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Niederländische und deutsche Soldaten üben im Landkreis Celle gemeinsam


Transporthubschrauber NH - 90 fliegt Light Support Vehicles in die Landezone (Foto: Andreas Bernstein und André Kolkmeyer).

CELLE. Niederländische Soldaten der 11 Luchtmobielen Brigade haben zwischen dem 9. und 22. Oktober in verschiedenen Szenarien im Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Die Übungslage im Oktober 2023: Ein fiktives NATO-Mitglied wurde angegriffen, der Artikel-5-Bündnisfall tritt ein. Eine schwierige Übungssituation, denn Teile der Bevölkerung fühlen sich ethnisch eher dem Angreifer zugehörig. Auch die Nachbarländer sind von diplomatischen Eiszeiten, Flüchtlingsströmen und ideologischer Wühlarbeit in der Bevölkerung betroffen. Hier ist nicht die Unterstützung eines Landes gefragt, sondern das gesamte Bündnis–mit vielfältigen Möglichkeiten. Deutlich macht die Übungslage unter anderem eins: damit im Ernstfall alle Möglichkeiten genutzt werden können und die Vielfalt an Fähigkeiten nicht selbst zum Problem wird, muss gemeinsam geübt werden.


Drohnen verbessern das Lagebild


Aus dieser Ausgangslage heraus begannen für einen verstärkten Zug der niederländischen 11 Luchtmobielen Brigade zwei Wochen zum Thema Luftbeweglichkeit in Celle. Die 11 LMB gehört ihrerseits zur Division Schnelle Kräfte, die der Hauptnutzer des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit ist. Angereist war diesmal ein luftbeweglicher Panzerabwehrzug, unter anderem mit Light Support Vehicles. Die rund 50 Soldaten sind mit ihrem Gerät speziell für die Zusammenarbeit mit Hubschauraubern ausgebildet und wurden unter anderem von Pionierkräften unterstützt. Ihr Auftrag umfasste neben der Sicherung eigener Kräfte vor allem auch Aufklärung, unter anderem mit Drohnen.


Drohnenbilder verhelfen zu einem besseren Lagebild (Foto: Andreas Bernstein und André Kolkmeyer).

Es wird täglich schwieriger


Schon die erste Woche in Celle begann mit vielen praktischen Übungsanteilen: neben der Ausbildung der Ausbilder wurden im Virtual Battle Space Verfahren geübt. An sogenannten MockUps, Bruchzellen realer Hubschrauber, die als Schul-und Ausbildungsgerätfungieren, konnte jeder Handgriff in der Praxis wiederholt werden, bis alles flüssig funktionierte. Ebenfall sin der ersten Woche wurde nach intensiver Einweisung an stehenden Hubschraubern geübt. Nach diesem „ColdLoad“ schloss sich der „HotLoad“ an: Übungstruppe und Material wurden mit häufigen Ortswechseln real transportiert. Für die Soldaten war das die letzte Gelegenheit, mögliche Fehler zu korrigieren, ehe es weiter in die Gefechtsszenarie ging.


Ohne Kommunikation geht es nicht


In diesem Übungsdurchgang gab es durch den hohen Anteil an Fahrzeugen viele Außenlasten, die mit dem NH-90 transportiert wurden. Eine weitere Besonderheit des Übungsdurchgangs war, dass beide Nationen intern in ihren Sprachen kommunizieren, aber alle relevanten Abläufe konsequent auf Englisch erfolgten. Das kann für das Führungspersonal, das mit den zahlreichen Akteuren und Planungsvariablen ohnehin schon viel zu koordinieren hat, eine zusätzliche Schwierigkeit bedeuten. Für multinationale Arbeit ist eine gemeinsame Sprache aber unumgänglich. Schwerpunkt und Ziel des Übungsdurchgangs war, dass alle Soldaten ein Verständnis für luftbewegliche Operationen entwickeln konnten. Wichtige Punkte waren hierbei das Boarding, Außenlasten und Kommunikationsverfahren. Diese befähigen die Soldaten dazu, beispielsweise Luftunterstützung oder der Abtransport von Verwundeten (Air CasEvac) auf dem Luftweg anzufordern. Dafür mussten sie auch imstande sein, einem Hubschrauber beispielsweise Informationen über eine Landezone zu übermitteln.


Einheitliche Meldeformate vereinfachen die Kommunikation, müssen aber geübt werden (Foto: Andreas Bernstein und André Kolkmeyer).

Gefechtsübung an mehreren Orten


Diese Fähigkeiten konnten die Soldaten insbesondere während der zweiten Woche in mehreren Szenarien unter Beweis stellen. Dafür ließen die Ausbilder und Auswerter die Übungslage weiterlaufen. Nachdem der Angriff zum Stillstand gebracht wurde, gab es kaum Aktivität im Kampfgebiet. Stattdessen hatten sich Kräfte abgespalten, die weitläufig das Umland destabilisieren. Infolgedessen hatten die Soldaten es mit bewaffneten Feindkräften in einem großen Gebiet zu tun. Mehrere Übungsabschnitte führten die Übungstruppe auf die Standortübungsplätze von Scheuen und Luttmersen sowie dem Gelände um Offensen. Für die Auswertung hatte die 11 LMB Kameraden des Land Training Centre mitgebracht, die vom Evaluationsteam aus Celle unterstützt wurden.


Jederzeit einsatzbereit


Auch wenn das derzeitige Szenario einen Bündnisfall abbildete - mit dem Üben wartet die Truppe nicht, bis es soweit ist. Im Ausbildungs-und Übungszentrum Luftbeweglichkeit gehört Multinationalität dazu. Auch wenn nicht in jedem Übungsdurchgang mehrere Nationen gemeinsam üben können, trainieren doch alle nach den gleichen Verfahren. Die Männer und Frauen müssen jederzeit in der Lage zur Zusammenarbeit mit den Bündnispartnern sein. Es kann vorkommen, dass deutsche Soldaten von niederländischen oder amerikanischen Kampfhubschraubern unterstützt werden, aber umgekehrt auch, dass deutsche Hubschrauber das Gerät und die Kräfte anderer Nationen transportieren. Genau das übten sie in diesen zwei Wochen – mit großem Erkenntnisgewinn für alle Beteiligten und künftige Übungsdurchgänge.

Niederländische Soldaten sichern eine Wehranlage an der Aller (Foto: Andreas Bernstein und André Kolkmeyer).

Text: Andrea Neuer





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