Tanzen für die Wissenschaft: Forscherin begleitet Projekt auf dem Brandplatz
- Sheenara Wiebke
- vor 9 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Wer Freitagabends auf den Brandplatz geht, erkennt sein verschlafenes Celle kaum wieder: Salsa, Country und sonstige Tanzmusik wabern über den Platz, die außengastronomische Plätze sind prall gefüllt, Gespräch und Gelächter werden zum Grundrauschen – und die Menschen tun etwas, das in Deutschland sonst unmöglich erscheint: Sie tanzen – auf der Straße.
Brandplatz goes Tanzplatz
Hinter der ausgelassenen Stimmung steckt das Team von Street & Art in Celle. Seit 2023 veranstaltet der Verein das Format "Brandplatz goes Tanzplatz" in der Celler Innenstadt. Das Besondere: Jeder und jede kann mitmachen. Das Angebot ist völlig kostenlos und bedarf keiner Anmeldung. Die Resonanz ist überwältigend. Initiatorin Birgit Nieskens beobachtet das bunte Treiben mit Freude: "Hunderte tanzen mit oder sitzen in den Bars und genießen die lebensfrohe Atmosphäre." Damit auch andere Städte das Konzept adaptieren können, wird das Projekt nun wissenschaftlich begleitet.
"Hunderte tanzen mit oder sitzen in den Bars und genießen die lebensfrohe Atmosphäre."
Dafür haben sich Birgit Nieskens und Mitinitiatorin Katiusca Liesing Verstärkung geholt: Doktor Gitta Barthel ist professionelle Tänzerin und Choreografin. Mit Tanz beschäftigt sie sich auch auf wissenschaftlicher Ebene. 2016 promovierte sie an der Universität Hamburg zum Thema "Choreografische Praxis. Vermittlung in Tanzkunst und Kultureller Bildung".
Line-Dance (Symbolfoto: Canva) Swing (Symbolfoto: Canva)
Was andere Städte von Celle lernen können
Die zunehmende Nachfrage aus anderen Städten gab den Anstoß für die Evaluierung. "Wir bekommen dazu Anfragen aus anderen Städten", verrät Birgit Nieskens. Gemeinsam mit Gitta Bartels möchte Street & Art darum untersuchen, was die Besucherinnen und Besucher an "Brandplatz goes Tanzplatz" besonders begeistert und ob das Projekt die Innenstadt attraktiver macht. Die Ergebnisse fließen in eine Evaluation, die unter anderem Handlungsempfehlungen für andere Städte geben soll.
Besucherinnen und Besucher sind jetzt gefragt
Das Team von Street & Art hofft auf eine rege Beteiligung an der Umfrage. Besucherinnen und Besucher können unter diesem Link ihre Eindrücke schildern. Die Beantwortung dauert weniger als zehn Minuten. Birgit Nieskens betont die Bedeutung des Projekts: "Wir lassen das Tanzen evaluieren, weil wir der Überzeugung sind, dass solche urbanen, kreativen Kulturformate im öffentlichen Raum ein wichtiger Baustein zur Entwicklung von Innenstädten und zur Schaffung neuer Begegnungsräume sind."














