Politikwechsel nach 30 Jahren: Anna Olschewski wird Bürgermeisterin in Wathlingen

WATHLINGEN. An der Spitze der Gemeinde Wathlingen steht nach 30 Jahren ein Politikwechsel an. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates ist Anna Olschewski von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) zur neuen Bürgermeisterin gewählt worden. Sie löst damit Torsten Harms von der CDU ab, der das Amt 30 Jahre lang innehatte. Das Besondere: Die CDU war nach der Kommunalwahl zwar stärkste Kraft in Wathlingen, eine Mehrheit für Torsten Harms kam aber nicht zustande, weil sich die Gruppe aus SPD und Grünen mit ihren Stimmen der UWG anschloss.
UWG sieht neues Kapitel für Wathlingen
Die UWG spricht von einem Neuanfang für Wathlingen. „Mit Anna Olschewski als Bürgermeisterin beginnt jetzt ein neues Kapitel“, erklärte UWG-Fraktionssprecher Patrick Lorr. „Wir übernehmen Verantwortung und haben den klaren Anspruch, die Entwicklung unserer Gemeinde entschlossen voranzubringen.“ Entscheidungen sollen künftig nachvollziehbar begründet, Bürgeranliegen ernst genommen und Vorhaben konsequent begleitet werden. Angesichts der finanziellen Herausforderungen der Gemeinde brauche es klare Prioritäten und den Mut, bestehende Strukturen und Ausgaben kritisch zu prüfen, heißt es von der UWG.
SPD und Grüne schließen sich nach Gesprächen UWG an
Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates hatte es offenbar Gespräche zwischen UWG sowie SPD und Grünen gegeben. Die UWG bezeichnete diese als konstruktiv und respektvoll. SPD und Grüne sprechen in einer eigenen Mitteilung von intensiven Gesprächen, in denen man sich mit der Frage auseinandergesetzt habe, wie Wathlingen in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden soll.
Chance für neue Impulse und einen anderen Ansatz
„Nach 30 Jahren unter der Führung von Torsten Harms haben wir für uns die Chance gesehen, mit neuen Impulsen und einem anderen Ansatz die Zukunft unserer Gemeinde positiv zu gestalten“, teilten SPD und Grüne mit. In den Gesprächen mit Anna Olschewski seien zahlreiche inhaltliche Gemeinsamkeiten und Themen festgestellt worden, die aus Sicht der Gruppe das Potenzial bieten, eine neue Richtung einzuschlagen und Wathlingen stark für die Zukunft aufzustellen. „Die Frage nach Ämtern oder persönlichen Vorteilen hat dabei zu keinem Zeitpunkt eine Rolle gespielt“, heißt es in der Mitteilung.
CDU muss trotz Wahlsieg Bürgermeisteramt abgeben
Bei der Kommunalwahl im September war die UWG mit 26,5 Prozent nur zweitstärkste Kraft hinter der CDU (37,8) geworden. Die SPD hatte 16,3 und die Grünen 12,2 Prozent erreicht. Gemeinsam kamen UWG, SPD und Grüne auf 55 Prozent und somit eine deutliche Mehrheit für Anna Olschewski. Alle drei Parteien wünschen sich nun eine verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit für die kommende Ratsperiode.














