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Ukrainischer Abend zu Serhij Zhadan




CELLE. Bei dem einen oder anderen wird es Gänsehaut gegeben haben, als Tanja Kübler und Anna Minkenberg vom Schlosstheater den letzten Text des Abends gemeinsam sprachen: die eine auf Deutsch, die andere auf Ukrainisch. Die Zeilen stammen von Serhij Zhadan, dem ukrainischen Schriftsteller und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, dem dieser Abend in Kunst & Bühne gewidmet war, organisiert im Rahmen des Projekts „vhs Peace Center Celler“ von der Volkshochschule Celle.


Der im Gebiet Luhansk geborene Autor gehört zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur. Seit den 1990er Jahren prägt der heute 48-Jährige die Kulturszene Charkiws, organisiert Literatur- und Musikfestivals und veröffentlicht Romane, Gedichte und Essays. Sein aktuelles Buch „Himmel über Charkiw“ ist die hautnahe Chronik über die Ereignisse seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.


Entsprechend erinnerte auch Liliane Steinke, Leiterin der vhs Celle, in ihrer Moderation an die Situation in der Ukraine und an die vielfältigen neuen Kontakte, die zwischen Celle und der Partnerstadt Sumy geknüpft worden sind. Viele Menschen haben ihre Hilfsbereitschaft gezeigt und zeigten sie auch bei dieser Benefizveranstaltung: Die Einnahmen und Spenden gehen an die Zhadan-Stiftung, die in der Ukraine Bildungs- und Kulturprojekte, Krankenhäuser und Kinder unterstützt.


Der Abend war vor allem ein Versuch, dem Autor und Poeten Zhadan näher zu kommen. Einen Einblick nicht nur in seine schriftstellerische Arbeit gab Stefan Jakubik von Sternkopf und Hübel. Er stellte gleich noch einige ukrainische Autoren und Autorinnen vor, die zu lesen es sich lohnt. In der Pause konnte man sich auf dem Büchertisch einen ersten Eindruck verschaffen.


Schauspielerin Tanja Kübler schaffte es dann mit ihrer eindrucksvollen Lesung aus Zhadans Buch „Internat“ das Publikum zu fesseln. Nicht jedem gefiel der Stil des Autors, doch Küblers intensiver Vortrag, umrahmt von Anna Minkenbergs Gesang, nahm alle mit. Die leicht rauchige Stimme der Ukrainerin, die zurzeit als Regisseurin am Schlosstheater tätig ist, trug zur besonderen Atmosphäre des Abends bei. Sie begleitete sich selbst auf der Gitarre und sang auch Lieder des Musikers Zhadan wie „Kinder“ und „Metro“. Eine deutsche Übersetzung wurde parallel angezeigt, um dem Text zu folgen. Man konnte aber auch einfach die Augen schließen und die Musik und fremde Sprache auf sich wirken lassen. Letztendlich lag der Erfolg des Abends im Zusammenschluss der unterschiedlichen kulturellen Partner: Theater, Buchhandel, Bildung und Bühne.


Text/Fotos: Martina Hancke

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