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„Viel Fantasie im Kopf“: Zehnjähriger schreibt Roman über Grundschule Klein Hehlen

Malik Ekinci mit seinem Buch in der Hand am Esstisch.
Zu Hause am Esstisch hat Malik Ekinci den Großteil seines Fantasy-Romans entwickelt. (Foto: Stefan Kübler)

CELLE. Die Grundschule Klein Hehlen ist in Gefahr. Zu Beginn des neuen Schuljahres erscheint plötzlich eine rote Kuppel über dem Gebäude. Die Kinder verändern sich, als wären sie gespiegelt. Unbekannte Kräfte sind am Werk. Malik und seine Freunde sind die 4C Ninjas. Sie wollen herausfinden, was los ist und bündeln ihre Kräfte, um ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu retten. Ob ihnen das gelingt..?


Fantasy-Roman inspiriert durch Pokémon, Ninjago und Co.


Es ist eine mysteriöse Geschichte, die sich der zehn Jahre alte Malik Ekinci aus Boye ausgedacht und jetzt als Buch mit dem Titel „Die 4C Ninjas – Das Spiegelgeheimnis" veröffentlicht hat. Geschichten erfinden ist eines seiner Hobbys. „Ich habe viel Fantasie im Kopf“, sagt Malik im Gespräch mit CelleHeute. Er liest viele Mangas, mag Pokémon, Ninjago, Mindcraft und Gregs Tagebuch und hatte eines Tages die Idee für ein eigenes Buch. Ursprünglich war es als Abschiedsgeschenk für seine Schule, die Grundschule Klein Hehlen, gedacht, die er nach der vierten Klasse in diesem Jahr verlassen wird. „Ich gehe aufs KAV, die meisten meiner Freunde aber auf die IGS“, sagt er. Als Erinnerung an die Grundschulzeit wollte er alle mit dem Buch überraschen.


Buch sollte Überraschung für Schule werden


Nur zwei Freunden habe er von der Überraschung erzählt, sagt er. Kurz darauf wussten es aber alle anderen. „Da hat einer mitgehört“, vermutet Malik. Das mit der Überraschung hatte sich also erledigt. Malik gefiel das zuerst gar nicht, hat sich dann aber damit abgefunden. Mittlerweile weiß die ganze Schule Bescheid. Die Lehrkräfte haben ihr Ok gegeben, schließlich tauchen sie im Buch mit ihren richtigen Namen auf. „Alle finden das super“, sagt Malik.


Künstliche Intelligenz als Werkzeug eingesetzt


Für Maliks Vater ist das erste Buch seines Sohnes ein logischer Schritt. „Er erzählt viele Geschichten“, sagt Kismet Ekinci. „Oft sagt er: ,Papa, stell dir mal vor…‘ und dann geht es los.“ Irgendwann hätten sie angefangen, die vielen Einfälle aufzuschreiben. Bis zur Idee eines eigenen Buches war es dann nicht mehr weit. Mit den Notizen hätten sie Chat GPT gefüttert und sich auf diese Weise Kapitel für Kapitel erarbeitet. Vater und Sohn betonen, dass das Werk kein KI-Buch sei. Den Text aus dem Sprachmodell hätten sie lange nachbearbeitet, bis er für sie stimmig war. „Künstliche Intelligenz haben wir als Werkzeug eingesetzt, nicht als Autor“, so Kismet Ekinci. Um das Korrektorat sowie den Vertrieb über „Books on Demand“ habe sich der Vater gekümmert, das Cover habe die Mutter erstellt. Der ganze Prozess bis zum fertigen Buch mit 270 Seiten habe zehn Monate gedauert. Von Zeitersparnis durch KI kann also keine Rede sein.


„Es hat ihm Spaß gemacht. Und dann unterstützt man das auch.“

„Man sollte Kindern neue Technologien nicht verwehren“, sagt Kismet Ekinci, der es gut findet, dass sich sein Sohn mit zehn Jahren nicht nur fürs Schreiben, sondern auch für die Entstehung eines Buches sowie Marketing und eben auch KI interessiert. „Ich finde es gut, wenn etwas Produktives entsteht, wenn die Kinder etwas selbst schaffen“, sagt er. „Das Wichtigste war: Es hat ihm Spaß gemacht. Und dann unterstützt man das auch.“ Dass klassische Autoren über den Einsatz von KI wahrscheinlich die Nase rümpfen, kann er verstehen. Doch Malik schließt nicht aus, auch mal ein Buch ohne KI zu schreiben.


Cliffhanger für mögliche Fortsetzung eingebaut


Über das Ende seines ersten Werkes möchte der Nachwuchsautor nicht zu viel verraten. Nur so viel: Es gibt einen starken Endgegner, der besiegt werden muss. Und warum das letzte Kapitel „Olaf Scholz“ heißt, muss die Leserschaft auch selbst herausfinden. Das Buch ist seit wenigen Tagen im Online-Buchhandel erhältlich und hat bereits positive Kritiken bekommen. Ideen für eine Fortsetzung hat Malik auch schon. „In das erste Buch habe ich einen Cliffhanger eingebaut“, sagt er. „Für den zweiten Band sollten sich alle warm anziehen.“


Interesse an Robotik, Schreiben und Computerspielen


Wann ein möglicher zweiter Teil kommt, ist noch unklar. Nach den Sommerferien steht zunächst der Start an der neuen Schule an. Dort würde Malik sich gerne in der Robo-AG oder bei der Schülerzeitung engagieren. Später möchte er mal YouTuber oder Videospieleerfinder werden. Wie viel Zeit dabei fürs Bücher schreiben bleibt, wird sich zeigen.

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