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Othello-Projekt der Jugendarbeit mit Oberschule Westercelle


Nelson Sibby als Othello und Mary Günnel als Desdemona | Foto: Stadt Celle



CELLE. Die Jugendarbeit der Stadt Celle präsentierte Shakespeares Othello mit der 10 G1 der Oberschule Westercelle in überarbeiteter Form und begeisterte nicht nur die neunten und zehnten Klassen, sondern auch Lehrer, Schulleitung und die Stadträtin für Soziales und Kultur Susanne McDowell.


Sozialtraining XXL


Ohrenbetäubender Jubel als Lohn für eine eigentlich nicht machbare Aufgabe und die 13 Schüler der 10 G 1 und Parallelklassen sind überglücklich. In nur fünf Tagen gelang es ihnen nicht nur einen Klassiker der Weltliteratur für die Bühne einzustudieren, sie leisteten auch einen enormen Beitrag für das Teambuilding der Schule und des Sozialtrainings, insbesondere die oberen Jahrgangsstufen insgesamt. Quasi ein sozialer Trainingskurs XXL.


Die Lehrerinnen Rita Dücomy und Andrea Rieder hatten Ingo Bloess von der Jugendarbeit angesprochen, für die Projektwoche ein Theaterstück zu inszenieren. Der Bitte wurde gerne nachgekommen, allerdings mit dem Hinweis, dass die Botschaften des Stückes, sowie die wahren historischen Begebenheiten, so viele wie möglich erreichen sollte. Die Erstaufführung vor den Sommerferien war dann auch ein so großer Erfolg, dass Schulleiter Ulf Krüger entschied, dass dieses Stück in großem Rahmen wiederholt werden muss.


Bekanntes Stück neu interpretiert


Aber wie konnte ein hinlänglich bekanntes und millionenfach interpretiertes Stück, so spannend gestaltet werden, dass es den Nerv der Jugendlichen trifft? Aus diesem Grund wurde der Stoff in seiner ursprünglichen Zeit belassen, aber mit Informationen aus der Gegenwart Shakespeares im London des 16. Jahrhunderts kombiniert. Die vordergründigen Themen Neid, Eifersucht, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, oder Macht, wurden ergänzt durch den oft unterschätzten Aspekt, der Selbstverständlichkeit des Krieges.


Die großartige Unterstützung des Schlosstheaters mit Kostümen und die Schätze in Form barocker Säulen, welche in den Kellern der Schule schlummerten, taten ihr Übriges um eine beeindruckende Atmosphäre zu schaffen. Und auch die Lichtstimmungen wurden von den Schülern selbst live erzeugt.



Selbstvertrauen durch Rollenspiel


Das eigentlich bewundernswerte war aber die emotionale Wucht der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler. Das Coaching führte nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung des Selbstvertrauens, sichtbar in einer rollenkonformen Körpersprache, auch ohne Text hätte der mimische Ausdruck allein die Handlung erklärt. Die Verstrickungen, Intrigen und Bedürfnisse der Antagonisten wurde auf nur 45 Minuten komprimiert und das Publikum schwieg gebannt. Durch Umstellungen in der Zeitachse und dem Einsatz von Sprechern, entstand eine schon fast unheimliche Nähe zur Gegenwart. Die Botschaft: „Seit 400 Jahren hat sich in der Welt nichts geändert!“ Auch Kulturdezernentin Susanne McDowell zeigte sich fasziniert von der Authentizität und den bis dato ungeahnten Fähigkeiten der jugendlichen Schauspieler.


Teamgeist als schönste Erfahrung


Im Gegensatz zur Tragik Shakespeares gab es diesmal ein Happy End mit überraschendem Ausgang. Für die beteiligten Schüler wird es ein unvergessliches Ereignis bleiben. Für sie war der Teamgeist hinter der Bühne die schönste Erfahrung. Und Klassenlehrerin Rita Dücomy resümierte: „Eigentlich müsste man daraus ein Lehrbuch machen."




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