Nach Drohbriefen gegen Gastronom: Polizei ermittelt 86-jährigen Tatverdächtigen
- Audrey-Lynn Struck
- vor 1 Stunde
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HAMBÜHREN. Die vergangenen Wochen sind an Sadik Pernezha nicht spurlos vorbeigegangen. Der Betreiber des Restaurants La Villa in Hambühren erhielt mehrere Drohbriefe, nachdem er sich öffentlich kritisch zu einem AfD-Wahlplakat vor seinem Restaurant geäußert hatte. „Es war ein sehr schweres Thema. Ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht“, sagt Sadik Pernezha. Nun hat die Polizei einen mutmaßlichen Täter ermittelt.
Kritik an Aussage auf AfD-Wahlplakat
Auslöser der Drohbriefe war ein Wahlplakat mit dem Slogan „Unser Land. Unsere Regeln.“, das direkt vor dem Restaurant des 25-Jährigen in Hambühren aufgestellt worden war. Das Motto wird seit Jahren auch in rechtsextremen Kreisen verwendet. Sadik Pernezha hatte sich damals öffentlich gegen den Spruch ausgesprochen und erklärt, er fühle sich trotz deutscher Staatsangehörigkeit davon angegriffen.
„Ich würde mich als Unternehmer künftig nicht mehr öffentlich zu solchen politischen Themen äußern."
Kurz darauf erhielt er mehrere Drohschreiben. In einer Postkarte mit Zeichnungen von Loriot wurde unter anderem eine Brandstiftung gegen sein Restaurant angekündigt. „Ich würde mich als Unternehmer künftig nicht mehr öffentlich zu solchen politischen Themen äußern", sagt Sadik Pernezha, der für sich bereits Konsequenzen gezogen hat. „Nicht, weil ich keine Meinung habe, sondern weil ich mein Unternehmen, meine Mitarbeiter und meine Familie schützen möchte.“
Durchsuchungen bei 86-jährigen Tatverdächtigen
Im Zuge der Ermittlungen geriet nun ein 86-jähriger Celler in den Fokus der Polizei. Bei einer Durchsuchung stellten die Ermittler „tatrelevantes Beweismaterial sicher“. „In seiner ersten Einlassung räumte der 86-Jährige ein, Absender der Postkarte zu sein“, so die Polizei Celle. Ob der Rentner auch für sämtliche weiteren Schreiben verantwortlich ist, wird derzeit noch ermittelt.
Polizei Celle verfolgt Straftaten
Die Polizei verbindet die Veröffentlichung des Ermittlungserfolgs auch mit einer klaren Botschaft an mögliche Nachahmer: „Der Fall macht deutlich, dass auch vermeintlich anonym versandte Schreiben strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Die Polizei verfolgt entsprechende Straftaten konsequent.“ Dank umfangreicher Ermittlungen könnten mittlerweile viele Tatverdächtige identifiziert werden.
„Solche Drohungen sind kein Spaß und sollten niemals ausgesprochen werden.“
Auch der Gastronom Sadik Pernezha hofft, dass der Fall ein Zeichen setzt. „Solche Drohungen sind kein Spaß und sollten niemals ausgesprochen werden“, betont er. „Drohungen, Einschüchterungen und Hass können strafrechtliche Folgen haben und sollten niemals als ‚Scherz‘ angesehen werden.“


















