Sozialkaufhäuser gerettet: Lebenshilfe übernimmt und will Konzept erweitern
- Stefan Kübler
- 21. Mai
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Die drei Celler Sozialkaufhäuser „Neufundland“, „Kaufladen“ und „Allerhand“ sind gerettet. Nachdem die Schließung der Läden eigentlich schon sicher war, weil der „Verein mit-Wirkung Stadt Celle“ die Trägerschaft aufgrund bestehender Herausforderungen einstellen musste, hat sich die Lebenshilfe Celle dazu entschlossen, die Geschäfte zu übernehmen und weiterzuführen. Ab dem 1. Juli 2026 starten die Sozialkaufhäuser unter neuer Führung. Für die Kundinnen und Kunden wird sich voraussichtlich kaum etwas ändern.
„Konzept bleibt erhalten, bekommt aber eine wertvolle neue Komponente“
Für die Lebenshilfe Celle ist die Übernahme der bunten Läden für Second-Hand-Schätze nach eigenen Angaben ein Herzensprojekt mit Weitblick. „Wir lassen die Kirche – oder in diesem Fall die Kaufhäuser – im Dorf“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Nico Lauerwald in einer Mitteilung. „Das bewährte Konzept bleibt erhalten, bekommt aber eine wertvolle neue Komponente.“ Was bleiben soll, ist der bei der Kundschaft geschätzte Charakter der Läden. Neuerungen soll es im Bereich Inklusion geben.
Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen
In den Sozialkaufhäusern möchte die Lebenshilfe nach der Übernahme Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen schaffen. Diese sollen im Verkauf, bei der Annahme von Spenden oder beim Sortieren und Auszeichnen der Ware eingesetzt werden. Die Läden sollen dadurch zu Orten der Begegnung auf Augenhöhe werden. Fester Bestandteil des Teams sollen die Ehrenamtlichen bleiben. „Denn gerade im gemeinsamen Miteinander von Ehrenamtlichen und Menschen mit Behinderung entstehen echte Begegnungen auf Augenhöhe“, heißt es in der Mitteilung. „Der tägliche Kontakt im Verkaufsalltag, die Vielfalt der Menschen hinter dem Tresen und vor dem Regal – all das macht die Sozialkaufhäuser zu lebendigen Orten der Teilhabe.“

Drei Standorte der Celler Sozialkaufhäuser
Für die Kundinnen und Kunden soll sich ab dem 1. Juli zunächst nichts ändern. Die Lebenshilfe will sich beim Übergang bewusst Zeit lassen, „um Bewährtes zu erhalten und Neues behutsam zu gestalten.“ An folgenden drei Standorten sind die Sozialkaufhäuser zu finden:
Neufundland, Neustadt 63: „Paradies für Kleidungs-Jäger und Haushaltswaren-Entdecker“
Kaufladen, Blumlage 38: „Nachhaltige Mode und Textilien mit Geschichte“
Allerhand, Mummenhofstraße 13: „Bunte Mischung aus Büchern, Spielen und nützlichem Kleinkram“














