Multifunktionsplatz an der Kolonie, Jugendplatz und ein neuer Jugendtreff

WATHLINGEN. - Für die Jugendlichen in Wathlingen kommt Bewegung in mehrere Projekte gleichzeitig. Der Verwaltungsausschuss hat am Dienstag einstimmig den Weg für einen neuen Multifunktionsplatz freigemacht. Entstehen soll er auf dem Sportplatz an der Kolonie. Vorgesehen sind Flächen für Fußball und Basketball sowie Trimmgeräte.
Hinter dem Vorhaben steht ein gemeinsamer Antrag von SPD/Bündnis 90 Die Grünen unterstützt von der CDU-FDP-Gruppe. Damit wollen die Fraktionen ein zusätzliches Angebot schaffen, das Sport und Freizeit miteinander verbindet und Jugendlichen einen eigenen Treffpunkt im öffentlichen Raum gibt.
„Die Verwirklichung ist längst überfällig“, erklärt Marcel Kasimier von den GRÜNEN, der sich auch aus seiner Erfahrung als Lehrer heraus besonders für den Platz eingesetzt hat und ein Beispiel aus Erfurt zur Verwirklichung beigesteuert hat.
Geplant ist, dass der VfL Wathlingen die Betreuung des Platzes übernimmt. Gleichzeitig soll der Verein die Anlage für seine eigenen Trainingsangebote nutzen können. Wichtig ist den Verantwortlichen aber, dass der Platz nicht ausschließlich dem Vereinssport, sondern den Jugendlichen der Gemeinde dient. Er soll dauerhaft geöffnet sein und damit auch außerhalb von Trainings- und Vereinszeiten genutzt werden können.
Bürgermeister Torsten Harms begrüßt den gemeinsamen Beschluss. „Wir finden es gut, dass wir hier gemeinsam einen konkreten Schritt für unsere Jugendlichen machen. Der Platz soll offen sein und möglichst vielen Jugendlichen zur Verfügung stehen“, sagt Beatrix Thunich von der FDP.
Für den Fraktionsvorsitzenden der SPD, Alexander Gold, ist die Verwirklichung ein Einstieg: „Wir wollen zunächst Erfahrungen sammeln und schauen, wie das Angebot angenommen wird. Wenn sich der Platz bewährt, können wir weitere Ideen entwickeln und das Angebot Schritt für Schritt ausbauen.“
Parallel dazu steht die Zukunft des Jugendtreffs auf der politischen Tagesordnung. In den nächsten Sitzungen soll entschieden werden, wie die Gemeinde künftig mit den Räumlichkeiten umgehen will, die noch im Sportheim Kantallee untergebracht sind.
Eine Möglichkeit wäre, das Gemeindehaus, in dem sich derzeit die Stiftung Linerhaus befindet, künftig als Jugendtreff zu nutzen. Alternativ steht der Neubau eines eigenen Jugendhauses mit der Stiftung Linerhaus zur Diskussion. Damit verbunden ist auch die grundsätzliche Frage, ob die Gemeinde entsprechende Räume künftig anmietet oder selbst Eigentum schaffen möchte.
Für Harms geht es dabei vor allem um eine gemeinsame, dauerhafte und tragfähige Lösung. „Wir müssen uns fragen, was für unsere Jugendlichen auf Dauer die beste Lösung ist und was gleichzeitig für die Gemeinde wirtschaftlich vertretbar ist.“
Ein weiterer Baustein ist bereits umgesetzt: Der Jugendplatz direkt am derzeitigen Jugendtreff am Sportplatz Kantallee ist fertig. Er wurde gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt. Ursprünglich war vorgesehen, den Platz einzuzäunen und mit einer Hütte auszustatten.
Nun können die Jugendlichen den Platz auch außerhalb der Öffnungszeiten des Jugendtreffs auf Vertrauensbasis nutzen. Damit entsteht ein Angebot, das nicht an feste Öffnungszeiten gebunden ist.
Auch darin sehen Harms, Gold und Kasimir einen wichtigen Punkt. „Jugendliche brauchen Freiräume. Gleichzeitig müssen wir ihnen auch Verantwortung zutrauen. Deshalb setzen wir hier bewusst auf Vertrauen.“ Trägt das Vertrauen nicht, wird diese Variante nicht fortgeführt.
Damit verfolgt die Gemeinde drei Ansätze: Der Jugendplatz ist bereits nutzbar, der Multifunktionsplatz soll als nächstes konkrete Formen annehmen und über die Zukunft des Jugendtreffs sollen die Ratsmitglieder noch bis zum 31. Oktober 2026 entscheiden.
Für Bürgermeister Harms ist das eine sinnvolle Entwicklung. „Wir fangen konkret an und wollen nicht nur über Jugendangebote reden. Der erste Schritt ist gemeinsam von FDP, SPD, GRÜNE und CDU gemacht. Wenn die Angebote gut angenommen werden, können weitere folgen.“
Mit dem einstimmigen Beschluss des Verwaltungsausschusses vom Dienstag ist der Multifunktionsplatz nun auf den Weg gebracht. Die nächsten Entscheidungen liegen beim Gemeinderat.
Text: Torsten Harms














