereiten. Viele machen eine Qualifikation, ohne zu wissen, was sie später im Beruf erwartet.“
Florian Böse sieht das Problem auch in seiner Arbeit als Vorsitzender des IHK-Prüfungsausschusses für Schutz und Sicherheit in Hannover: „Einige Prüflinge kommen von Bildungsträgern, die gerne die Kuh melken und mehr Geld verdienen, wenn jemand durchfällt.“ Der Betriebs- und Ausbildungsleiter für Objektschutz bei CESIUN schätzt, dass rund 50 Prozent die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe nicht bestehen. Um dem entgegenzuwirken, möchte das Unternehmen die Ausbildung praxisnäher gestalten. „Wir möchten die Leute auf das Berufsleben vorbereiten. Viele machen eine Qualifikation, ohne zu wissen, was sie später im Beruf erwartet“, sagt Ferhat Baysar.
Weiterbildungen für Berufseinsteiger und Experten
Auf rund 140 Quadratmetern entstanden Anfang Juni ein Schulungsraum, ein Konferenzraum und neue Büros. Dort sollen künftig Berufseinsteiger auf den Arbeitsalltag vorbereitet und gleichzeitig erfahrene Sicherheitskräfte weitergebildet werden. Dabei setzt CESIUN auf Praktika und wechselnde Einsatzbereiche. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an einer Zertifizierung, um künftig auch Schulungen als Bildungsträger anbieten zu können.
Personenschutz, Selbstverteidigung & Co.
Neben den Einstiegsqualifikationen sollen Lehrgänge für Personenschutz, taktische Notfallmedizin, Selbstverteidigung und Schießausbildungen angeboten werden. Dafür greift CESIUN auf ein Netzwerk aus aktiven Polizisten, Soldaten und weiteren Spezialisten zurück. „Wir gehen vom Einstieg bis zum High Level“, sagt Ferhat Baysar.

Die Kurse richten sich nicht nur an Sicherheitsmitarbeiter, sondern teilweise auch an Vereine oder Selbstzahler. Gerade die taktische Notfallmedizin werde immer wichtiger. „Es geht nicht darum, Pflaster zu wechseln, sondern Blutungen zu stoppen“, sagt Ferhat Baysar – im Zweifel auch ohne entsprechende Notfallausrüstung und mit alltäglichen Gegenständen.
„Aber bestimmte Einsatzlagen werden im Berufsalltag nur selten trainiert. Genau dafür bieten wir Fortbildungen an.“
Dass auch aktive Polizisten an den Lehrgängen teilnehmen, überrasche viele, sagt Ferhat Baysar. „Aber bestimmte Einsatzlagen werden im Berufsalltag nur selten trainiert. Genau dafür bieten wir Fortbildungen an“, sagt Ferhat Baysar. Die Teilnehmer lernen von einsatzerfahrenen Spezialisten, wie sie Krisen am besten meistern.
CESIUN wurde 2016 gegründet
Seit der Gründung im Jahr 2016 bildet CESIUN außerdem Fachkräfte für Schutz und Sicherheit aus. Die Auszubildenden lernen dabei unterschiedliche Einsatzbereiche kennen – vom Veranstaltungs- über den Objekt- bis hin zum Personenschutz.

Angebot wird weiter ausgebaut
Langfristig sollen die neuen Schulungsräume aber nicht nur dem eigenen Unternehmen zugutekommen. „Wir wollen Perspektiven geben“, sagt Ausbildungsleiter Florian Böse. Das Angebot richte sich an Menschen, die neu in die Sicherheitsbranche einsteigen möchten, genauso wie an erfahrene Einsatzkräfte, die sich gezielt weiterbilden wollen.






















