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Sechs Absolventinnen und Absolventen der FIT Hermannsburg feiern Graduierung


Auf dem Foto sind zu sehen (vordere Reihe, sitzend von links nach rechts) Lara Wunder, Charity Ugwu, Sarah Zawedde, (hintere Reihe, stehend von links nach rechts) Prof. Dr. Johannes Weth, Prof. Dr. Andreas Kunz-Lübcke (Rektor), Prof. Dr. Gabriele Beckmann, Florian Ihlenfeldt, Wilke Ringeling, David Anunda, Prof. Dr. Katharina Kleine Vettekate, Prof. Dr. Erna Zonne-Gätjens, San Su (Foto: Anette Makus/ELM Herannsburg).

HERMANNSBURG. Corona, der Beschluss der verantwortlichen Gremien der Trägereinrichtung über die Schließung der Hochschule in absehbarer Zeit und der Ausbruch des Krieges in und gegen die Ukraine verbunden mit der besorgniserregenden Erkenntnis, dass Frieden in Europa keine stabile Konstante mehr ist – es waren keine einfachen Rahmenbedingungen, unter denen die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) studiert haben. Auch für die Hochschule und die Lehrenden war die Gestaltung der Lehre unter „Corona-Bedingungen“, also online und wegen der restriktiven Vergabe von Studierendenvisa mit sehr kleinen Lerngruppen, eine Herausforderung. Aber nun standen die sechs glücklichen Absolventinnen und Absolventen der Bachelor-Studiengänge - David T. Anunda, Florian Ihlenfeldt, Wilke Ringeling, Charity Ugwu, Lara Wunder und Sarah Zawedde, aus Kenia, Nigeria, Uganda und Deutschland - sowie die Absolventin des Masterstudiengangs San Su aus Myanmar da, um vor den Augen der Hochschulgemeinschaft und ihrer Angehörigen geehrt zu werden.


Die schwierigen Bedingungen des Studiums griff auch Professor Johannes Weth im Festgottesdienst der Graduierungsfeier auf: Trotz der bevorstehenden Schließung der Hochschule, trotz aller Widrigkeiten seien die Studierenden an die FIT gekommen, und trotz mancher Zweifel hätten sie nicht aufgegeben.“ Ihr habt es durchgezogen. Heute seid ihr hier! Und ihr seid nicht am Ende, sondern am Anfang von etwas Neuem.“ Die Studierenden hätten gelernt, Frieden zu stiften, Brücken zu bauen, ihr Gegenüber zu respektieren, geschwisterlich mit der ganzen Menschheit zu leben und Gerechtigkeit nicht nur für sich, sondern auch für andere zu suchen. Nun gelte es, das erworbene Wissen zu nutzen. Wie aber wird das erworbene Wissen lebendig, damit es das Gesicht der Welt verändert? Nicht, indem man es als Titel oder Macht vor sich herträgt, sondern indem jeder seine Gaben, sein Wissen, seine Persönlichkeit für andere einsetzt. „Eure wahre Aufgabe wird darin liegen, das Angewiesensein der Menschen untereinander zu stärken und den weiten Himmel in jedes Haus, in jedes Land und in jede Kultur zu tragen.“ In diesem Sinne schließt die FIT nicht demnächst, sondern sie bricht gerade auf!


Im Rahmen der offiziellen Graduierungsfeier würdigte Rektor Professor Andreas Kunz-Lübcke jeden einzelnen Studierenden und deren akademischen Leistungen persönlich. Mit Sorge wies er darauf hin, welchen Verlust die 2025 bevorstehende Schließung der Hochschule angesichts der stärker wahrnehmbaren interreligiösen Begegnungen und Konfrontationen mit sich bringe: Die Fachhoch-schule stehe für einen professionellen Perspektivwechsel zwischen den Religionen. Hier lerne man verschiedene Arten der Glaubens- und Religionsausübung kennen und respektieren. „Wenn wir nicht mehr in der gebotenen Fairness miteinander reden, könnten die globalen Formen von Religiosität in Richtung Fundamentalismus und Intoleranz abgleiten. Die FIT ist einer der wenigen Orte, in der eine solche Begegnung von verschiedenen religiösen Traditionen und Positionen erstens möglich und zweitens fruchtbringend ist.“


Im Namen der Gemeinde Südheide gratulierte Bürgermeisterin Katharina Ebeling den Absolventinnen und Absolventen zum Erwerb des akademischen Grades und sprach neben den Anforderungen, die das Studium mit sich bringt, eine ganz andere Herausforderung an, nämlich die, sich – aus der großen weiten Welt kommend – „an die ländlich-heimelige Umgebung in der Südheide zu gewöhnen“. Für die Zukunft wünschte sie den Absolventinnen und Absolventen „Kraft, Geduld und den Mut, um zu Neuem aufzubrechen.“


Für die Trägereinrichtung der FIT, das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM), überbrachte Frau Anette Makus die Glückwünsche und gab den Absolventinnen und Absolventen den Rat, diese ganz besondere Zeit zwischen Abschluss des Studiums und Start in einen neuen Lebensabschnitt bewusst wahrzunehmen und sich Zeit zu nehmen darüber nachzudenken, wer sie sind und welchen Weg sie einschlagen wollen: „Halten Sie Ausschau nach Möglichkeiten, sich in einem geeigneten Arbeitsfeld zu verwirklichen.“


Mit den von Rektor Kunz-Lübcke überreichten Bachelor-Urkunden in der Hand kamen nun die Absolventinnen und Absolventen zu Wort. Sarah Zawedde dankte den Lehrenden und dem gesamten FIT Team wie auch den Familienangehörigen mit bewegenden Worten für die Unterstützung und Begleitung auf ihrer Reise durch das Studium. Florian Ihlenfeldt brachte den Dank der Studierenden zum Ausdruck, indem er jedem Mitarbeitenden der FIT eine Sonnenblume überreichte. Und David Tumaini Anunda trug das Lied „You say“ vor – ein Song über das An-sich-Zweifeln, Sich-in-Frage-Stellen und Getragen-Sein von Gott mit all unseren Schwächen, und zugleich eine gelungene Abrundung dieses bewegenden Tages, an dem viel von Zweifel, Veränderung und Aufbruch die Rede war.


Text: Dorothea Müller

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