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Das stinkt: Geruchsgutachten bremst Wohnungsbau an Jugendherberge aus

Gebäude der ehemaligen Jugendherberge in Celle mit verblasster hellblauer Fassade.
Seit 2018 ist das hier keine Jugendherberge mehr. Was mit dem Gelände passiert, ist weiter unklar. (Foto: Stefan Kübler)

CELLE. Die Wohnungsbaupläne auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge sind offenbar ins Stocken geraten. Eigentlich hätten auf dem Grundstück in Klein Hehlen in absehbarer Zeit bis zu 25 barrierefreie Wohnungen entstehen sollen. „Die Stadtverwaltung ist froh über jede Wohnbauentwicklung“, hieß es noch im September 2025 aus dem Neuen Rathaus. Ein aktuelles Gutachten bremst diese Pläne jetzt allerdings aus. Darin heißt es, dass eine benachbarte Schweinehaltung zu sehr stinken würde und aus diesem Grund im Bereich der Jugendherberge kein Wohnraum entstehen dürfe. Wie geht es jetzt weiter?


„Wenn wir hier mit zweierlei Maß messen (…), dann gibt es nur Verlierer.“

Klein Hehlens Ortsbürgermeisterin Karin Abenhausen kann über das Geruchsgutachten nur die Nase rümpfen. Sie verweist darauf, dass zahlreiche Landwirte in diesem Bereich Teile ihrer Höfe bereits in Wohnraum umgewandelt hätten und das ganz ohne Einschränkungen. „Wenn wir hier mit zweierlei Maß messen und jetzt ein Geruchsgutachten anwenden, das vernünftige Entscheidungen verhindert, die vorher möglich waren, dann gibt es nur Verlierer“, so Karin Abenhausen. In Klein Hehlen würden die Menschen mit dem Geruch leben. „Weil wir zur Landwirtschaft vor Ort stehen.“


Wunsch nach altersgerechten Wohnungen in Klein Hehlen


Die Ortsbürgermeisterin, die sich auch zur Wahl der Celler Oberbürgermeisterin aufgestellt hat, berichtet, dass sie von zahlreichen Menschen in Klein Hehlen angesprochen werde, wann ein Einzug endlich möglich sei. Vor allem ältere Menschen würden sich von ihren teilweise zu großen Immobilien gerne trennen, aber im Stadtteil bleiben wollen. Und genau dafür seien die Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge geplant gewesen. „Warum kann man nicht in die Mietverträge der künftigen Wohnungen schreiben, dass mit ortsüblichen Gerüchen zu rechnen ist?“, so der Vorschlag von Karin Abenhausen. „Wer dann nicht hierherziehen will, der lässt es halt.“


„Hier geht es schlicht und einfach um das Einhalten von Recht und Gesetz.“

Die Stadt Celle reagiert verwundert auf diese Kritik. „Das Geruchsgutachten ist Bestandteil der Bauleitplanung“, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Die Umwelt- und Naturschutzauflagen seien in Deutschland „sehr, sehr hoch“ und auch durch die Verwaltung nicht zu ändern. „Hier geht es schlicht und einfach um das Einhalten von Recht und Gesetz.“ Das Geruchsgutachten, das wirklich so heißt, zeige teils deutliche Überschreitungen der zulässigen Werte im Bereich der ehemaligen Jugendherberge und dies sei Karin Abenhausen bereits vor Wochen mitgeteilt worden. „Warum diese Fakten von ihr dennoch negiert werden, kann nur die Ortbürgermeisterin allein beantworten“, so die Stadtverwaltung. „Auch die vermeintlichen Lösungen kommen etwas unbedarft daher und wurden ihr bereits als nicht realisierbar kommuniziert.“


Weitere Entwicklung der ehemaligen Jugendherberge unklar


Wie es mit den Wohnungsbauplänen auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge weitergeht, ist unklar. Die Frage, was auf dem Grundstück jetzt noch gebaut werden dürfe, ließ die Stadt unbeantwortet. Warum bei der Errichtung von neuem Wohnraum auf den Höfen in der Nachbarschaft ein Geruchsgutachten nicht zum Tragen kam, bleibt ebenfalls offen. Das Warten auf altersgerechte Neubauwohnungen in Klein Hehlen geht weiter.

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