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Neuer "Attraktivitätsbaustein" Robert-Meyer-Platz polarisiert | VIDEO




CELLE. Die Option, das Karstadt-Gebäude rückzubauen, ist vom Tisch. Zu gut ist der heute offiziell eröffnete, unmittelbar davor gelegene #Robert-#Meyer-#Platz der grau-weißen, kalten Fassade angepasst worden in seiner #Neugestaltung.


So könnte die Argumentation lauten von Menschen, die den Neuauftritt des Areals zwischen Großem Plan, Berg- und Poststraße nicht mögen. Davon gibt es einige, die kleine Umfrage während der Einweihung mit familiengerecht ausgerichtetem Fest hat es belegt. Klotz Karstadt muss weg, der stört, jetzt, wo es einen so schönen neuen Aufenthaltsort mit Bänken, klassisch geformt und aus Holz, Bäumen und einem neuen, sehr modernen Brunnen gibt, könnte die Fraktion der Befürworter, die laut Umfrage nicht wenige Mitglieder hat, argumentieren.






DIE GEISTER SCHEIDEN SICH

Es ist wie so häufig bei Neuerungen, die Geister scheiden sich. Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge spricht in seiner kurzen Rede von einem weiteren Attraktivitätsbaustein für die City, die sich wandele, aber als funktionierendes Element dringend gebraucht werde. „Damit sich die Menschen wohlfühlen“, sagt er und hebt besonders den Wassertisch aus Natursteinquader hervor. Dieser arbeitet nicht mehr mit Fontänen, sondern mit Sprühnebel, ist laut Bauoberleiter Harri Laukart mit zwei Sensoren versehen, die diesen in Gang setzen, wenn die Vorrichtung grundsätzlich aktiviert ist, dieses sei von Montag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr der Fall. „Der ist nicht stetig in Betrieb“, erläutert Laukart und ergänzt: „Wir haben das so umgesetzt, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Auch Stadtentwickler Wolfgang Schucht zeigt sich zufrieden, auch zeitlich sei alles gut ausgekommen. Das Projekt wurde zu 90 Prozent aus dem „Sofortprogramm Perspektive Innenstadt“ gefördert, auch die EU und das Land Niedersachsen unterstützten.


ALS PLATZ NICHT WAHRGENOMMEN

Das nasse Element ist zentral am Durchgang vom Großen Plan zur Poststraße, als Platz hat man die Fläche zuvor nicht wirklich wahrgenommen. In heißen Sommern soll der Sprühnebel Hitzeinseln entgegenwirken. „Er folgt den Erfordernissen von Klima- und Umweltschutz“, erklärt der Verwaltungschef. Eine weitere Besonderheit ist die in den grauen Quader eingelassene Inschrift, die an den jüdischen Namensgeber Robert Meyer erinnert.


Ein Passant äußert seinen Unmut: „Er sieht aus wie ein Grabstein, soll aber spielerisch genutzt werden.“ Die Familie Meyer war in der Celler Gesellschaft sehr präsent, im März 1943 wurde Robert Meyer in Auschwitz ermordet. Seine Ausreise in die USA war nicht mehr gelungen, der damalige Oberbürgermeister Meyer hatte einen rechtzeitigen Verkauf seiner Immobilien verhindert.


Mehr als die eingravierten Zeilen ist die Art, wie der Wassertisch funktioniert, ein Thema bei der Eröffnung. „Brunnen wie bisher können wir uns wegen des Wasserangebotes nicht mehr erlauben“, sagt Elisabeth Stöber-Fischer aus Hessen. Sie findet gut, dass Plätze so modern gestaltet werden. „Es gibt Bäume, die Schatten spenden, Sitzplätze. Und der Sprühnebel wird die Luft abkühlen“, zeigt sie sich begeistert.


Mit dem letztgenannten Punkt stimmt Ratsherr Bernd Zobel überein: „Das Sprühen finde ich gut, das wird im Sommer guttun.“ Darüber hinaus überzeugt ihn der Neuauftritt nicht, es wäre mehr Potential vorhanden gewesen für eine vielfältigere Gestaltung. Die frühere Landtagsabgeordnete Georgia Langhans präzisiert: „Man hätte die Gelegenheit nutzen sollen, um zu entsiegeln und mehr Bäume zu setzen. Hier wurde doch in erster Linie wieder versiegelt und nicht geöffnet.“


Ein weiterer Altstadtbesucher freut sich, dass die Tauben nun endlich Wasser bekommen, ein anderer sagt: „Die Bänke find‘ ich schön.“


Ob und in welcher Form die Celler und die Touristen den neuen Robert-Meyer-Platz annehmen, wie sie ihn nutzen, wie er sich bewährt, werden die kommenden Sommermonate erweisen.



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