Reiter unerwünscht? Neue Örtze-Brücken in der Südheide sorgen für Unmut

HERMANNSBURG. Die Erneuerung von Brücken ist eigentlich eine gute Sache. Zwei neue Brücken über die Örtze sorgen bei manchem Einwohner in der Gemeinde Südheide allerdings für Kopfschütteln. Bemängelt wird, dass die neuen Flussquerungen in Hermannsburg und Oldendorf nur von Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden dürfen. Pferde sind ausdrücklich verboten, was durch entsprechende Schilder vor den Brücken kenntlich gemacht wurde.
„Ein Schildbürgerstreich der Gemeinde?“
„Das hat großen Unmut, aber auch Unverständnis ausgelöst“, sagt Edmund Riggers aus Hermannsburg. „Was bisher auch bei den älteren Brücken seit Jahrzehnten möglich war, ist bei den neuen Brücken mit großen Stahlträgern und dicken 80mm-Eichenbohlen verboten. Ein Schildbürgerstreich der Gemeinde?“ Edmund Riggers wohnt in der Nähe der neuen Brücke an der Trift in Hermannsburg. Er selbst reite nicht mehr, halte aber noch Pferde. „Insoweit bin ich betroffen, wenn ich die Pferde auf andere Weiden führen wollte“, sagt er gegenüber CelleHeute. Andere Reiter und Wanderreiter seien ebenfalls betroffen. „Unverständlich ist mir, dass Rat und Verwaltung bei den Planungen nicht an die seit Jahrzehnten üblichen Brückennutzer gedacht haben.“
Argumente der Gemeinde lassen Fragen offen
Die Gemeinde habe ihm gegenüber argumentiert, dass die Brücken statisch nur für Fußgänger und Radfahrer ausgelegt seien und dass der Brückenbelag Schaden durch die Pferde nehmen könne. „Wusste man nicht um die bisherige Nutzung der Brücken?“, fragt Edmund Riggers. Und weiter: „Wie sollen Bürgerinnen und Bürger, die den Pferdesport ausüben, mit einer derartigen Argumentation der Hilflosigkeit umgehen? Sind Reiter nicht mehr erwünscht?“
Kritiker sieht Gefahr für Reiter durch Umwege
Der Hermannsburger befürchtet, dass Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden gefährdet werden, wenn sie für die Querung der Örtze nur noch die alte Brücke am Wehrstieg nutzen können und dafür beispielsweise durch die vielbefahrene Ortsmitte reiten müssen. Die verstärkte Nutzung von Pferdetransporten hält er aus Klimaschutzgründen für bedenklich. Wanderreiter sollten aus seiner Sicht ausdrücklich darüber informiert werden, dass die neuen Brücken für sie gesperrt sind. „Oberbedenkenträger verleiden einem die Lebensqualität. Hier würde auch der Amtsschimmel wiehern, wenn es nicht so viel Geld wäre“, so Edmund Riggers.
Wortkarge Reaktion der Gemeinde
Bei der Gemeinde Südheide fiel die Reaktion auf die Kritik an den neuen Brücken bislang recht spärlich aus. Bürgermeisterin Katharina Ebeling machte gegenüber CelleHeute deutlich, dass es sich bei der Brücke in Hermannsburg um eine reine Fußgänger- und Radwegbrücke und beim Brückenersatzbau in Oldendorf lediglich um eine Fußgängerbrücke handelt. „Es gab zuvor keine offizielle Regelung“, sagte sie bezogen auf die Nutzung für Pferde. Einen Grund für das Pferdeverbot nannte sie nicht. Die beiden neuen Brücken waren jeweils im März 2026 eingeweiht worden. Die Baukosten betrugen insgesamt rund 672.000 Euro.














