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Laserpistole und Verkehrserziehung: Mit der Polizei Celle auf Temposünder-Jagd

Polizeibeamte in Altenhagen Celle, Kelle, Verkehrskontrolle, Speedweek, Radarmessung
Deutschlandweit läuft aktuell die Speedweek. Auch in Celle kommt es vermehrt zu Geschwindigkeitskontrollen. (Foto: Sheenara Wiebke)

CELLE. "Wir sind wahrscheinlich schon in der Blitzer-App drin", sagt eine der Beamtinnen als wir uns auf die Kreuzung an der Feuerwehr in Altenhagen zubewegen. Ihr Kollege hat bereits das Radarmessgerät aufgestellt und führt die obligatorischen Tests durch. "Manchmal sind wir schon in der App gemeldet, bevor wir überhaupt aufgebaut haben", verrät sie.


Insgesamt vier Polizeibeamtinnen und -beamte sowie eine Jahrespraktikantin sind an diesem Mittwochmorgen ausgerückt. Ihr Ziel: Im Rahmen der aktuellen "Speedweek" Verstöße gegen die zugelassene Höchstgeschwindigkeit erfassen – und das ein oder andere ernste Wörtchen mit Temposündern reden. "Verkehrserzieherisches Gespräch" nennen die Beamten das. Bußgelder verteilen gehöre zwar dazu, sei aber keine Motivation für die Beamtinnen und Beamten. "Wir haben da auch nichts von. Das Geld geht an den Landkreis." Eine Prämie für besonders hohe Bußgeldeinnahmen gibt es nicht.



Celler Polizei setzt auf persönliche Gespräche


Mittlerweile steht das Messgerät: ein Pro Laser 4 DE – im Volksmund auch Laserpistole genannt. Der Vorteil des Geräts: Es ist schnell aufgebaut und wird von Hand bedient. Anders als bei einem stationären Blitzer wird kein Foto aufgenommen. Stattdessen zeigt das Gerät Daten wie die Entfernung und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs an. Fährt ein Auto deutlich zu schnell, wird es von der Polizei mit der Kelle aus dem Verkehr gewunken.


Während vollautomatische Blitzer jeden erfassen, der zu schnell fährt, suchen die Beamten bei ihren Kontrollen das Gespräch. Häufig bleibt es für die Autofahrer nur bei einer Verwarnung. "Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass das für den Gegenüber eine Ausnahmesituation ist. Für den Bürger ist es aufregend – für uns Routine", erklärt einer der Beamten.



Ab 44 km/h in der 30er-Zone wird angehalten


Der erste Verstoß an diesem Morgen: Ein Mann fährt 14 km/h zu schnell durch die 30er-Zone. "Der ist drüber", ruft der junge Polizist am Messgerät. Seine Kollegin tritt auf die Straße, hebt die Kelle und der Mann fährt rechts ran. Zwei Beamte klären ihn über seinen Verstoß auf, während die beiden anderen am Messgerät warten. Die Geschwindigkeitsmessung ist pausiert.


"Die meisten sind sehr freundlich und einsichtig."

Wenn ein Schnellfahrer möchte, kann er die Geschwindigkeit auf dem Messgerät einsehen. "Das ist ein Angebot, das die Polizei Niedersachen den Bürgern macht." Die wenigsten nehmen es wahr. Generell kommt es selten zu Diskussionen. "Die meisten sind sehr freundlich und einsichtig", verrät einer der Polizisten. Wer möchte, kann das Bußgeld auch gleich vor Ort bezahlen. Die Polizei hat ein eigenes EC-Gerät.



Die Bilanz: Drei Verstöße innerhalb einer Stunde


Zwei Mannschaftswagen der Polizei fahren vorbei. Es wird sich freudig gegrüßt. "Blaulicht grüßt sich immer", erklärt eine der Polizistinnen. Sonst passiert nicht viel. Nach knapp einer Stunde wurden drei Verstöße registriert. Die Speedweek-Statistik aus dem vergangenen Jahr mit 123 Verstößen lässt erahnen, wie viel Zeit und Personal in einen solchen Blitzermarathon fließen.


Polizeibeamte in Altenhagen Celle, Kelle, Verkehrskontrolle, Speedweek, Radarmessung
Foto: Sheenara Wiebke

Bürger können Gefahrenstellen an den Landkreis melden


Die Beamten beschließen, die Messung an einen anderen Ort zu verlegen. Nicht zuletzt weil sich die Radarmessung schnell rumspricht. Gefahrenstellen gibt es ohnehin genug. Der Landkreis Celle führt ein Beschwerdekataster. Melden Bürger Stellen, an denen Autofahrer häufig zu schnell unterwegs sind, werden sie dort erfasst. Besonders lohnend seien Kontrollen vor Grundschulen – etwa in Oldau. "Da neigt der eilige Bürger dazu, mit erhöhter Geschwindigkeit rauszufahren."

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