Stadt Celle lockert Salzverbot – das sind umweltfreundliche Alternativen
- CELLEHEUTE
- vor 2 Tagen
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CELLE. In den kommenden Tagen wird im Landkreis Celle starker Schneefall erwartet. Meteorologen warnen vor glatten Gehwegen und Straßen, besonders am Freitag in den frühen Morgenstunden. Um Unfälle zu vermeiden, hat die Stadt Celle ihre Regelungen zum Winterdienst vorübergehend gelockert: Privatpersonen dürfen ausnahmsweise wieder Streusalz verwenden.
Dabei ist Streusalz eigentlich seit 2023 wegen der Umwelt verboten. Denn Streusalz verdichtet die Böden, verdrängt Nährstoffe und schädigt Straßenbäume, wie die Verbraucherzentrale warnt. Zudem belaste es das Grundwasser. Auch Haustiere seien gefährdet, da das Salz Entzündungen an den Pfoten verursachen kann.
Ein weiterer Nachteil zusätzlich zu den Umweltaspekten: die Verfügbarkeit. Bereits jetzt ist Streusalz knapp. Wer seine Wege trotzdem sicher machen möchte, kann auf verschiedene umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen:
Sand
Sand ist eine bewährte Möglichkeit gegen Glätte. Er bietet Halt auf vereisten Flächen und ist unkompliziert in der Anwendung. Laut Umweltbundesamt (UBA) sollte man beim Kauf auf salzfreie Produkte achten und den Sand nach dem Tauwetter wieder zusammenkehren, um ihn erneut zu verwenden.
Vorteile: günstig, umweltfreundlich, mehrfach verwendbar
Nachteile: taut Eis nicht auf, muss nach dem Tauwetter zusammengekehrt werden
Splitt
Splitt ist besonders effektiv auf Gehwegen und Einfahrten. Durch die Körnung sorgt er für Stabilität, auch wenn die Oberfläche noch feucht ist. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Splitt als umweltfreundliche Alternative zu Streusalz, da er keine Böden oder Pflanzen belastet.
Vorteile: rutschfest, umweltverträglich, gut verfügbar
Nachteile: kann in Wohnungen getragen werden, muss nach dem Winter entfernt werden
Asche
Holzasche aus Kaminöfen kann kleine Mengen Salz oder Sand ersetzen. Sie sorgt für leichten Grip und wirkt zusätzlich als Dünger, wenn sie auf Beeten oder im Garten landet. Wichtig ist, sie sparsam zu verwenden, um Wege nicht zu stark zu verschmutzen.
Vorteile: günstig, leicht verfügbar, biologisch abbaubar
Nachteile: weniger wirksam auf starkem Eis, kann verschmutzen, gibt graue Flecken
Holzspäne oder Sägemehl
Holzspäne und Sägemehl können auf privaten Wegen gestreut werden. Sie erhöhen die Bodenhaftung, sind biologisch abbaubar und in vielen Haushalten verfügbar. Ihre Wirkung ist allerdings begrenzt, und sie werden von der Stadt oft nicht offiziell anerkannt.
Vorteile: umweltfreundlich, leicht verfügbar
Nachteile: geringere Rutschhemmung, nur im privaten Bereich empfohlen
Granulat oder Blähschiefer
Mineralisches Granulat oder Blähschiefer aus dem Baumarkt erhöht die Bodenhaftung und kann mehrfach verwendet werden. Laut Umweltbundesamt sind solche salzfreien Streumittel umweltfreundlich und besonders für Eingangsbereiche oder Treppen geeignet.
Vorteile: umweltfreundlich, mehrfach verwendbar, lange haltbar
Nachteile: teurer als Sand, muss nach längerer Nutzung ggf. ersetzt werden
Katzenstreu
Mineralisches Katzenstreu kann kurzfristig auf privaten Wegen helfen, Glätte zu reduzieren. Es ist zwar nicht offiziell zugelassen, bietet aber zumindest auf kleineren Flächen Schutz vor Stürzen.
Vorteile: einfach anwendbar, rutschhemmend
Nachteile: Rückstände möglich, nicht im öffentlichen Bereich erlaubt
Mechanische Entfernung
Bevor weiteres Material verstreut wird, kann man die Eisplatten aufbrechen. Besonders effektiv funktioniert das mit einer Eishacke oder einem Spaten. Das ist besonders sinnvoll auf kleinen Flächen oder Treppen.
Vorteile: umweltfreundlich, kein Materialverbrauch
Nachteile: körperlich anstrengend, laut, nur für kleine Flächen praktikabel
Auch ohne Streusalz lassen sich Gehwege also sicherer machen. Sand, Splitt, Asche oder Holzspäne bieten laut Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale wirksamen Halt, sind umweltfreundlich und in den meisten Haushalten verfügbar. Wer clever ist, sammelt das Streugut nach dem Tauwetter wieder ein – so ist es für den nächsten Wintereinbruch sofort einsatzbereit.














