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Sportfischer Wolthausen schlagen Alarm


Gewässerwart Fnn Mengershausen-von Bursy vor Oertze-Kulisse Foto: Anke Schlicht

WOLTHAUSEN. Der #Sportfischereiverein #Wolthausen schlägt Alarm: „Die Oertze hat Krebs“, sagte der Erste Vorsitzende Burkhard Hoppenstedt im jüngsten #Umweltausschuss des Landkreises. Auf einer Länge von 14 Kilometern durchzieht die Oertze die Ortschaft Wolthausen, bevor sie in die Aller mündet. Auf dieser Strecke ist das Gleichgewicht des Ökosystems bedroht. Auslöser ist eine nicht-heimische Art, die von 1960 an gezielt in Europa ausgesetzt wurde, um die Krebsfischerei wiederzubeleben.


„In unseren Vereinsgewässern der #Oertze und im Oertzekanal hat sich in den vergangenen Jahren ein großer Bestand des #invasiven #Signalkrebses etabliert“, erläutert Hoppenstedt, der auch Mitglied des Kreistages ist. „Am Oberlauf sind sie in den Fluss gelangt, wie wissen wir nicht. Sie wandern die Oertze hinunter. Im unteren Bereich, im Oertzelauf, finden sich keine Signalkrebse.“


„Die sind schädlich“, betont Gewässerwart Finn Mengershausen-von Bursy. „Die fressen alles – die Fischbrut, Insektenlarven, Kleinstlebewesen, Pflanzen.“ Sie entziehen damit den Fischen und auch der Vogelwelt drumherum die Nahrungsgrundlage. „Einige wenige könnte der Fluss verkraften, aber diese Masse an Signalkrebsen, das ist das Problem“, erläutert Mengershausen-von Bursy.


Die drei in Mitteleuropa vorkommenden Flusskrebsarten sind der Edel-, Stein- und Dohlenkrebs. Diese verdrängt der ursprünglich aus Nordamerika stammende Signalkrebs, dessen Merkmal die weißen Flecken auf den Scheren sind. Er ist aggressiver, produziert mehr Nachkommen und wird größer als heimische Stein- und Dohlenkrebse. Der Grund für die damalige Aussetzung in Europa war die massive Dezimierung des heimischen Edelkrebses durch die Krebspest. Gegen diese Krankheit ist die invasive Art resistent, sie kann sie allerdings übertragen.


Seit Anfang des Jahres haben 25 der insgesamt mehr als 100 Mitglieder des Sportfischereivereins nun Gegenmaßnahmen mit Hilfe des Anglerverbandes Niedersachsen ergriffen. Sie schlossen sich auf Initiative von Ingomar Welke sowie Finn Mengershausen-von Bursy zur „Gruppe der Reusenleger“ zusammen und starteten ein Projekt, das ein Monitoring beinhaltet und von der Bingo-Umweltstiftung finanziell unterstützt wird. Während der Krebssaison von Mai bis Oktober legen sie an verschiedenen Stellen des Flusslaufs spezielle Reusen aus, um die Signalkrebse gezielt fangen zu können. „Wir melden an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, die Artenschutzstationen in Hankensbüttel und Leiferde“, berichtet der Erste Vorsitzende. Täglich werden die Fangkörbe kontrolliert und die Inhalte protokolliert. „Das ist alles ein großer Zeitaufwand, der ist nur mit Ehrenamtlichen zu leisten“, merkt der Sportfischer an. Manchmal finden sich 40-45 Tiere in den Reusen. Insgesamt wurden bereits 30.000 Exemplare gefangen, eine Zahl, die das Team nicht ohne Stolz nennt. „Herr der Lage werden wir damit jedoch nicht“, relativiert der Gewässerwart die Fangquote.


Mehr als eine Reduktion sei nicht möglich. „Eine Auslöschung des Bestandes können wir durch unser Projekt, das noch bis 2024 weiterläuft, nicht erzielen“, sagt Burkhard Hoppenstedt abschließend.

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