Tschüss gelbe Fassade: Celler Rathsmühle soll architektonisches Highlight werden
- Stefan Kübler
- vor 3 Stunden
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CELLE. Ihren letzten großen Auftritt hatte die Celler Rathsmühle 2019. Manch Cellerin und Celler erinnert sich an das damalige Honkey-Tonk-Festival, in dessen Zusammenhang das 2009 stillgelegte Gebäude aus dem Dornröschenschlaf geholt wurde und für einen Abend DJs, Drum’n’Bass-Künstler und hunderte Partygäste geherbergte. Jetzt soll das historische Gebäude vollends wiederbelebt werden. Stadt Celle, Stadtwerke und die zuständigen Architektinnen haben die Pläne für die Sanierung vorgestellt.
„Neuer Identifikationspunkt für die Stadt“
Büros, Wohnungen, Hotel, Museum, Gastronomie – bei der Rathsmühle bestehe „ein Füllhorn an Möglichkeiten“, sagte Oberbürgermeister Jörg Nigge bei der Vorstellung der Pläne. Wie genau das Gebäude künftig genutzt werde, könne erst in ein paar Monaten entschieden werden. Fest steht aber, dass die Rathsmühle innen und außen komplett anders aussehen wird als bisher. „Das wird ein neuer Identifikationspunkt für die Stadt und das architektonische Highlight der nächsten zehn bis zwanzig Jahre“, so Jörg Nigge weiter.
Ziegelmauerwerk von 1898 wieder sichtbar machen
Die ersten Veränderungen sollen bereits in diesem Jahr zu sehen sein. Ab April 2026 soll das Gebäude eingerüstet werden. Erster Schritt sei die Entfernung des gelben Fassadenputzes. „Gutachten haben ergeben, dass die Fassade in einem sehr schlechten Zustand ist“, sagte Architektin Juliane Simon von der Simon & Simon Planungsgemeinschaft aus Celle. „Der Putz muss weg, um die Gebäudesubstanz zu erhalten.“ Die gute Nachricht: Das darunterliegende Ziegelmauerwerk aus dem Jahr 1898 ist vollständig erhalten und soll künftig wieder sichtbar gemacht werden.
Gläserner Kubus auf dem Dach
Ein weiteres Highlight der neuen Rathsmühle soll das Dach werden. Der Dachstuhl von 1945 soll erhalten bleiben, allerdings ohne Dacheindeckung. Drumherum ist ein gläserner Kubus geplant. Durch diesen modernen Aufbau soll nicht nur die ursprüngliche Dachform erkennbar bleiben, sondern auch die Nutzfläche des obersten Stockwerks vergrößert werden. Das würde die Wirtschaftlichkeit der neuen Nutzung erhöhen und auch im Sinne des Denkmalschutzes sein.
So sieht die Celler Rathsmühle derzeit aus. Die gelbe Fassade und die Dacheindeckung sollen bald verschwinden. Dachstuhl (Mitte) und historische Teile wie die Mehlrutschen (rechts) bleiben erhalten. (Fotos: Stefan Kübler)
Thema „Mühlentechnik“ soll sich wiederfinden
„Meine Begeisterung geht in grenzenlose Höhen“, sagte Thomas Edathy, Geschäftsführer der Stadtwerke, die seit 2022 Eigentümer der Rathsmühle sind und in dieser Rolle die Sanierung des Gebäudes übernehmen. „Das wird ein Highlight. Die Menschen werden stehenbleiben.“ Der Denkmalschutz habe vorgegeben, dass die ursprüngliche Dachform erkennbar bleiben muss, schildert er. Ebenso soll sich das Thema „Mühlentechnik“ an dem sanierten Gebäude wiederfinden. Dies soll laut Architektin über Laserprojektionen auf der Fassade gewährleistet werden.
Genaue Nutzung, Zeitplan und Kosten noch unklar
Der weitere Zeitplan sowie die genauen Kosten für die Sanierung der Celler Rathsmühle sind noch unklar. Nach bisherigen Schätzungen gehen die Planer von 1,2 Millionen Euro für die Fassade und weiteren 5 Millionen für den Innenumbau aus. Alle Seiten betonten, dass diese Zahlen schon ein paar Jahre alt sind und die genauen Kosten von der zukünftigen Nutzung des Gebäudes abhängen. Als Zeitpunkt der Fertigstellung wurde zaghaft das Jahr 2028 genannt.



















