Mit zehn Monaten Erfahrung zur WM: Celler Barista gegen internationale Kaffee-Profis

CELLE/WIEN. Der Celler Café-Betreiber Cuwan Alin hat am vergangenen Wochenende beim Julius Meinl Barista Cup in Wien teilgenommen. Bei der Kaffee-Weltmeisterschaft ging der Student mit 14 weiteren Teilnehmern in den Wettstreit. Zuvor hatte er im Juni den Deutschen Julius Meinl-Meistertitel geholt. Dabei ist Cuwan Alin erst seit etwa zehn Monaten als Barista tätig. Das "Bettys" am Magnusgraben hat er zusammen mit seiner Familie im November letzten Jahres eröffnet. "Die anderen Teilnehmer hatten teilweise über 20 Jahre Erfahrung. Ich hatte hingegen am wenigsten Erfahrung", berichtet Cuwan Alin.
15 Baristas, drei Disziplinen
Zur Weltmeisterschaft hatte Kaffeeproduzent Julius Meinl eine rote Freilichtbühne mitten ins Wiener Museumsquartier bauen lassen. Hier traten nacheinander insgesamt 15 Teilnehmer vor einer internationalen Fachjury an. Geprüft wurden drei Disziplinen: Espresso, Cappuccino und eine Eigenkreation, der Signature Drink. Neben dem Endprodukt bewerteten die Experten die Technik der Teilnehmer sowie ihre Moderation – die Baristas waren mit Headset-Mikrofonen ausgestattet und führten erklärend durch die Zubereitung ihrer Getränke.
Kühlen Kopf bewahren trotz großer Bühne
Die Startpositionen der Teilnehmer wurden zuvor ausgelost. Cuwan Alin war als letzter dran. "Da war die Spannung natürlich am höchsten", verrät der junge Barista. Doch was Cuwan Alin an Erfahrung fehlen mag, machte er mit Leidenschaft für seinen Job wieder wett: "Sobald ich auf der Bühne war und meinen Kaffee machen konnte, war das der entspannteste Moment", berichtet er.
Auch der Jury fiel Cuwan Alins Ausgeglichenheit auf: Für seine ruhige Moderation bekam er positives Feedback. Für das Siegertreppchen hat es am Ende jedoch nicht gereicht. Den Gesamtsieg nach Punktzahl holte Elizaveta Rîmscaia aus Moldawien.

Mit neuen Ideen zurück in Celle
Enttäuscht ist Cuwan Alin trotzdem nicht. "Für mich stand immer das Handwerk und die Gemeinschaft unter den Teilnehmenden im Fokus", sagt er. Außerdem bliebe ihm immer noch der deutsche Titel: "Ich habe Deutschland in der Weltmeisterschaft vertreten. Dafür fühle ich mich geehrt."
Die Zeit in Wien habe er auch genutzt, um mit seiner Familie die lokale Kaffeekultur zu erkunden: "Ich habe geschaut, was machen andere und was ist im Kommen?" Aus Wien habe er viele neue Erfahrungen mitgenommen – und auch ein neues Getränk für die Karte im Bettys. Vielleicht holt er damit sogar den Weltmeistertitel im Jahr 2028.














